Diskussion um Weserrenaissance-Museum: Die einen sorgen sich ums Geld, die anderen um Qualität
Das Weserrenaissance-Museum soll unter dem Dach des Landesverbands eine Zukunft haben. Das ist die Quintessenz der "Mobilen Redaktion" der LZ gestern Abend. Aber es muss weiter gespart werden.
Lemgo-Brake. "Wie geht es weiter mit dem Weserrenaissance-Museum?" Die Frage hatte LZ-Kulturredakteurin Barbara Luetgebrune an den Beginn der Diskussion in Schloss Brake gestellt. Denn die Zukunft ist ungewiss, nachdem die bisherigen Träger Stadt Lemgo, Landesverband, Kreis und Landschaftsverband den Museums-Zweckverband zugunsten einer neuen Lösung beenden wollen.
Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes trieb daher auch gestern Abend die Sorge um, dass der Etat von rund 800.000 Euro, aus dem die laufenden Kosten einschließlich Personal gedeckt werden müssen, noch einmal schrumpft. "Halten Sie die Qualität. Die Renaissance ist das Alleinstellungsmerkmal der Region", appellierte sie an die Politiker.
Doch die drückt vor allem auch das Geld, daran ließ Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann keinen Zweifel. Die Alte Hansestadt hat bei einem 90-Millionen-Euro-Etat ein Defizit von 15 Millionen. Daher könne sich Lemgo den Museumsbeitrag von rund 200 000 Euro in der Höhe nicht mehr leisten. Gleichzeitig betonte Austermann: "Niemand will hier den Schlüssel umdrehen." Auch Lemgo werde sich weiter engagieren, wenn ein Zukunfts-Konzept vorliege.
Daran arbeitet der Landesverband. Er will das Museum mit dem Landesmuseum zusammenführen, aber die Identität des Hauses erhalten, wie Klaus Stein, allgemeiner Vertreter des Verbandsvorstehers betonte. Allerdings sei das nur im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit des Landesverbandes und bei Beteiligung Lemgos und des Landschaftsverbandes möglich. "Federn müssen alle lassen", unterstrich Stein den Sparzwang. Um welche Größenordnung es dabei geht, blieb offen. Meinolf Jansing, Geschäftsführer des Kultursekretariates Gütersloh, mahnte Sensibilität an, um die für das Haus wichtigen Drittmittel nicht zu gefährden.
Munter diskutierten die Podiumsteilnehmer auch mit dem Publikum. Der Lemgoer Rat dürfe nicht so blind sein, die Arbeit des Museums zu gefährden, auch wenn sie nicht für Massen geleistet werde, sagte beispielsweise die Lemgoerin Karin Hehner-Rügge. Sieghart Lerche aus Detmold schlug vor, offensiveres Tourismusmarketing mit dem Thema Renaissance zu betreiben. Und Dr. Lothar Weiß brachte ein, Hessen und Niedersachsen als Co-Finanziers zu gewinnen.