LemGO 2022

Verlagsbeilage · Freitag, 16. September 2022 MAGAZIN O G Lem Geschichten, Porträts und Freizeittipps aus der Alten Hansestadt Lemgo

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„Lemgo hat mich sofort begeistert“ Seit 1999 ist Wolfgang Jäger Geschäftsführer von Lemgo Marketing und hat gemeinsam mit seinem Team viel für die Alte Hansestadt erreicht. 2024 möchte er den Job an den Nagel hängen. NIKLAS BÖHMER Lemgo. Man soll bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Dieser Zeitpunkt ist Wolfgang Jäger längst gewiss – alles Erreichte kann ihm ohnehin keiner mehr nehmen: Mit der „Silberhochzeit“ im Lemgoer Marketing wird sein Wirken für die Alte Hansestadt im übernächsten Jahr ein Ende finden. Auch wenn noch längst nicht aller Tage Abend ist, liegt Jägers letzter Herzenswunsch quasi schon auf der Hand: Als Pionier der Lemgoer Eiswelt ist es ihm schließlich zu gönnen, dass seinem Steckenpferd zumindest im vierten Anlauf nichts im Wege stehen wird. War diesmal nicht die Pandemie für die Absage alleinentscheidend, setzte darüber hinaus auch die Energieknappheit sämtliche Zahlenspielchen vorzeitig schachmatt. Anstatt nun ein falsches Signal an die Gesellschaft senden zu wollen – allein die Eisbahn verschlang jedes Jahr bis zu 100.000 Kilowattstunden Strom – rufen Wolfgang Jäger und sein Team erstmals eine Winterwelt ins Leben. „Damit wollen wir einen atmosphärischen Treffpunkt in der Adventszeit schaffen, der im Lippegarten mit einem gastronomischen Mittelpunkt in urigen Holzhütten und täglichem Unterhaltungsprogrammum die Ecke kommen wird“, verspricht der Diplom-Betriebswirt. Die Bühne kann von vielen lokalen und regionalen Künstlern bis hin zu Chören und Musikgruppen genutzt werden. Von Ende November bis zum zweiten Weihnachtstag soll es dazu Angebote für Familien und insbesondere Jugendliche geben. Ob die Winterwelt anlässlich der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Katar auch Lippes Fußballfans in ihren Bann ziehen wird, will der ebenfalls fußballbegeisterte Wolfgang Jäger – er ist Fan von Borussia Dortmund – zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen: „Beamer und Leinwand sind zumindest vorhanden.“ Gut möglich ist auch, dass sich die Winterwelt über den Lippegarten hinaus erstreckt, um weitere Plätze im Zentrum der alten Hansestadt in weihnachtliches Ambiente zu tauchen. „Mir ist wichtig, dass die Stadt ein atmosphärisches Gesamtbild bekommt. Die Adventszeit ist für den Einzelhandel schließlich die wichtigste Zeit des Jahres.“ Apropos Einzelhandel: Vor allem mit Hilfe des 2020 ins Leben gerufenen NRWFörderprogramms „Zukunft. Innenstadt“ wuchs der Stadtkern um 15 neue Geschäfte an – denn auch die Vermittlung leerstehender Immobilien im Stadtkern liegt Wolfgang Jäger amHerzen. Auch wenn er beim Thema Einzelhandel stets Optimierungsbedarf sieht („Natürlich geht es immer besser“), „hat unsere Innenstadt an Frequenz zugenommen. Die Geschäftswelt ist belebt, inzwischen gibt es auch abends genügend Treffpunkte“. Mit der Eröffnung des Cafés und Biergartens „Alte Remise“ wurde ein weiterer Bereich des historischen Stadtkerns attraktiv belebt. „Das ist eine Riesenbereicherung. Schließlich kenne ich noch andere Zeiten, Winterwelt statt Eisbahn „Die Lebensqualität steigt“ Überall die Finger im Spiel: Seit 1999 ist Wolfgang Jäger Geschäftsführer von Lemgo Marketing. Sein Büro und die seiner sieben Mitarbeiter sind seit knapp 20 Jahren direkt an das Tourismus-Büro angeschlossen. FOTO: NIKLAS BÖHMER LemGO 4 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

PR-Anzeige Was für ein Genuss! Das Weinhaus trifft den Geschmack: Lydia Harms versteht es, mit Wein, Feinkost, Präsenten und – ganz neu – Weinproben zu begeistern. Lemgo(qdt). Wer das Weinhaus in Lemgo betritt, fühlt sich sofort wohl. Das liegt an der herzlichen Begrüßung durch die Inhaberin Lydia Harms genau wie an der einladenden Atmosphäre des Ladens. Dieser präsentiert sich hell, luftig, mit viel Holz und einer gemütlichen Sitzecke mit Lauben-Charakter, in der regelmäßiggeführteWeinprobenfür bis zu 14 Personen stattfinden. Ein Streifzug durch den großzügigen Raum zeigt: Hier gibt es viel mehr zu entdecken, als der Name vermuten lässt. Natürlich zahlreiche Weine – aus Deutschland und Europa, über die Lydia Harms viel Wissen und Geschichten bereithält, denn sie kennt viele „ihrer“Winzerinnenund Winzer persönlich. Dazu leckere alkoholfreie wie prickelnde Alternativen, edle Brände, Gin, Aperitifs und Digestifs. Doch auch Feinkost von köstlichen Schokoladen über Antipasti undAceto Balsamico bis zuGewürzen und Pasta-Saucen gehören zum Sortiment. Ebenso KüchenTextilien und Wein-Accessoires. Eine überraschende wie geschmackvolle Auswahl, aus der Lydia Harms gerne individuelle Präsente und Geschenke zusammenstellt. Ihr Anspruch ist, für jeden Anlass und jede Person die perfekt passende Geschenkidee zu finden. Dafür kooperiert die bekennende Feinschmeckerin auch mit Delikatessen-und Einzelhandelsgeschäften in der Region und integriert aufWunschKäse-und Wurstspezialitäten, Blumen oder auch Bücher in ihre liebevoll verpackten Kreationen. Wer möchte, kann Teile des Präsents selbst anliefern. Ein Angebot, das viele ihrer Kundinnen und Kunden gerne nutzen. Noch ein Tipp: Gerade wurden die ersten Flaschen Federweißer und eine limitierte Anzahl der beliebten Gewürz-Adventskalender angeliefert. Jetzt heißt es: schnell sein! Kontakt Weinhaus Lemgo Lagesche Straße 40 32657 Lemgo Tel. 05261/2757 info@weinhaus-lemgo.de www.weinhaus-lemgo.de Fachfrau: Lydia Harms liebt geschmackvolle Dinge. So bereichern auch diese aus heimischem Holz handgefertigten Weinverschlüsse und Schatullen das Angebot. FOTO: BENJAMIN MARQUARDT da war’s hier um 18 Uhr dunkel.“ Dennoch würde sich Jäger noch mindestens einenMichelin-Sternfür die alte Hansestadt wünschen, eine gehobene Gastronomie „als zusätzliches Aushängeschild“. Wie das geht, habe Jan Diekjobst in Detmold vorgemacht. Durchschnittlich pilgertenunter derWoche rund6000 Menschen pro Tag durch die Mittelstraße, an Samstagen seien es gerne mal über 10.000. Seit 2006 werden die Besucherfrequenzen festgehalten und ausgewertet. In den vergangenen Jahren geschah dies in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut. Aber: „Lemgo hat sich gesamtheitlich weiterentwickelt“, führt Jäger beispielhaft die Technische Hochschule und das Klinikum an, „und die Lebensqualität steigt“, ergänzt er mit Blick auf die prächtig gedeihende Begalandschaft hinauf zum Schloss Brake. „Als ich hier 1999 angefangen und mir ein Bild gemacht habe, hat mich an Lemgo sofort begeistert, dass sich alle Funktionalitäten aufs Herz der Stadt konzentrieren“, outet sich der zweifache Familienvater auch als absoluter Fan der hiesigen zentrumsnahen Schullandschaft. Ohnehin bündele der Lemgoer Ortskern ungemein viele Arbeitsplätze. „Unser Ziel wird es weiterhin sein, dieses breite Angebot öffentlich herauszustellen und die Identifikation der Bürger zu erhöhen. Ich bin froh, hier in der Stadt zu leben.“ Übrigens: Wolfgang Jäger war nie in einem Sportverein: „Ich schätze meine spontanen Möglichkeiten und war schon immer lieber frei in meinen Entscheidungen.“ Nach überstandener Herz-OP soll es bald wieder aufs Rad gehen, und raus in die Natur. Inzwischen hat er sichmit Ehegattin Nicole den Traum von einem Zweitwohnsitz im sonnigen Süden erfüllt. Dort zieht es die beiden gerne hin, und mal wieder in die Berge, oder einfach mal nichts tun – wie umschrieb es Comedian Hugo Egon Balder doch einst, zitiert ihn Wolfgang Jäger schmunzelnd: „Einfach auf einer Bank sitzen, aufs Meer schauen und langsam verblöden.“ Winterwelt statt Eisbahn: Auch in diesem Winter wird es die Eisbahn in der Lemgoer City nicht geben. Dafür stellen Wolfgang Jäger und sein Team von Lemgo Marketing mit der Winterwelt etwas Neues auf die Beine. FOTO: LEMGO MARKETING „Frei in meinen Entscheidungen“ LemGO 5 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

Der Lemgoer Endspurt Bis zum Jahresende stehen in der Alten Hansestadt noch einige Highlights auf dem Programm. Wir geben eine kurze Übersicht, worauf man sich schon jetzt freuen darf. Kinderflohmarkt Ein letztes Mal in diesem Jahr findet amSamstag, 1. Oktober, der Kinderflohmarkt amLippegarten statt. Von 9 bis 13 Uhr können Kinder wiederum anderen Kindern eine Freude machen. Lemgo Marketing stellt hierfür kostenlos etwa 15 Tische und Bänke zur Verfügung. Tischreservierungen werden in der Tourist-Information an der Kramerstraße 1 oder unter Tel. (05261) 98870 entgegengenommen. Late-Night-Shopping Zur „Spätschicht“ laden der Lemgoer Einzelhandel und Lemgo Marketing für Freitag, 7. Oktober, in die Innenstadt. Bis 22 Uhr kann entspannt eingekauft werden, untermalt wird das späte Shopping-Erlebnis mit Lounge-Musik und stimmungsvoller Beleuchtung. Kindertheater Auch das Kindertheater im Schmiedeamtshaus verabschiedet sich nach demSamstag, 8.Oktober, ineine längere Pause. Zum Jahres-Ausstand präsentieren die beiden „Mützenmänner“ Andreas Diessner und JochenHettich amMarktplatz ein paar Kinder-Geschichten – die vorher jedocherst einmal befreitwerdenmüssen. Bruchmarkt Unter dem Motto „Regional genießen“ findet der Lemgoer Bruchmarkt traditionell am dritten Oktober-Wochenende statt. Highlight ist der Bauernmarkt am Sonntag im Lippegarten, bereits ab Freitag verwandelt sichdieMittelstraße ineinen großen Verkaufsmarkt mit vielen Ständen und Kinder-Karussell am Marktplatz. Als Unterhaltungsprogramm veranstaltet Lemgo Marketing am Samstag, nach dem Wochenmarkt, ab 16 Uhr ein Kindertheater auf dem Marktplatz. Am Sonntag lockt ab 11 Uhr der Bauernmarkt mit Produkten aus der Region: Fast 40 Direktvermarktungsbetriebe bieten wahre Köstlichkeiten aus Lippe an. Am Ostertor stellen die Traktorenfreunde von „Die Lipper“ wieder ihre historischen Traktoren auf. Auf dem Marktplatz, in der Kramerstraße und auf dem Waisenhausplatz präsentieren ab 13 Uhr die Autohäuser Eilers, Stegelmann, Liebrecht und Becker-Tiemann neue und aktuelle Automodelle. Gastronomisch werden die Gäste auf demMarktplatz durch die Marktplatzwirte versorgt. Die Geschäfte der Innenstadt öffnen von 13 bis 18 Uhr und laden zum Bummeln und Einkaufen ein. Der Stadtbus fährt sowohl amSamstagals auch am Sonntag kostenlos. Late-Night-Shopping Zur letzten „Spätschicht“ in diesem Jahr laden der Lemgoer Einzelhandel und Lemgo Marketing für Freitag, 4. November, in die Innenstadt. Bis 22 Uhr kann entspannt eingekauft werden, untermalt wird das späte Shopping-Erlebnis mit Lounge-Musik und stimmungsvoller Beleuchtung. Winterwelt Von Freitag, 25. November, bis zum 2. Weihnachtsfeiertag lädt eineWinterwelt in den Lippegarten. Lemgo Marketing verspricht eine Erlebnisgastronomie in urigen Holzhütten, umrahmt von 100 Tannenbäumen und einem mit Holzschnitzeln bedeckten Boden. Es wird ein umfangreiches und attraktives Programm für die ganze Familie versprochen. Kläschen Der dritte Anlauf soll nun sitzen: Wenn alles nach Plan läuft, steigt in der alten Hansestadt am Donnerstag, 1. Dezember, endlich wieder der traditionelle Kläschenmarkt, den es bereits seit 1365 in Lemgo gibt. Eine kilometerlange Budenstadt mit Verzehrständen, Geschenkartikeln und vielen weiteren Dingen führt durch dieMittelstraße, übers Ostertor, entlang dem Kastanienwall, über den Parkplatz Bleiche bis hin zum Regenstorplatz. Hier befinden sich viele verschiedene Fahrgeschäfte für Groß und Klein. Auf dem Marktplatz gibt es außerdem karitative Stände mit Glühwein und anderen Leckereien. Der Sonntag ist dann verkaufsoffen von 13 bis 18 Uhr. „Lemgos Wilder Westen rockt“ Im Lemgoer Westen steppt am 15. Oktober der Bär. In vier Gaststätten – Zündkerze, All In, Weite Welt und eineÜberraschungs-Location– spielen DJs und Live-Bands ab 19 Uhr Musik von Rock bis R&B. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos: www.lemgo-marketing.de Ein voller Erfolg: Mehr als 2000 Besucher machten das gemütliche Ambiente des Abteigartenfests im August vollkommen. FOTO: LEMGO MARKETING LemGO 6 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

Tradition am Puls der Zeit Brillen Kuhlmann nutzt ein modernes technisches Arsenal für die Wünsche seiner Kunden. Dazu gehört auch, dass Brillen noch selbst in der hauseigenen Werkstatt gefertigt werden. Lemgo (qdt). Wenn ein ZeitreisenderausLemgoausderZeitvor100Jahren seine Heimatstadt heute besuchenkönnteunddieMittelstraße entlangginge, wäre er wahrscheinlich überwältigt von den Veränderungen, jedochmindestens einGeschäft dürfte ihm bekannt vorkommen: Brillen Kuhlmann. Im Jahr 1911 vom Uhrmacher- und Optikermeister Karl Kuhlmann gegründet, besteht das nach wie vor inhabergeführte Traditionsunternehmenbisheute inder Innenstadt. Auf diese Tradition ist man im Hause Kuhlmann nicht nur stolz, man lebt und erlebt sie auch im Alltag. „Manche unserer Kunden kommen schon ihr ganzes Leben zu uns“, erzählt der Geschäftsführer und Augenoptikermeister Sebastian Schröder. Der Dank für die Treue ist der hohe Selbstanspruch, welchen die sieben Mitarbeiter des Geschäfts leben. Qualität und die beste individuelle Lösung für den jeweiligen Kunden sind dabei die Kernelemente dieser Auffassung. „Wir sind traditionsbewusst, aber auch immer am Puls der Zeit“, betont Schröder. So nutzte das Geschäft schon in den 90er-Jahren als einer der erstenOptiker inder Region einen automatischen, computergestützten Sehtest. Auch heute wird auf modernste Methoden zur Bestimmung der Sehstärke gesetzt. Dazu dient unter anderemder „i.profiler“ der FirmaCarl Zeiss Vision. Das technische Wunderwerk erkennt automatisch auf die Hundertstel Dioptrien genau die Sehstärke. Ein weiteres Gerät, das ebenfalls von Zeiss stammende „i.terminal“, bestimmt den Sitz der Gläser vor den Augen bis auf den Zehntelmillimeter genau. Überhaupt Zeiss: Mit dem fast schon legendären Hersteller für Optiken aller Art aus Baden-Württemberg verbindet Kuhlmann eine jahrelange Zusammenarbeit. Diese führte auch dazu, dass das Lemgoer Optikergeschäft durch denHersteller zum „Zeiss Vision-Experte“ zertifiziert wurde. Dadurch erhält Kuhlmann unter anderem Zugriff auf modernste Geräte und ein exklusives Gläserangebot – was so den Kunden zugute kommt. Eine weitere Besonderheit stellt ein eigentlichunscheinbarer Aspekt dar, der früher Standard war, heute aber nichtmehr selbstverständlich ist:Kuhlmann fertigtBrillennoch selbst. „Dadurchkönnenwirnochflexibler agieren, undzugleichhabenwir die Qualitätssicherung in eigener Hand“, erklärt Schröder dazu. Neben diesen besonderen Serviceangeboten deckt Brillen Kuhlmann aber auch das gesamte weitere Spektrum an Leistungen und Angeboten rund um Optik und Hörakustik an. „DaskannbeiBrillenvoneinemKomplettpaket mit Gleitsichtbrille inklusive Fassung bis hin zu individuellen Einzelanfertigungen reichen“, erklärt Sebastian Schröder. Dazu kommen Spezialbereiche wie Sportbrillen von Oakley. An Kontaktlinsen werden weiche Tageslinsen ebenso angeboten wie medizinische Sonderanfertigungen. „Diese sind manchmal nötig, da manche Augenkrankheiten nicht von einer Brille ausgeglichen werdenkönnen“, erklärtSchröderdazu. Hörgeräte hat das Geschäft seit 2005 im Angebot. Ganz modern sind hieraktuellVorrichtungen,diewieein kleiner kabelloser Kopfhörer aussehenundüberdas Smartphonegesteuert werden. Übrigens: Ebenso stolz wie auf die Treue der Kunden ist man bei Brillen Kuhlmann auch auf Mitarbeiterbindung ans Geschäft. „Manche sind schon seit 30 Jahren hier“, erklärt Schröder. Daneben ist man auch immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, um die hochwertige Arbeit fortzuführen. „Das Thema Ausbildung sehenwir als essenziell“, bekräftigt Sebastian Schröder weiter. Gerade erst zum1. August dieses Jahres hat eine neue Auszubildende ihre Lehrzeit imGeschäft begonnen. Kontakt Brillen Kuhlmann Mittelstraße 30 32657 Lemgo Tel. 05261/5182 info@brillen-kuhlmann.de www.brillen-kuhlmann.de Fest verwurzelt: Brillen Kuhlmann gehört seit Jahrzehnten zum Erscheinungsbild der Mittelstraße in Lemgo. Auch Augenoptiker- und Hörakustikmeister Sebastian Schröder hat hier seine Ausbildung gemacht, ist im Geschäft geblieben und steht seit langem den Kunden mit seiner Expertise zur Verfügung. FOTOS: BENJAMIN MARQUARDT Präzisionsarbeit: Mit dem „i.profiler“ lässt sich die Sehstärke auf ein Hundertstel Dioptrien genau bestimmen. Hergehört: Auch im Bereich Hörakustik verlässt sich Brillen Kuhlmann auf modernste Technik. FOTO: BRILLEN KUHLMANN PR-Anzeige

Kiel kann warten TBV-Eigengewächs Lukas Zerbe gibt nach mehr als zwei Jahrzehnten im Lemgoer Dress seinen Abschied bekannt. In zwei Jahren schließt er sich dem Rekordmeister an. NIKLAS BÖHMER Lemgo. Er sagte ihnendamals abund trug das TBV-Trikot bis zum Ende seiner Karriere. Volker Zerbe spielte nie für einen anderen Verein, genießt im Lipperland auch deshalb Legendenstatus. Lukas Zerbe hätte es seinem Onkel gleichtun können. Doch er sagte zu. Längst ist bekannt: Lukas Zerbe steht beimTHW Kiel im Wort. Zur Saison 2024/25 kehrt das Lemgoer Eigengewächs seinem Heimatverein den Rücken. Zum zweiten Mal wohlbemerkt, nur diesmal auf eigene Faust. Die Zeiten haben sich geändert. Während sich der TBV Lemgo Lippe als einstiges Nonplusultra im deutschen Handball heute mit den Vor- und Nachteilen eines angesehenen Ausbildungsklubs abfinden muss, kann sich der THW Kiel als Rekordmeister und stetiger Anwärter auf die Meisterschaft in der Beletage die Rosinen herauspicken. Als eines Tages sein Handy klingelte und Kiels Sportgeschäftsführer Viktor Szilagy vorstellig wurde, wusste der 26-jährige Rechtsaußen um seine Chance. „Ichbin froh, dass es raus ist“, zeigt sich Lemgos Strahlemann erleichtert. „Es hat sich fast angefühlt wie Geburtstag, als der Wechsel bekannt gegeben wurde. Von allen Seiten haben mich Glückwünsche erreicht.“ Schon früher sei es mal mit FreundenperZugzurOstseehallegegangen. Hinzu kommt, dass enge Freunde der Familie in Heikendorf wohnen – also einen Steinwurf entfernt von Kiel. Nun fünf Jahre unter Vertrag zu stehen, sei als Leistungssportler nicht das Verkehrteste. „Ich habe schon immer gern Sicherheit gehabt. Und zusätzlichenDruckmache ich mir dadurch nicht“, bekräftigt der Hansestädter. Zwei Jahre sind eine lange Zeit in der schnelllebigenWelt desProfisports.Alleinder Zeitpunkt des Wechsel dürfte die allermeisten daher überrascht haben – obwohl dies im Handballgeschäft vermehrt zu beobachten ist. Mit seiner stets eifrigen Herangehensweise hat Lukas Zerbe in der „stärksten Liga der Welt“ aber den Nachweis erbracht, zu Höherem befähigt zu sein. Nach einem sehr erfolgreichen Zweitliga-Intermezzo in Ferndorf kam er vor drei Jahren zurück zu „seinem“ TBV. Mit neuem Selbstvertrauen ausgestattet, mauserte er sich in den darauffolgenden Spielzeiten zum Dauerbrenner. Der DHB-Pokalsieg in Hamburg war die Krönung, Zerbe versenkte alle fünf Versuche. „Dieser Erfolg bleibt für die Ewigkeit“, sind die Erinnerungen an zwei Lemgoer Bilderbuchabende omnipräsent. Auch an den Last-Minute-Klassenerhalt am letztenSpieltagder Saison2016/17gegen Gummersbach („Meine Anfangszeit imProfihandball“) denke er gern zurück. Noch liegt die Medaille in seinem offenen Wohnzimmerregal eher im Verborgenen, neben einem Nationaltrikot vonseinerEM-Premiere im Januar. „Ich habe mir fest vorgenommen, noch eine Vitrine zu kaufen“, sagt Lukas Zerbe. Darin werden auch jene Fotobücher einen festen Platz finden, die ihm Papa Andreas aufwendig gestaltet hat. Sein Vater trug in den 80er Jahren selbst das TBV-Trikot – und begleitet den Sohnemann, wann immer es die Zeit erlaubt. Er holt zwei Exemplare hervor: Eins erzählt chronologisch von seinem Jahr beim TuS Ferndorf, das andere vom langen Weg ins FinalFour und zum Pokal-Heldentum – gespickt mit abfotografierten Zeitungsartikeln und Statistiken. Eine Anekdote hierzu hat Lukas Zerbe auch parat: „Mein Vater hatte es im Urlaub auf dem iPad fertig gemacht und es schon in den Warenkorb gelegt, als eines Nachts in die Ferienwohnung eingebrochen und auch sein iPad gestohlen wurde.“ Doch Andreas Zerbe suchte und zuppelte mühevoll alles ein zweites Mal zurecht – und bestellte es diesmal direkt. Heute könnten beide darüber lachen, „aber dafür gingen schon einige Stunden drauf“, weiß Lukas Zerbe den Aufwand seines Vaters noch heute sehr zu schätzen. Vielleicht erklärt dies auch, woher Lukas Zerbe seinen unbändigen Ehrgeiz hat. Möglicherweise ein Grund, weshalb ihn seine Teamkollegen nach dem Abgang von Andrej Kogut zum neuen Kapitän wählten. „Isaias und Gedeón Guardiola haben mich ins Spiel gebracht“, erinnert sichZerbe. IhreMessage:AlsUrLemgoer sei er dafür schließlich prädestiniert. Erfahrung genug hat er auch. Mit 26 Jahren ist er Fünftältester im Kader. „Für mich ist das eine große Ehre und ein cooles Gefühl, dieMannschaft vor jedemSpiel aufs Feld zu führen.“ Dabei hatte er ihnen erst vor wenigen Tagen von seiner Entscheidung „pro Kiel“ erzählt, von der erst nur Papa Andreas, Mama Sabine, Schwester Lisa undFreundinJuliawussten.DerLipper erinnert sich zurück an den Moment, als er die Mannschaft zusammentrommelte: „Bobby (Schagen, Anm. d. Red.)hatte eswohl schongeahnt und wollte gar nicht erst in die Küche kommen“, erzählt Zerbe schmunzelnd. Von seinem niederländischen Positionsgenossen hat er ohnehin eine hohe Meinung: „Bobby ist so ein feiner Kerl, er gönnt einem jeden Erfolg. Einen wie ihn gibt es nicht oft undwir ergänzenuns super.“ Daher verwundert es auch nicht, dass sich Lemgos Rechtsaußen-Duo auf Auswärtsfahrten ein Zimmer teilt. SeineErwartungenandienochjunge Saison? „Es ist alles möglich.Wenn man sieht, wie unfassbar eng dasMittelfeld letzte Saison war, ist es schwierig, im Vorfeld eine Platzierung auszugeben“, sagt derTBV-Kapitän.Wer ihn kennt, weiß, dass er für „seinen“ TBV alles geben wird, um auch weiterhin mit ihm erfolgreich zu sein. „Ich kannmich nun voll und ganz auf Handball konzentrieren“, bekräftigt Lukas Zerbe in seinem gewohnt positivenNaturell. Kiel kannwarten. Alle Idole im Blick: Lemgos DHB-Pokalsieger Lukas Zerbe ist Sportfanatiker und hat seinenVorbildernüberdemEsstischeindirekt insAuge fallendesPlätzchenverschafft. Von Fußball-Weltstar Christiano Ronaldo bis hin zu Darts-Legende Phil Taylor. FOTO: NIKLAS BÖHMER „Ich bin froh, dass es raus ist“ LemGO 8 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

So geht’s weiter Noch 13 Spiele hat der TBV Lemgo Lippe in der Hinrunde der HBL Saison 2022/23 - sechs davon zu Hause. Fokussiert: Seit dieser Saison führt Lukas Zerbe die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Foto: TBV Lemgo Lippe LEMGO vs. Leipzig – 25.09., 16.05 Uhr Stuttgart vs. LEMGO – 29.09., 19.05 Uhr LEMGO vs. Flensburg – 09.10., 16.05 Uhr HANNOVER-BURGDORF vs. Lemgo – 22.10., 18.30 Uhr LEMGO vs. Hamburg – 30.10., 16.05 Uhr Kiel vs. LEMGO – 03.11., 20.30 Uhr LEMGO vs. Minden – 09.11., Uhrzeit noch offen Rhein-Neckar-Löwen vs. LEMGO – 12.11., Uhrzeit noch offen Berlin vs. LEMGO – 17.11., Uhrzeit noch offen LEMGO vs. Erlangen – 24.11., Uhrzeit noch offen Magdeburg vs. LEMGO – 01.12., Uhrzeit noch offen LEMGO vs. Wetzlar – 08.12., Uhrzeit noch offen Hamm vs. LEMGO – 15.12., Uhrzeit noch offen Den gesamten Spielplan findet man auf: www.tbv-lemgo-lippe.de ZündkerZe ALL-Inn weIte weLt trAumtänZer Illu / Idee: Andi Wolff, Typografie/Farbe: büro-für-design.de trAum tänZer L e m g o s W i l d e r We s t e n R o c k t 15. 10.22 21141201_800122 LemGO 9 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

„All das ist Klimawandel pur“ Natur- und Umweltschutzarbeit liegt Willi Hennebrüder seit mehreren Jahrzehnten am Herzen. Auf der Streuobstwiese am Lindenhaus steht die nächste Apfelernte an. NIKLAS BÖHMER Lemgo. Mit einer quietschgelben Gießkanne füllt Willi Hennebrüder die Wassereimer auf, um zumindest die Jungpflanzen auf der Streuobstwiese am Lindenhaus bei brütender Mittagshitze mit ausreichend Flüssigkeit versorgen zu können. Unterdessen tummelt sich eine Herde aus etwa 40 Bentheimer Land- und Ostfriesischen Milchschafen im Schatten. Das Thermometer hat spät im August einmal mehr die 30 Grad geknackt. Ein Zustand, der dem Dürresommer vor vier Jahren gefährlich nahekommt. Willi Hennebrüder lässt seinen Blick über die trockenen Gräser schweifen, in denen ringsum wertvolles Fallobst herumliegt. Für gewöhnlich beginnt die große Apfelernte erst ab Mitte bis Ende September. Doch der momentane Zustand lässt das langjährige BUNDMitglied der Ortsgruppe Lemgo nur mit dem Kopf schütteln. So „einfach“ helfen wie den Neupflanzungen kann er den unzähligen, ausgewachsenen Apfelbäumen in dieser Zeit nicht. Seinen Worten ist leichte Resignation zu entnehmen: „Wir haben hier eine Notreife. Normalerweise müssten wir jetzt schon die ganzen Äpfel einsammeln und mosten.“ Ein zeitlich wie körperlich hoher Aufwand, der für die allermeisten Mitglieder schlichtweg nicht zu bewerkstelligen sei, vor allem nicht bei dieser Witterung. Die Jungpflanzen – Willi Hennebrüder deutet mit dem Finger auf die seltene, österreichische Königspflanze, die hier vor Kurzem erst ihr neues Zuhause fand– kämpftenderzeit ums Überleben, mindestens einmal die Woche müssen sie gewässert werden. „Jahrelang hatten wir damit nie Probleme, mit der Trockenperiode 2018 kam eine neue Dimension. All das ist Klimawandel pur.“ Gerne würde er wissen,wievieleSetzlingevondergroßenAufforstungimLemgoerWaldbis heute überlebt haben. „Fragen Sie dochmal die Stadtförsterei. Ich schätze, 80 Prozent haben es nicht.“ Eine weitere Sorge, die ihnumtreibt, ist der Obstbaumsplintkäfer. In Thüringen habe diese Unterfamilie des Borkenkäfers bereits gewütet. In einem Monat schaffe es der Splintholzkäfer, komplette Streuobstwiesen auszumerzen.WürdendessenLarven inÄsten gefunden, müssten diese bis auf den Stamm abgeschnitten und eingesammeltwerden, im„WorstCase“fallen ihm ganze Bäume zum Opfer. „Noch haben wir die Hoffnung, hiervor verschont zu bleiben“, sagt Willi Hennebrüder – ehe ihn das laute Blöken der Schafe unterbricht. Ein dunkelgrüner Pickup fährt den Zaun am Lindenhaus entlang. „Es ist beileibe nicht das einzige Auto, aber nur dieses interessiert sie“, erzählt Willi Hennebrüder lächelnd. Kein Wunder: Es ist Schäferin Karla Ebert, die gemeinsam mit ihremMann einen weitläufigen Biolandbetrieb am Rand des Stadtwaldes bewirtschaftet. Seit einigen Jahren schon beweiden ihre Schafe die Streuobstwiese. Einen besseren Dünger gebe es schließlich nicht, betont Hennebrüder. Und ist die Apfelernte erst einmal geschafft, wird der daraus gewonnene, naturtrübe „Bio-Streuobstwiesen-Apfelsaft“ unter anderem bei ihr im Hofladen verkauft. Eine Kooperation, die für beide Seiten fruchtet. Auch wenn der BUND Lemgo den diesjährigenApfeltag streichenmusste, wird natürlich trotzdem geerntet. Zwischen fünf und zehn Tonnen Äpfel kommen hierbei jährlich zusammen. Es gibt zwei Schüttelgruppen und viele ebenso fleißige Mitglieder, die die 100 verschiedenen Sorten Äpfel aufheben und auf einen Traktoranhänger schütten. „Freitag wird geerntet, Samstag geschüttelt.“ Verarbeitet wird das Ganze schließlich in der Mosterei der Lebenshilfe Detmold. Keine vier Tage später ist alles in Flaschen abgefüllt und bereit für den Vertrieb im lokalen Handel. Seit „Fragen Sie doch mal die Stadtförsterei“ Freitag wird geerntet, Samstag geschüttelt Jeder Apfel auf der Streuobstwiese hat seine ganz eigene Geschmacksnote: Willi Hennebrüders bevorzugte Sorten sind die Biesterfelder Renette, Damasonrenette und der Tannenkrüger. FOTO: NIKLAS BÖHMER LemGO 10 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

1989 wird die Obstwiese am Lindenhaus schon vom BUND betreut. Neben dem Lebensraum für Vögel und Insekten geht es den Mitgliedern vorallemdarum,alteundlokaleObstsorten zu erhalten. Keine geläufige Supermarktware wie „Pink Lady“, „Gala“oder „Braeburn“, sondernÄpfel, die nachweislich mehr Polyphenole enthalten und daher vor für allem Allergiker geeignet sind. Diese kommen in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vor, sind gesundheitsfördernd und in wesentlich größeren Mengen in alten Apfelsorten vorzufinden. „Leider lassen sich zu viele Menschen vomAussehen blenden“, konstatiert Willi Hennebrüder, während er mit dem „Damasonrenette“ eine seiner Lieblingssorten von einem überwiegend ausgehöhlten Baum pflückt, der in jedem Privatgarten wohl der Kettensäge zumOpfer gefallen wäre. Mit ihrer grünbraunen, rauen Schale ist diese uralte französische Sorte auch wahrlich kein Blickfang, weiß dafür aber mit ihrem süßweinsäuerlichen Geschmack zu überzeugen – und sei für Apfelallergiker meist verträglich. „Optimal schmeckt sie allerdings erst nach zwei bis drei Monaten Lagerung“, weiß Hennebrüder. Woher seine Passion für Äpfel kommt? „Ich bin vorbelastet. Mein Vater war lange Obstbauer in Wassenberg,bis schließlichdieSüdfrüchte denMarkt überschwemmten“, erzählt Willi Hennebrüder, der seit 1995 in Lemgo wohnt, bis zu seiner Pension Wirtschaftswissenschaften amHanseBerufskolleglehrteundseit über 40 Jahren Natur- und Umweltschutzarbeit leistet. „Es ist schon irgendwie traurig, dassman so sehr für gewisse Dinge kämpfen muss“, stellt er fest. Aber: „Wenn die Leute verärgert sind, weil eine Naturoase zu einem Naherholungsprojekt umgewandeltwerden soll, verzeichnenwir beim BUND Lemgo einen Mitgliederzuwachs.“ Gleichwohl sei noch viel Luft nach oben: „In Bayern oder Baden-Württemberg ist unsere Mitgliederzahl schon zehnmal so hoch wie inNRW.“ So sehr derKlimawandel die Natur auch vor Probleme stellt, Willi Hennebrüder wird Lemgos Streuobstwiesen weiter hegen und pflegen. Aus Liebe zur Umwelt, zurNatur –undnatürlich zudenÄpfeln. Umfassende Informationen zur Natur- und Umweltschutzarbeit der Lemgoer BUNDGruppe gibt es auch im Netz: www.bundlemgo.de Viel frisches Obst:Zwischen fünf undzehnTonnenÄpfel kommen jedes Jahr bei derErnte auf denbeidenStreuobstwiesendesBUNDinLemgo zusammen–eine schweißtreibende Arbeit. FOTO: WILLI HENNEBRÜDER Experte: Auf der Streuobstwiese amLindenhaus kennt sichWilliHennebrüder bestens aus. Auch bei der Apfelernte packt der Pensionär an, der nach eigener Aussage seit 40 Jahren Natur- und Umweltschutzarbeit leistet. FOTO: NIKLAS BÖHMER LemGO 11 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

Therapien für Groß und Klein Die Physiotherapie-Praxis Harder bietet moderne Behandlungsmethoden für Erwachsene als auch Kinder und Babys. Dafür bilden sich Andreas Harder und sein Team ständig weiter. Lemgo-Kirchheide(am). Andreas Harder und sein Team sind immer bemüht, ihrePatientenbestmöglichzuunterstützen. Entsprechend wird das Leistungsspektrum der Physiotherapie-Praxis Harder kontinuierlich erweitert und dem Bedarf angepasst. So hat sich Physiotherapeutin Alexandra Harder-Victor zum Beispiel auf die BeckenbodenTherapie spezialisiert. Diese ganzheitliche, funktionelle Therapie kommt bei Frauen und Männern zum Einsatz und wird notwendig bei z.B. Harn- und Stuhlinkontinenz, Organsenkung (Gebärmutter/Blase/Darm),nachOperationen (Dammschnitt, Prostata-, Gebärmutterentfernung, Endometriose). Und natürlich spielt sie bei Schwangerschaft und nach der Entbindung eine wichtige Rolle. Kollegin Lena Ottensmeier hingegen hat sich zur Kinder-Bobath-Therapeutin weiterqualifiziert. Sie setzt das bewegungstherapeutische Konzept bei Kindern um, die aufgrund neurologischer Funktionsstörungen motorische Beeinträchtigungen haben, halbseitig gelähmt sind oder an Spastiken in den ArmenundBeinen leiden. „NatürlichwendenwirdieBobath-TherapieauchbeiErwachsenen mit MS oder nach einem Schlaganfall an“, betont Praxisinhaber Andreas Harder. Er selbst ist nicht nur Physiotherapeut, Manualtherapeut und Chiropraktiker, sondernseitdiesemJahr auch Osteopath und Heilpraktiker für Physiotherapie. Damit steht er sowohl Patienten mit ärztlicher Verordnung als auch Selbstzahlern zur Verfügung. Stark ist das Harder-Team auch im Bereich Kurse. Dazu gehören Rückenschule, Nordic Walking, Kurse zur Geburtsvorbereitung sowie Postisometrische Relaxation. Lymphdrainage, Manuelle Therapie, neurologische Behandlungen, Baby-Massagen, Dorn-BreussMassagen und vieles mehr runden das Leistungsspektrumab. Kontakt: Physiotherapie-Praxis Harder Salzufler Straße 91 32657 Lemgo Tel. 05266/923738 info@physio-harder.de www.physio-harder.de Team für alle Fälle: Andreas Harder, Lena Ottensmeier (links), Alexandra Harder-Victor (rechts) und Swetlana Tissen (Empfang und Büro). FOTO: ALEXANDRA HARDER-VICTOR PR-Anzeige Rezept: „Omas duftender Apfelkuchen“ Zutaten: • 500 g Mehl • 1 TL Backpulver • 140 g Zucker • 2 Eier • 250 g Butter • 1 TL Vanillezucker • 100 ml Apfelsaft • 20 ml (20 cl) Cognac Für den Guss: • 100 g Puderzucker • 2 EL Apfelsaft zum Bestreichen • 1 kg Äpfel (Jakob Level) schälen und würfeln • Spring- oder Tarteform (26 cm Durchmesser), Fett für die Form Zubereitung: • Mehl mit Backpulver mischen und auf die Arbeitsfläche sieben. Zucker und Eier dazugeben. Die kalte Butter in kleinen Stücken darauf verteilen. Alle Zutaten rasch zu einem Teig verkneten. In Frischhaltefolie einschlagen und imKühlschrank etwa eine Stunde kühlen. • Apfelwürfel mit Vanillezucker mischen. Den Apfelsaft und Cognac zusammen in einem Topf erhitzen. Die Apfelwürfel darin andünsten. Den Backofen auf 180 Grad Celsius (Umluft 160) vorheizen. • Zwei Drittel des gekühlten Teiges auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die Form einfetten, Teig auslegen und einen etwa drei Zentimeter hohen Rand formen. Den Boden mehrmals mit einer Fabel einstechen. Die Apfelmasse darauf verteilen. • Den übrigen Teig dünn ausrollen, die Apfelmasse damit bedecken und den Rand leicht andrücken, 20 bis 25 Minuten goldbraun backen. Puderzucker mit Apfelsaft verrühren und den warmen Kuchen damit bestreichen. Lecker: Für das Buch „Unser großes Apfelkochbuch“ (von Eckart Brandt und Judith Bernhard) steuerte Heike Bergmann ihr beliebtes Kuchenrezept bei. FOTO: BUND LEMGO LemGO 12 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

Wenn Strom richtig gut tut Mittels EMS lässt sich leicht und schnell ein effektives Ganzkörpertraining durchführen. Möglich wird dies, indem man sich ein natürliches Prinzip zunutze macht. Lemgo (qdt). 20 Minuten – mehr brauchtesnicht füreineffektivesTraining, um fit zu werden und zu bleiben.Klingtunglaublich?Istaberwahr. Das Zauberwort dazu heißt EMSTraining, wie das Team des Sportpunkts in Lemgo versichert und auf mehrere Studien in dem Bereich verweist. Dahinter verbirgt sich die gezielte Stimulation von Muskeln mittels elektrischer Impulse. Dieses Prinzip ist dem Körper ja nicht unbekannt, denn schließlich läuft die Kommunikation zwischen GehirnundMuskelnimmerüberderartige Impulse. Bei der Elektromyostimulation – kurz EMS –macht man sich dieses Prinzip zunutze und verstärkt es gewissermaßen. Dazu trägt der Trainierende einen Ganzkörperanzug,dermittelsElektrodenüberangefeuchtete Pads die Stromimpulse auf die Haut und von dort direkt zu den Nervenenden leitet. Der Vorteil dieser Methode: Anders als bei den „herkömmlichen“ Methoden zum Muskeltraining wird beimEMS nicht nur ein Muskel oder eine bestimmte Gruppe trainiert, sondern alle großen Muskelgruppen gleichzeitig. Zudemhat das EMS in den vergangenen Jahren einen Wandel durchlaufen, dennnebeneher statischenhabensich mittlerweile auch dynamischere Übungen etabliert. Wermehr über EMSwissenmöchte, kann sich an die Fitnessexperten vom Lemgoer Sportpunkt wenden. Sie beantworten gerne alle Fragen, ebenso besteht die Möglichkeit eines Probetrainings. Übrigens: Die Profis betonenundversichern, dass EMS für gesundeMenschenabsolut ungefährlich ist. Ungeeignet ist es nur bei gewissen Krankheiten, die werden aber vorab abgefragt. Kontakt Sportpunkt GmbH Steinweg 43 32657 Lemgo Tel. 05261/187297 info@sportpunkt-lemgo.de www.sportpunkt-lemgo.de Impulse: Die EMS-Methode nutzt Strom, um Muskeln zu stimulieren. So lässt sich schnell eine Effektivität feststellen. FOTO: SPORTPUNKT LEMGO PR-Anzeige Seit über 140 Jahren in Lemgo! Seit über 140 Jahren in Lemgo! Seit über 140 Ja in Lemgo! Seit über 140 Jahren in Lemgo! Seit über 140 Jahren in Lemgo! www.tasche-raumausstattung.de Sonnenschutz Terrassenüberdachungen Glashäuser Wintergärten Glas-Faltwände Fenster & Türen Einbruchschutz Thomas Streit GmbH & Co. KG Weststraße 35 I 32657 Lemgo fon 05261 96690 mail info@streit-lemgo.de streit-lemgo.de 50 Jahre Meisterbetrieb JAnzeigen Ihr Mediaberater für Lemgo: Jan Kreienmeier (05261) 946621 JKreienmeier@LZ.de 21042101_800122 21144101_800122 21458101_800122 LemGO 13 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

Naturschutz ohne Blaupause Einst Acker, heute öffentlicher Naherholungsort: Geschäftsführer Ralf Gerke hat den Staff-Landschaftspark zu dem geformt, was er heute ist – ein Lemgoer Vorzeigeprojekt. NIKLAS BÖHMER Lemgo. Das Misstrauen war groß. Als die Stiftungsgründer Alfred und Werner Staff Anfang der 90er Jahre die lange Zeit landwirtschaftlich genutztenFlächenamnördlichenSiedlungsrand erwarben, witterte die Nachbarschaft dahinter reine Grundstücksspekulation. „Das ist heute aber alles kein Thema mehr“, sagt Ralf Gerke schmunzelnd, während er auf der Empore des malerisch liegenden Stiftungssitzes in der Waterfohr in seinem Espresso rührt. Heute, gut 30 Jahre später, ist der Landschaftspark aus dem Lemgoer Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Das über die Jahre auf rund 25 Hektar angewachsene Areal „dient aber nicht nur der Naherholung, sondern und vor allem auch als Naturschutzzelle“, betont der 64-Jährige. Seit knapp einem Vierteljahrhundert trägt er als Geschäftsleiter der Staff-Stiftung dafür Sorge, dass der Stiftungsgedanke weitergetragen wird: Natur- und Landschaft zu schützen, zu pflegen und Kunst zu fördern. „In unserer zersiedelten Landschaft sind naturbelassene Biotope sehr wichtig“, stellt Ralf Gerke heraus, während er darüber spricht, dass der Landschaftspark eben nicht ausschließlich den Zweck erfülle, seine Besucher unentwegtmit reicher Blüte zu ergötzen. „Er durchläuft mehrere Phasen, in denen er zwar nicht immer vor Attraktivität strotzt, dafür andere wichtige Funktionen als Lebensraum und Nahrungsquelle vieler Vögel und Insekten übernimmt. Wir sind nicht auf kurzfristige Effekte aus, sondern auf Nachhaltigkeit.“ Als Beispiele nennt Gerke Distelfinken, die sich unter anderem von den Samen der Unkräuter ernähren, oder die eher unspektakulären Feldgehölze, die den KleintierenundVögeln jedochSchutzund Nahrung bietet. „Die Entwicklung hin zum Naturbiotop ist für uns ein Lernobjekt gewesen. Es gab keine Blaupause, was gute, aber auch weniger gute Erfahrungen nach sich gezogen hat“, blickt Ralf Gerke auf die Anfänge zurück. Wiesenkahlschläge gehören im Landschaftspark längst der Vergangenheit an. Allein dadurch habe der Artenreichtum erheblich zugenommen: „Das Mähen ist kleinteiliger und dadurch aufwendiger geworden, aber so bieten sich der Tierwelt immer Ausweichmöglichkeiten“, sagt Gerke. Nicht erst seit gestern beschäftigt die Stiftung deshalb eigene Gärtner, investierte in eigene Gerätschaften. Das hat auch wirtschaftliche Gründe, schließlich misst der Landschaftspark inzwischen das Vierfache, „und hat mit gut 25 Hektar die wohl größtmögliche Ausdehnung erreicht“. Inzwischen beliefen sich dieUnterhaltungskosten auf gut eine Viertelmillion Euro. „Als diese Stiftung gegründet wurde, ließ sich alles noch ehrenamtlich bewerkstelligen. Es gab kaum Projekte, dafür hohe Zinserträge und kaum Risiken“, erzählt der Vermögensverwalter und fügt an: „Heute ist es bekanntlich umgekehrt. Daher ist alles zeitaufwendiger und nervenaufreibender geworden.“ Gerade wird der alte Bauernhof am westlichen Ende des Parks umgebaut, der schon vor einiger Zeit in denBesitzder Stiftungwanderte.Der alte Schweinestall wurde abgerissen, an selber Stelle soll bestenfalls im nächsten Jahr ein 250 Quadratmeter großer Seminar- und Ausstellungsraumeröffnen. Die angrenzende Scheune dient künftig als Maschinenpark. Das gesamte Dach ist bereits mit Photovoltaik versehen und ins öffentliche Netz eingespeist, „um Lemgo einen weiteren Zentimeter vom Gas wegzubringen“, ergänzt Ralf Gerke schmunzelnd. Wie bei öffentlich zugänglichem Gelände üblich, muss Ralf Gerke auch immer wieder unschöne Dinge beobachten. Massenweise Zigarettenkippen, deren Verzehr für Vögel tödliche Folgen haben kann, gehörten ebenso dazu wie immer wieder vorkommende Trinkgelage. Nicht ohne Grund hat Ralf Gerke einen Sicherheitsdienst engagieren müssen. „98 Prozent der Besucher verhalten sich friedlich und reagieren auch bei Fehlverhalten verständnisvoll. Aber bei den übrigen zwei Prozent braucht es auch mal resolutes Auftreten“, sagt der Stiftungschef –wohlwissend, dass es sich hierbei um „Klagen auf hohem Niveau“ handele und kein Vergleich zu Parkanlagen in Großstädten sei. „Aber Alkoholleichen in hilflosem Zustand aus den Büschen ziehen zu müssen“, fügt Gerke an, „ist etwas, auf das man wirklich verzichten kann.“ Nachts gehöre der Park schließlich den tierischen Bewohnern. Am südlichen Ende des Staff-Landschaftsparks: Der alte Bauernhof ist seit Jahren schon im Besitz der Stiftung. Dort, wo einst ein Schweinestall stand, entsteht nun ein neues Gebäude für Seminare und Ausstellungen. FOTO: NIKLAS BÖHMER Ein Faible für Flora und Fauna: Als Geschäftsführer der Staff-Stiftung setzt Ralf Gerke für den Natur- und Landschaftsschutz sämtliche Hebel in Bewegung. FOTO: NIKLAS BÖHMER Unterhalt kostet eine Viertelmillion Euro LemGO 14 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

Wenn man als Unternehmen auf eine über 100-jährige Tradition zurückschauen kann, dann ist schon eine Art Gütesiegel. Mit diesem kann sich auch Auto-Weege schmücken. Seit den Anfängen hat das lippische Autohaus auf einfache, aber bei weitem nicht selbstverständliche Werte gesetzt, die es durch die Jahrzehnte trugen. Dazu zählen Qualität, Zuverlässigkeit ebenso wie Sorgfalt und Vertrauenswürdigkeit. „Die Kundenzufriedenheit ist unser oberstes Ziel“, bekräftigt auch Inhaber Joachim Weege, der das Unternehmen mit seiner Frau Barbara seit mehr als 25 Jahren führt. Und mit seiner Tochter AnnKristin steht bereits die vierte Generation bereit, eines Tages zu übernehmen. Doch zurück zu den Anfängen. Die liegen im Jahr 1919, als der Elektroingenieur Paul Weege in Sylbach ein Geschäft in seinem Elternhaus eröffnet. Hier bekommt man noch keine Autos, sondern Elektroartikel. 1922 wird der Laden in einen Neubau verlegt. Entscheidend für die weitere Firmengeschichte ist das Jahr 1925. Denn damals stieg Paul Weege in den Autoverkauf ein, im selben Jahr gliederte er seinem Unternehmen auch noch eine Fahrschule an. Weitere wichtige Marken in der Firmengeschichte waren außerdem: 1928: Die aufstrebende lippische Firma geht eine Partnerschaft mit dem Hersteller Ford ein, was sich angesichts der zunehmenden Motorisierung als kluge Entscheidung entpuppt. Diese Partnerschaft hält bis heute an. 1960: Ein weiteres Autohaus samt Werkstatt und Tankstelle wird in Lemgo eröffnet. 1969: Paul Weeges Sohn Herbert übernimmt als gelernter Automobilkaufmann die Firmenleitung. 1972: Der Lemgoer Standort wird modernisiert, unter anderem durch eine neue Werkstatthalle. Herbert Weege formt aus diesem sowie dem Verkaufsgeschäft in Sylbach ein leistungsstarkes Gesamtunternehmen. 1994: Die dritte Generation übernimmt das Ruder: Der heutige Inhaber Joachim Weege tritt in die Fußstapfen seines Vaters Herbert. 1995: Erste Erweiterung des Autohauses in Sylbach. 2014: Noch einmal eine Erweiterung des Standortes in Sylbach, dieses Mal kommt ein Nutzfahrzeugzentrum hinzu. 2016: Errichtung des Oldtimerparks am Lemgoer Standort inklusive dem Clubhaus „Boxenstopp“ als Treffpunkt für Oldtimerfans. 2021 hat Auto-Weege einmal mehr bewiesen, dass man Veränderungen nicht scheut und sich neuen Entwicklungen stellt. Analog zum Hersteller Ford, der sich seit einigen Jahren verstärkt auf die E-Mobilität konzentriert, zieht auch das Autohaus mit. So sind an beiden Standorten sechs Ladestationen installiert worden. Und die nächste Erweiterung im Angebot wartet schon: In diesem Jahr will Ford auch im Transportfahrzeugsektor batteriegetriebene Modelle auf den Markt bringen. Den Anfang macht hier der Klassiker Transit, der als E-Transit im kommenden Frühjahr auf den Markt kommen soll. Den gibt es natürlich dann auch bei Auto-Weege. Und übrigens: Das Autohaus ist derzeit noch auf der Suche nach Verstärkung. benötigt werden ausgelernte Kfz-Mechatroniker sowie Karosseriebauer. Auf eine Ausbildung zum Automobilkaufmann sowie zum Kfz-Mechatroniker können sich Interessenten ebenfalls bewerben. (qdt) Startpunkt: Mit dem Standort in Sylbach begann die Geschichte des Autohauses. Aus den kleinen Anfängen hat sich heute ein modernes Unternehmen mit einem weiteren Standort in Lemgo entwickelt. FOTO: FIVET COMMUNICATION/AUTO-WEEGE – PR-Anzeige – Verstärkung gesucht: Joachim Weege führt das Familienunternehmen in dritter Generation. FOTO: BENJAMIN MARQUARDT Kundenzufriedenheit als Tradition Trotz der Zukunft vergisst man bei Auto-Weege nicht seine Wurzeln 21381301_800122

Le Clou 2 Keiner kommt an ihm vorbei. „Bongo“ ist Kult. So wie sein Nokia-Handy. Eins aus der ersten Generation mit Klingelton „Attacke“. „Roland „Bongo“ Alteheld selbst ist einer aus der Generation, die mit Lemgos größter Kneipendichte gut klar kam. So gut, dass er als Student seine erste Kneipe öffnete. Mit 23 Jahren. Seine Inspiration: „Wenn ich schon so oft in der Kneipe bin, kann ich auch gleich eine eigene aufmachen.“ Damals, im Jahre 1973 und seinen „Wiener Stuben“ in der Schuhstraße mit Mamas Buletten und dem Glas Bier für 80 Pfennig war er der jüngste. Heute mit 71 Jahren ist er der älteste Kneipier. Knapp ein halbes Jahrhundert Gastronomie. Man sieht ihm nicht an, dass (fast) jeder schon einmal bei ihm auf ein Bier an der Theke saß. Auch nicht, dass er (fast) jeden Zapfhahn schon einmal in der Hand hielt. Sein Geheimnis verrät er mit einem Lächeln: „Ich habe nicht geraucht.“ Roth-Händle-Zigaretten ließen ihn so kalt wie die Engländer, die er in den „Out of Bounds“-Zeiten ab und an aus seinem Lokal weisen musste. Nach Le Clou (1976), dem legendären Club Franchipani und dem Café Ostertor (1982), Ratswaage (1984). Jovel (1998), Ratskeller (bis 2000) und All Inn (2008) ist er im Le Clou 2 angekommen. Es ist sein Wohnzimmer, aus dem er seit Eröffnung 2002 noch keinen rausschmeißen musste. Es und er sind ruhiger geworden. Die Kneipe ist dem Restaurant mit Barcharakter gewichen: „Früher wollten alle vor der Theke sitzen und keiner an einem Tisch. Wenn heute alle Tische belegt sind, gehen viele Gäste, bevor sie sich an die Theke setzen.“ Der Mann, der seinen ersten Caipirinha an der Copacabana mit einer TBV Lemgo-Delegation zum Aufstieg der Handballer in die erste Bundesliga 1983 zu sich nahm, scheint nicht müde zu werden, sich immer neu zu erfinden. Alles ist besser als Stillstand. „Im Lockdown bin ich wie Falschgeld rumgelaufen“, bekennt er. Zum Abschluss erzählt er dann die Geschichte von einemVater, der seinemSohn sagt, dass früher indenKneipennoch geraucht werden durfte, worauf der Sohn fragt: „Papa, was ist eine Kneipe?“ Wer Bongo ist, weiß in jedem Fall (fast) jedes Kind. Er ist einfach Kult. So wie sein alter Nokia-Knochen mit dem Klingelton „Attacke“. Das „Le Clou 2“ ist täglich von 17.30 bis 0 Uhr, freitags und samstags bis 2 Uhr geöffnet. Auf Kneipentour durc In den 1970er Jahren hatte Lemgo mehr Kneipen als Düsseldorf und war die Stadt in NRW mit der größten schön, durch die Stadt zu ziehen. LZ-Mitarbeiterin Judith Stracke stellt vier Beispiele von Gastronomen Weite Welt Nur ein paar Bierdeckelwürfe von „Bongo“ entfernt ruft die „Weite Welt“ und in ihr die nächste Generation von Lemgos Kneipenkultur. Als EricMenze (seinKindheitstraumwar schon immer eine eigeneKneipe) und die Brüder Juri und Timur Gajtukiew 2018 die Chance bekommen, das Haus der Biere zu übernehmen, müssen sie nicht lange überlegen. Sie sind ja bereits dort Stammgäste. Außerdemkennensichdiedreinichtnurvon der Zapfsäule, sondern seit frühster Kindheit vom Fußballplatz des TuS Brake und vom Schulhof. Als „Nachbar Bongo“ seine erste Kneipe öffnete, waren sie zwar noch nicht einmal in Planung. Doch Plan haben die drei ziemlich besten Freunde nicht nur, wenn es darum geht, ihren Gästen einen schönen Abend zu schenken. DieJungs sindbelastbar.WährendJuri (Jahrgang 1986) Inhaber der Spirituosen-Destillerie Schöttker ist, bei der Eric (mit 35 Jahren ein Jahr jünger) imVertrieb arbeitet, steht Timur (38) seinen Mann im Designunternehmen KFF. Wie man(n) die Doppelbelastung hinbekommt ? „Mit Leidenschaft und einem vertrauensvollen Personal“, sagen sie. Personal, das sie in der Pandemieweiter bezahlt haben, auch wenn sie als reine Kneipe nicht außer Haus verkaufen konnten. „Das Bedrückendste in der Zeit war, unseren Laden immer leer zu sehen“, sindsiesicheinig.Einigkeitauch überdenSprungvomStammgastzum Chef: „Es ist unsere Stammkneipe geblieben. Die Thekenchefinhat das Sagen. Wir sind präsent und helfen, wenn es nötig ist.“ Mit rund 25 verschiedenen Sorten Bier, sechs Zapfhähnen, wobei zwei stetig wechseln, sowiemit der größtenWhiskey-,Ginund Rumauswahl der Stadt fühlen sich die Junggastronomen für die Zukunftgutaufgestellt.Nochbesser läuft es nur zu Hause. Eric ist Bongos Schwiegersohn in spe und ist so ganz nebenbei Co-Trainer der 1. FußballSeniorenmannschaft des TuS Brake. Juri und Timur sind stolze Familienpapas.Fußball istdannauchdasStichwort für das, was die Weite Welt zur Sportsbar Nummer 1 gemacht hat: Es ist die einzigeKneipe in Lemgo, in der noch alle Spiele gezeigt werden. KnobelnundKniffeln stehen ebenso hoch im Kurs. So wie der Spieleabend mit Nils Beckmeier vom Spielwarengeschäft„Niehaus“.MittwochbleibtAstra-Tag (jedes Astra-Bier gibt es dann für 1,50 Euro). Bingo, Karaoke und Quizabende sind geplant. „Kneipe ist ein Ort, um sich wohl zu fühlen und darf nicht zum Luxus werden.“ Dafür ruft in Lemgo dieWeiteWelt. Die „Weite Welt“ ist montags bis donnerstags von 17 bis 0 Uhr geöffnet, freitagsvon17bis2,samstagsvon15bis2Uhr sowie sonntags von15bis 22Uhr. Kult: Roland „Bongo“ Alteheld, „Le Clou 2“. FOTOS: JUDITH STRACKE Starkes Trio: (von links) Juri Gajtukiew, EricMenze un d Timur Gajtukiew, „Wei- te Welt“. Lem 16 FREITAG 16. SEPTEMBER 2022

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