Die verfeindeten Golfstaaten

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König Salman - © Foto: Kay Nietfeld
Der König des Königreichs Saudia-Arabiens, Hüter der Heiligen Stätten, Salman bin Abdelasis al-Saud. (© Foto: Kay Nietfeld)

Kairo - In der Katar-Krise besucht Außenminister Sigmar Gabriel mehrere Golfstaaten. Sie gehören alle dem Golf-Kooperationsrat (GCC) an, haben aber unterschiedliche Interessen.

SAUDI-ARABIEN: Der größte Staat der Region dominiert den GCC. Die Saudis führen auch die Blockade gegen Katar an. Das sunnitische Königshaus stößt sich vor allem an den guten Beziehungen Katars zum schiitischen Nachbarn Iran, für Saudi-Arabien ein Erzfeind. Unter König Salman ist Riads Außenpolitik deutlich aggressiver geworden.

BAHRAIN: Das kleine Königreich wird von sunnitischen Herrschern regiert, die Mehrheit der Einwohner sind jedoch Schiiten. 2011 ließ Bahrain Proteste von Schiiten mit Riads Schützenhilfe niederschlagen. Kritiker werfen Bahrain vor, es sei eine saudische Kolonie.

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE (VAE): An der Seite Saudi-Arabiens und Bahrains gehen sie gegen Katar vor. Die VAE stört vor allem Katars Unterstützung für die islamistischen Muslimbrüder, in denen die Emirate wie Saudi-Arabien eine Terrororganisation sehen. Allerdings stammt rund 40 Prozent des in den VAE verbrauchten Gases aus Katar.

KATAR: Das kleine Golf-Emirat ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder von der Linie seiner Nachbarn abgewichen. Weil es sich ein riesiges Gasfeld im Persischen Golf mit dem Iran teilt, will es gute Beziehungen zu Teheran. Mit dem Nachrichtenkanal Al-Dschasira besitzt Katar eine einflussreiche Stimme in der Region.

KUWAIT: In der Krise hat das Emirat die Rolle des Vermittlers übernommen. Kuwait konnte schon einmal vor drei Jahren einen Konflikt zwischen den Golfstaaten schlichten. Damals hatten Saudi-Arabien, Bahrain und die VAE ihre Botschafter aus Katar abgezogen.

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