Mathe, Zuhören, Rechtschreibung: Grundschüler fallen zurück

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Grundschule - © Foto: Peter Steffen
Unterricht in einer Grundschule. Der «IQB-Bildungstrend 2016» untersucht das Kompetenzniveau in den Fächern Deutsch und Mathematik der 4. Jahrgangsstufe. (© Foto: Peter Steffen)

Berlin - Unmittelbar vor der Präsentation einer neuen großen Schulstudie wird der Ruf nach mehr Lehrern für Deutschlands Schulen lauter. «Ohne ausreichend Lehrer kann es keinen Bildungserfolg geben», sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Am Donnerstag hatte sich die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits auf Maßnahmen zur Gewinnung von mehr neuen Lehrern verständigt.

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Bei ihren Schülertests verwenden die Forscher des Berliner Instituts verschiedene Aufgaben. Beispiele:

Um das Zuhören zu testen wird den Schülern etwa ein Text zu Gehör gebracht, in dem ein Junge aus Südamerika aus seinem Leben erzählt. Hinterher müssen die Schüler einen Fragebogen beantworten - etwa was der Junge mit bestimmten Äußerungen in dem Text meint.

In Mathematik wird den Schülern etwa eine Aufgabe mit Kärtchen mit den Ziffern zwischen 1 und 9 gestellt. Damit sind vierstellige Zahlen zu legen und jede Karte höchstens einmal zu verwenden. Wie heißt die kleinste mögliche Zahl? Richtig: 1234. Wie heißt die größte Zahl? Richtig: 9876.

Dann soll die Zahl gelegt werden, die am nächsten bei 5000 liegt.
Eine Anja sagt in der Aufgabe: «Leg die Zahl 4321». Doch eine Ute meint, dies sei nicht richtig. Welche Zahl liegt am nächsten bei 5000? Richtig: 4987.

Heute stellt die KMK in Berlin eine Studie über das Niveau von Grundschülern in Deutsch und Mathematik vor. KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann sprach von einer wichtigen Standortbestimmung. «Wir erhalten differenziert darüber Auskunft, inwieweit sich das Kompetenzniveau der Schülerinnen und Schüler in der vierten Jahrgangsstufen in den einzelnen Ländern entwickelt hat», sagte die baden-württembergische Bildungsministerin der dpa. «An der Studie haben rund 30 000 Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Ländern teilgenommen.»

Die Studie zeigt laut baden-württembergischen Medienberichten, dass das Bildungsniveau vom Jahr 2011 auf 2016 in ganz Deutschland massiv gesunken ist - vor allem in zwei Bundesländern: Bremen und Baden-Württemberg. Das berichteten die «Heilbronner Stimme» und der «Mannheimer Morgen» am Donnerstag unter Berufung auf Südwest-Regierungskreise. Auch die «Südwest Presse» berichtete darüber. In Stuttgart verlangten die oppositionellen SPD und FDP bereits nachdrücklich Maßnahmen zur Stärkung der Grundschulen.

Rabe sagte, gegen den Lehrermangel seien kurzfristige Schritte und längerfristige Konzepte nötig. «Es ist ein Zukunftsthema, dessen Brisanz sich immer schärfer abzeichnet.» Bestimmte Länder hätten erhebliche Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden.

Rabe zeigte sich offen dafür, verstärkt Uniabsolventen ohne Lehramtsstudium einzustellen. Geklärt werden müsse: «Was lassen wir zu?» Um die Situation dauerhaft zu entschärfen, müssten die Ausbildungskapazitäten erhöht werden.

Rabe sagte, bei Schultests dürften die Veränderungen in der Schülerschaft als Grund für durchschnittliche Änderungen der Schülerkompetenz nicht außer Acht gelassen werden. So seien weit mehr Kinder von nach Deutschland Geflüchteten als vor wenigen Jahren in den Schulen.

Die KMK hatte festgestellt, dass insbesondere die Grundschulen, die Sonderpädagogik und die beruflichen Schulen von Lehrermangel betroffen seien. In den ostdeutschen Ländern herrsche noch deutlich mehr Bedarf als in westdeutschen Ländern. Nun solle unter anderem eine Stärkung der Berufs- und Studienorientierung geprüft werden - mit dem Ziel, dass mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen.

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