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23.06.2010
20 Leser blicken hinter die Kulissen des Max-Rubner-Instituts
LZ öffnet Türen
VON EROL KAMISLI

Aufmerksame Besucher: Müllermeister Klaus Wolf zieht aus der Mühle eine Schublade heraus, darin liegt das Mehl. | Foto: Preuss

Detmold. Die Löffel sind aufgereiht, daneben mehrere Schüsseln – darin Roggenschrot, Frischkornbrei und Sauerteig. Diese "Gaumenfreuden" in der Bäckerei des Max Rubner-Instituts (MRI) lässt sich Gertrud Schröder nicht entgehen. Sie ist eine von 20 LZ-Lesern, die im Rahmen der Aktion "LZ öffnet Türen" für den Besuch im MRI ausgelost worden waren.

"Der Frischkornbrei schmeckt sehr nussig, erinnert sehr stark an Müsli", sagt die 55-jährige Lehrerin und nimmt gleich einen Löffel hinterher. Gleich nebenan steht Dieter Lange aus Schieder-Schwalenberg und interessiert sich für die riesigen Backöfen. Er ist erstaunt über den Forschungsaufwand, der am MRI betrieben wird. "Ich finde sehr gut, dass man die Möglichkeit hat, mit unabhängigen Profis übers tägliche Brot zu reden", so der 63-jährige Rentner.
Zu Beginn des Nachmittags hatte Institutsleiter Prof. Meinolf Lindhauer die LZ-Leser empfangen. Der über zweistündige Rundgang stand unter dem Motto "Vom Rohstoff zum Brot" und ermöglichte einen Blick in die Getreideannahme, die hauseigenen Mühlen, die die Herstellung aller Mehltypen ermöglichen, sowie in die Instituts-Bäckerei. Gleich zu Beginn stellte Prof. Lindhauer klar: "Wir überwachen keine Bäckereien, sondern sind eine Forschungseinrichtung des Bundesverbraucherministeriums."

Am MRI würden wichtige Fragen beantwortet - darunter: Welchen Einfluss hat die Mehltype aufs Backergebnis oder sind Ökoprodukte wirklich besser? "Beim Thema Ökoprodukte wird gern und häufig betrogen", betonte Prof. Lindhauer. Derzeit arbeite sein Institut an einem Verfahren, womit man sicher nachweisen könne, ob die Zutaten für ein Produkt aus ökologischem oder konventionellem Anbau stammten. "Wann die Methode einsetzbar ist, kann ich noch nicht sagen", fügte er hinzu.

Manuela Diers-Schäfer aus Detmold, die gemeinsam mit ihrem Vater gekommen ist, findet den Rundgang sehr interessant und spannend. "Hier habe ich von einem Profi erfahren, was alles in mein Brot kommt", sagt die dreifache Mutter. So eine Aktion mit dem MRI sei Weiterbildung für die Bürger und Licht im sehr dunklen Lebensmitteldschungel.



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