Dienstag, 22.05.2012
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22.11.2010
Auf den Spuren der Zuckerrübe
30 Leser blicken hinter die Kulissen der Lagenser Fabrik "Pfeifer und Langen"
VON EROL KAMISLI

Neugierde pur: Die Zuckerrüben werden ganz schnell zu frischen Rübenschnitzeln zerkleinert und landen vor den Augen der kleinen und großen LZ-Leser auf riesigen Fließbändern. Die klebrigen Stäbe erinnern an Pommes, ihr Geschmack ist süß. | Foto: Gerstendorf-Welle

Sie sind wieder unterwegs, die Rübenlaster. Schwer beladen steuern sie täglich die Zuckerfabrik an. Die Leser, die bei der Aktion "LZ öffnet Türen" für den Besuch ausgelost wurden, waren vor Ort. 

Lage. Die weißen Zuckerkristalle funkeln nicht nur auf dem Laufband, sondern glänzen auch in den Augen von Kerstin Cramer und ihrem Sohn Niklas aus Pivitisheide V.L., die gemeinsam mit ihrem Gatten aus den über 400 Bewerbern für den LZ-Besuch in der Zuckerfabrik ausgelost worden sind. "Man verbraucht so viel Zucker und denkt gar nicht über die Entstehung nach", sagt die zweifache Mutter. Sie habe nie gedacht, dass warmer Zucker so glänzt und funkelt. "Der Zucker muss noch drei bis vier Stunden trocknen, dann kann man ihn verpacken und verkaufen", sagt Dr. Hans Coenen, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung, der jeden Winkel der Zuckerfabrik kennt. Denn seit über 20 Jahren zeigt er Besuchern, wie aus der Rübe vom Feld weißer Zucker wird.


Zu Beginn der über vierstündigen Führung hat Dr. Coenen den 30 LZ-Lesern erklärt, dass derzeit die Rübenkampagne, so heißt die Erntezeit, in vollem Gange ist. "Von Oktober bis Dezember steuern täglich rund um die Uhr knapp 400 Fahrzeuge die Fabrik an", sagt Dr. Coenen. Samstags dürften die Bauern bis 22 Uhr liefern, sonntags besteht Fahrverbot. Natürlich lieferten auch ganz viele Lipper ihre Rüben in der Zuckerfabrik ab. Am Eingang werden die Lkw gewogen, dann nimmt eine Stahlhand aus dem Fahrzeug eine Rübenprobe, um den Zuckergehalt zu ermitteln. "Je mehr Zucker die Rübe enthält, desto mehr Geld bekommt der Bauer", so Dr. Coenen.
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Zusatzprämien erhalte der Bauer, wenn der Rübe wenig Erde anhafte. 
Klack, klack, klack. In der Hauptwäsche fallen jetzt auch die kleinen Steine raus. Zwischen den rotierenden Quirlen tanzen die Rüben auf und ab, bis sie sauber sind. Es liegt ein süßlicher Geruch in der Luft. "Hier ist alles computergesteuert", erklärt Dr. Coenen. In der Schaltzentrale verfolgen Techniker jeden Schritt der Rübenverarbeitung. Sie können die Maschinen drosseln oder schneller laufen lassen. Während der Rübenkampagne verarbeitet die Fabrik täglich 7.500 Tonnen Rüben mit Hilfe von mehr als 100 Mitarbeitern. 
"Wir werden nach der diesjährigen Kampagne rund 86.000 Tonnen Zucker für die Lebensmittelindustrie herstellen", so Dr. Coenen.

Natürlich werde nicht alles sofort benötigt, ein Teil werde in Silos gelagert. Derzeit werde in Lage ein neues Silo für rund drei Millionen Euro gebaut.

Aber weiter den Rüben nach. Über eine Brücke gelangen die sauberen Knollen in den Betrieb. Dort werden sie zu Schnitzeln zerkleinert. Die klebrigen Stäbe erinnern an Pommes, ihr Geschmack ist süß. Es folgen viele weitere Schritte, doch der Endspurt auf dem Weg zum Zucker spielt sich im Verborgenen ab. Im Zuckerhaus wird der Saft so lange gekocht, bis ein zähes Gemisch entsteht. Zur Hälfte Zucker, zur Hälfte Sirup. In der Zentrifuge werden die Kristalle von der Flüssigkeit getrennt - bis nur noch weißer, glitzernder Zucker übrig bleibt.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2012
Dokument erstellt am 22.11.2010 um 15:17:36 Uhr


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