Dr. Oetker steigert seinen Umsatz weiter

Stefan Schelp

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Das Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker hat am Donnerstag seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt. - © Wolfgang Rudolf
Das Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker hat am Donnerstag seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt. (© Wolfgang Rudolf)

Bielefeld. Auf die Unternehmerlegende Rudolf August Oetker geht das Zitat zurück, mit dem er Investitionen in die Produktion von Lebensmitteln rechtfertigte: „Gegessen wird immer". Das stimmt nach wie vor. Allerdings sind Deutschland und Europa satt – die Märkte sind gesättigt.

Um fast zwei Prozent auf 726 Millionen Euro sank 2017 der Umsatz der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG in Deutschland. Das Ausland legte dagegen um 1,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Der Gesamtumsatz des Unternehmens kletterte geringfügig auf 2,43 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Expansion im Ausland und in der Digitalsparte

Weil in Deutschland das Ende der Fahnenstange erreicht ist, sieht sich das Unternehmen im Ausland, vor allem in Asien, nach Zukäufen um. „Die eine oder andere Übernahme steht in Aussicht", sagt Albert Christmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. Anfang des Jahres hatte Dr. Oetker Alsa, einen französischen Hersteller von Backartikeln, übernommen. Außerdem sicherten sich die Bielefelder 49 Prozent an der Internestor GmbH mit ihrer Marke DeineTorte.de. Die Berliner Tochter Oetker Digital startete außerdem die Internetplattform backen.de.

Für Überraschung hatte die Ankündigung mit dem bayerischen Molkerei-Unternehmen Gropper gesorgt. Gropper ist der Hersteller des Fleckenpuddings „Flecki", der bei Aldi-Süd gegen Oetkers Kassenschlager Paula angetreten war. Oetker war dagegen vergeblich vor Gericht gezogen. Anfang 2018 hat Oetker mit Gropper ein Joint Venture für eine gemeinsame Produktion gegründet.

Im vergangenen Jahr hat Oetker rund 119 Millionen Euro investiert, davon 38 Millionen in Deutschland und 81 Millionen im Ausland.

Handelsgeschäft unter Druck

Belastet hat das Geschäft erneut die Auseinandersetzung mit Handelsunternehmen. „Infolge überzogener Erwartungen des Handels", auf die sich Dr. Oetker nicht habe einlassen können, sei es zu Auslistungen gekommen. Weil Oetker-Produkte somit aus den Supermarkt-Regalen geräumt worden waren, sei es zu „starken Mengen- und folglich Umsatzeinbußen", gekommen. Das sei ärgerlich, räumt Oetker-Sprecher Jörg Schillinger ein. Das passiere „immer mal wieder". Und nicht immer nimmt es so deutliche Ausmaße an wie im Sommer 2015, als sich Dr. Oetker und Real über Monate über die richtige Preisgestaltung gestritten hatten.

Negativ auf den Umsatz hätten sich zudem die andauernde Abwertung der türkischen Lira sowie des britischen Pfundes nach der Brexit-Ankündigung ausgewirkt. Auch verliert der mexikanische Peso im Vergleich zum Euro.

Minimal gesunken ist die Zahl der Mitarbeiter von 11.640 auf 11.617.

Angesichts der Schwierigkeiten sei das Geschäftsjahr 2017 „insgesamt ordentlich" gelaufen, erklärt Christmann. Damit fügt er der Oetker-Terminologie von „recht gut" über „zufriedenstellend" und „auskömmlich" eine weitere, bisher noch nicht verwendete Kategorie hinzu. Man sei „zufrieden", übersetzt Schillinger – und lässt damit reichlich Interpretationsspielraum offen. Zahlen zum Gewinn hat Oetker noch nie veröffentlicht. Angesichts aktueller Zahlen blicke Oetker aber „mit Zuversicht" in die Zukunft. Es gebe ein organisches Wachstum, „das Mut macht für den weiteren Jahresverlauf.

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