Die Diskussion war hitzig. "Wem gehört der Konzerthallen-Vorplatz?" lautete das Thema bei der "Mobilen Redaktion"
der Lippischen Landes-Zeitung, und dabei prallten die Meinungen aufeinander.
Bad Salzuflen. In breiter Front traten die Gastronomen und Hoteliers an. Allan Jettkowski etwa war sich sicher, sollte der sanierte Konzerthallenvorplatz frei zugänglich sein, würde der Platz seinen Charme verlieren. "Statt auf dem Salzhof treffen sich die Leute dann an der Konzerthalle", ist er überzeugt. Kaugummi auf dem neuen teuren Pflaster, dazu Skater oder Radfahrer - mit der Ruhe am Gradierwerk sei es dann vorbei, meint der Kurhaus-Pächter. Ende Juni soll der Platz fertig sein. Dann stellt sich die Frage, ob er - wie Tiefbauamtsleiter Gerd Wötzel vorstellte - wie bislang dem Kurpark zugezählt und in Höhe des Kurhauses mit einem Zaun abgetrennt wird, oder ob der Platz frei zugänglich wird und der kostenpflichtige Kurparkbereich erst an der Rasenfläche beginnt. Dann würden Zaun, Hecken und Kassenhäuschen das Areal begrenzen.
Letztere Variante, so waren sich viele der Anwesenden einig, würde die Ruhe im Kurpark und am Gradierwerk stark beeinträchtigen. "Wir haben doch nicht für uns investiert, sondern, um den Kurort für die Gäste aufzuwerten", pflichteten Siegfried Geyer und Christa Adam bei. Stadtführer Gerd Sengenhoff war sich sogar sicher: "Öffnet ihr den Platz, bleiben die Gäste weg." Das sah Eduard Böger (SPD) anders. In etwa zwei Wochen würden CDU und SPD entscheiden, Böger hofft auf einen Kompromiss: Kurparkeintritt montags bis freitags nur mit Ticket, dafür offene Kassen am Wochenende. "Geben wir dem Bürger als Steuerzahler ein wenig seiner Investition zurück." Michael Sasse hingegen verwies auf die Einwohnerkarte: Für 25 Euro pro Jahr könne jeder Bürger doch den Kurpark frei benutzen. "Was bleibt sonst als Extras für die Gäste?" Er war sicher, dass die Bürger den Platz auch als solchen dem Kurpark zuordnen wollten. Stefan Sala attestierte: "Als das teure Pflaster erlegt wurde, hat uns auch niemand gefragt." Jens-Peter Voigt verwies auf die vielen auswärtigen Gäste, die am Wochenende den Kurpark besuchen und somit Geld in die Kasse brächten. Ralf Kobusch befürchtete, dass ein offener Kurpark zu deutlich mehr Lärm und Müll führe. Anders sah das Hillu Schlüter: Auch in Bad Oeynhausen funktioniere das Konzept eines offenen Kurparks. Zumindest der Platz aber müsse frei zugänglich sein. "Kleinkariert Zäune zu ziehen, das ist doch Quatsch", brachte sie es auf den Punkt.