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17.06.2010
LEMGO
Mittelstraßen-Magnete machen Mut
Experten und Passanten diskutieren über die Innenstadt-Entwicklung
VON STEFAN BACKE

Baustelle Breite Straße: Planungsamtsleiterin Berit Weber legt auf dem Plan den Finger in die "Wunde" Hanse-Center. Marianne Ohle vom Vorstand von Lemgo Marketing, LZ-Lokalchef Thomas Reineke und Ralph Frank von "Brillen Kuhlmann" (von links) diskutieren mit. | FOTO: BACKE

Gestern hat das Modehaus C&A in der Fußgängerzone eröffnet und für zusätzliche Betriebsamkeit gesorgt. Zu diesem Anlass sprach die LZ mit Passanten und Experten über die Innenstadtentwicklung.

Lemgo. "Durch einen solchen Magneten gewinnt Lemgo mit Sicherheit einige Kunden zurück, die an andere Städte verloren gegangen sind", sieht Ralph Frank von "Brillen Kuhlmann" den Einzug des neuen Nachbarn C&A sehr positiv. Zusammen mit Marianne Ohle von Lemgo Marketing und Berit Weber, Planungsamtsleiterin der Stadt Lemgo, war Frank der Einladung der LZ gefolgt, im Rahmen einer "Mobilen Redaktion" in der Mittelstraße zu diskutieren. Im Verlauf der Aktion konnte Moderator und LZ-Lokalchef Thomas Reineke auch viele interessierte Bürger als Gesprächspartner gewinnen. Kein Zweifel herrscht für Marianne Ohle daran, dass die Hertie-Nachfolge mit C&A sowie H&M eine Magnetwirkung für die ganze Stadt hat. Das gelte nicht nur für Kunden (zum Beispiel aus Nordlippe oder Rinteln), sondern auch für weitere Ansiedlungen. Planungsamtsleiterin Berit Weber sieht für die östliche Mittelstraße sogar einen Aufstieg von der 1b zur 1a-Lage gegeben. Doch bei aller Freude gibt es noch viele Baustellen für die Stadtplaner. Ein Thema: Leerstände. Ist die Mittelstraße als Einkaufszone zu lang für Lemgo? Weber berichtete von Gedankenspielen, man könne sich von den Enden her etwas "gesundschrumpfen": "Es wäre sinnvoll, dort bei Leerständen mehr auf Dienstleister zu setzen. Aber das ist ein sensibles Thema." Noch drängender ist die Situation in der Breiten Straße.

Bei der von Ralph Frank in den Raum gestellten Frage, ob eine Reduzierung der Fußgängerzone dort sinnvoll sei, hatte Weber eine klare Meinung: Wieder mehr Autos in der Innenstadt seien nicht gewünscht. Dafür liefen intensive Gespräche rund um einen neuen Nahversorger im Hanse-Center – ihrer Meinung nach der einzig mögliche Standort dafür in der Altstadt. Martin Wilsky warf als interessierter Zuhörer das Stichwort "Fußgängerzonen-MakeUp" in die Runde. Er hatte einige Fotos aus umliegenden Städten mitgebracht, wie durch Brunnen, Laternen oder Sitzgelegenheiten Pluspunkte gesammelt werden könnten. Ein neues Pflaster dagegen, da waren sich Ohle, Weber und Frank einig, sei nicht die erste Priorität für die Mittelstraße. Apropos Priorität: Fördermittel für 35 Projekte zur Innenstadtentwicklung sind laut Weber beantragt. Aufgrund der akuten Finanznot müsse aber zunächst vieles verschoben werden.



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