Wir in Bad Salzuflen

Verlagsbeilage · Samstag, 13. August 2022 MAGAZIN Geschichten, Porträts und Freizeittipps aus der Kurstadt Wir in Bad Salzuflen

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Editorial Lebens- und lesenswertes Bad Salzuflen Liebe Leserinnen und Leser, in Ihren Händen halten Sie eine Premiere. Das neue Magazin „Wir in Bad Salzuflen“ will interessante Menschen aus der Kurstadt porträtieren, will zeigen, was die Stadt mit ihrer Jahrhunderte zählenden Geschichte bietet und Tipps für Einkauf, Freizeit, Ehrenamt und Co. geben. So wird in dieser Ausgabe unter anderemdiewertvolle Arbeit der Recyclingbörse und des Vereins „awb“ (Arbeit-Werkstatt-Bildung) vorgestellt, der unter anderem den Ruderbootverleih auf dem Kurparksee (siehe Titelfoto) betreibt. Auch gibt es Tipps, welche Dinge man in Bad Salzuflen ohne Eintrittsgeld erleben kann. Wie sieht ein Arbeitstag eines Salzufler Feuerwehrmanns aus? Auch das ist Thema in diesem Magazin. Die Redaktion schaut ferner hinter die Kulissen heimischer Hotels, porträtiert Einzelhändler, und der Bürgermeister nimmt Stellung zu seinen Zielen für die Stadt. Alles in allem will dieses Magazin zeigen, wie lebenswert Bad Salzuflen ist – und lesenswert. Haben Sie eventuell Anregungen für weitere Geschichten oder kennen Sie Menschen, die in der LZ oder im nächsten Magazin „Wir in Bad Salzuflen“ porträtiert werden sollten? Dann schreiben Sie uns doch eine Mail an salzuflen@lz.de. Die Redaktion freut sich über jede Anregung. Aber jetzt erst Mal viel Spaß beim Lesen dieses Magazins. Herzlichst, Thomas Reineke LZ-Redaktion Bad Salzuflen Inhalt Seiten 4-5: Ein Blick hinter die Kulissen der „Recyclingbörse“. Seiten 6-7: Mit dabei bei einer 24Stunden-Schicht der Feuerwehr. Seiten 8-9: Kostenlose Erlebnisse in der Kurstadt. Seite 13: Großprojekte stehen in den Startlöchern. Seite 14: Bürgermeister Dirk Tolkemitt im Porträt. Seite16-17:Bad Salzuflenund Schötmar vor 100 Jahren. Seiten 18-19: Einzelhändler im Kurzporträt. Seite 20: Der „Hortus Vitalis“ ist mehr als ein Irrgarten. Seite22:Veranstaltungsübersicht für das restliche Jahr 2022. Seite 26: In Wüsten wird das Dorffest vorbereitet. Seite 28: Ein Besuch samt Selbstversuch in der Salzgrotte. Seite 30: Der Verein „Arbeit-Werkstatt-Bildung“ stellt sich vor. Seiten 32-34: Wie Salzufler Hoteliers der Krise trotzen. Im September wird es wieder ein Kiliansfest im Zentrum von Schötmar geben. Das erste seit 2019. ACHIVFOTO: THOMAS REINEKE IMPRESSUM „Wir in Bad Salzuflen“ ist ein Magazin der Lippischen Landes-Zeitung Lippischer Zeitungsverlag Giesdorf GmbH & Co. KG, Ohmstraße 7, 32758 Detmold, Tel. (05231) 911-0 Geschäftsführer: Rainer Giesdorf, Max Giesdorf Chefredakteur: Dirk Baldus Anzeigenleitung: Ralf Büschemann (verantw.), Christian Erfkamp Gestaltung Titelseite: Lippisches Medienhaus Giesdorf GmbH & Co. KG, Ohmstraße 7, 32758Detmold, Tel. (05231) 911-196. FotoTitelseite: Staatsbad Salzuflen GmbH/S. Strothbäumer Redaktion und Layout: Salze Medienagentur GmbH, Hoffmannstraße 6 a, 32105 Bad Salzuflen, Tel. (05222) 9311-0. Koordination: Thomas Reineke Mitarbeiter dieser Publikation: Sandra Castrup, Georg Kälble, Sven Kienscherf, Alexandra Schaller. Druck & Verarbeitung: Bruns Druckwelt GmbH & Co. KG, Trippeldamm 20, 32429 Minden. „Wir in Bad Salzuflen“ liegt der LZ am 13. August 2022 bei. Wir in Bad Salzuflen 3 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Spenden, stöbern, fündig werden Die „Recyclingbörse“ in Schötmar gibt gebrauchten Sachen seit sieben Jahren eine zweite Chance. Leitung Sylvia Gabler erzählt von spendenfreudigen Salzuflern und gibt einen Blick hinter die Kulissen. ALEXANDRA SCHALLER Bei SylviaGabler (53) ist jederTag ein bisschen wie Weihnachten. Wenn sie mit ihren Mitarbeitern die Kisten auspackt, die ihr die Salzufler prall gefülltmit Spenden vorbeibringen, dann kann man nie wissen, was diesmal zumVorscheinkommt. Eine teure Vase? Ein Designeroberteil? Oder vielleicht ein paar Schwimmnudeln? Tagtäglich geht das in der „Recyclingbörse“ an der OttoHahn-Straße in Schötmar so. Sylvia Gabler leitet den Second-Hand-Laden seit 2015 und ist damit von Beginn an mit dabei. An diesem Nachmittag dauert es gar nicht lange, da klingelt es auch schon am Nebeneingang. Während ein Mann Bilderrahmen hereinträgt, bringt eine ältere Frau einen großen Karton vorbei. „Vielleicht komme ich noch mal wieder“, ruft sie und ist schon wieder weg. MitarbeiterAndreas (59)ist erst seitKurzem Teil des Teams. Er nimmt die Kiste an und sichtet den Inhalt: Vasen, Gläser, ein Föhn – es kommt einiges zum Vorschein. „Es ist immer eine Überraschung“, sagt er und wickelt das nächste Teil aus. Jeder darf bei der „Recyclingbörse“ Spenden abgeben – genauso, wie hier jeder einkaufen darf. „Die Salzufler spenden täglich so viel“, freut sichSylviaGabler. InersterLinie sind es Textilien, darunter Kleidung, Tischdecken, Bettwäsche, Handtücher oder Schuhe – auf Stangen oder in Regalen werden die Waren zunächst im Lager vorsortiert. Anschließend sichtet sie ein Mitarbeiter, es werden Preise festgelegt, Etiketten aufgeklebt. Danach wandern die Waren in den Verkaufsraum. Eine Besonderheit am Standort: „Wir haben hier besonders viel Markenware“, erzählt Sylvia Gabler und fischt gezielt eine Jacke von Jack Wolfskin vom Kleiderständer. Hier kann man das ein oder andere Schnäppchen machen. „Man merkt, dass in Bad Salzuflen doch viele betuchtere Menschen leben“, sagt sie. Im Verkaufsraum ist derweil einiges los: Frauen stöbern durch die Kleidungsstücke, ein Mann schmökert durchs sortierte Bücherregal – Ordnung ist Sylvia Gabler besonders wichtig, stolz zeigt sie auf die ordentlich drapierten Auslagen. Was aktuell richtiggut läuft?Kleidungaus den 1970er und 80er Jahren bei jungen Mädels, erzählt Sylvia Gabler. Das ist einfach gerade „in“. „Man darf da nicht nach dem eigenen Geschmack gehen“, sagt sie und lacht. Während der Großteil des Verkaufsraums von Textilien – vor allem für Frauen – eingenommenwird, gibt es neben Büchern, CDs und DVDs auch Taschen, Deko, Geschirr, Schmuck, Kleinelektro und sogar einengroßenTeddybär und eineGartenliege zu entdecken – ein paar Skier undeinFernseherwartennoch imLager. „Bei Elektroartikeln prüfen wir vorher, ob sie funktionieren“, erklärt Andreas, der nach wie vor dabei ist, hinterdenKulissendieWarenzusichten und vorzusortieren. Es gibt kaum etwas, was es hier nicht gibt, vieles davon sind EinzelSylvia Gabler leitet die Recyclingbörse in Schötmar. Sie legt viel Wert auf Ordnung und Dekoration und achtet darauf, dass die Ware im Second-Hand-Laden immer ansprechend ausgestellt ist. FOTOS: ALEXANDRA SCHALLER Spenden aller Art werden in Kartons vorbeigebracht... ...der Inhalt wird anschließend thematisch im Lager vorsortiert... ...und danach samt Preisschild in der Verkaufshalle angeboten. Öffnungszeiten Die „Recyclingbörse“ in Schötmar in der Otto-Hahn-Straße 9799 hat Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 9.30 bis 14 Uhr geöffnet. Spendenannahme ist immer im gleichen Zeitraum möglich – sie befindet sichallerdings seitlicham Gebäude in Richtung Getränkemarkt. Dort ist eine Klingel angebracht. (als) Wir in Bad Salzuflen 4 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

stücke. „Nur Pelze, Matratzen und Teppiche nehmen wir aus hygienischen Gründen nicht an“, sagt Sylvia Gabler. Auch Möbel müssen die Mitarbeiter ablehnen – dafür reicht der Platz in der kleinen, insgesamt gut 400 Quadratmeter großen Cityfiliale einfach nicht aus. Platz für größere Spenden ist dafür aber inHerford:Hier liegt derUrsprungder „Recyclingbörse“unddes Trägervereins „Arbeitskreis Recycling“. 1984 wurde das erste Second-Hand-Kaufhaus in der Nachbarstadt eröffnet. Über die Jahre ist das Angebot stetig erweitert worden – heute gibt es vier größere und vier kleinere Filialen in Herford, Bielefeld, Bünde, Löhne, Spenge und eben seit 2015 auch in Bad Salzuflen. Sylvia Gabler, verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, sie kam durch Zufall dazu: Die gelernte Friseurin und Kosmetikerin brauchte vor einigen Jahren eine neue Herausforderung – sie fand sie zunächst alsVerkäuferinineinemOutlet ander Otto-Hahn-Straße. Als der Laden schließen musste, wurde sie von der „Recyclingbörse“ zusammen mit den Räumen übernommen – und wurde direkt Filialleitung. „Es passte einfach“,erinnertsiesich.Sieselbstkannte die Börse unddas Konzept ausHerford, war dort selbst Kundin – die Second-Hand-Idee ist genau ihr Ding, sagt sie. Aktuell hat sie drei Kollegen an ihrer Seite, die alle über die Arbeitsagentur gefördert werden. Denn ein Ziel des Trägervereins war es neben dem ökologischen Aspekt von Anfang an, Langzeitarbeitslosen wieder eine Perspektive zu geben und sie bestenfalls dauerhaft ins Arbeitsleben zu integrieren. Das funktioniert zwar nicht immer – aber es gibt sie, die kleinen Erfolgsgeschichten. „Einige Mitarbeiter wurden nach Ablauf der Förderung direkt übernommen“, erzählt Sylvia Gabler. Sie selbst reizt am Job vor allemder Umgang mit den Menschen – jeder Tag ist anders. „Die Börse wurde von Anfangangutangenommen“,sagtsie. Und das sowohl von betuchteren, als auch von weniger betuchten Kunden – ob Jung, ob Alt, es ist für jeden etwas dabei. Zudem stellt Sylvia Gabler fest, dass durch Corona und die aktuellenPreissteigerungendeutlichmehr Gäste kommen. „Wir haben viele Neukunden.“ Manch einen kostet es zwar noch ein wenig Überwindung, Waren aus zweiter Hand einzukaufen. Doch immer mehr wollen weg von der Wegwerfgesellschaft und setzen bewusst auf Second-Hand. Und manche Kunden können gar nicht glauben, dass sie hierArtikel aus zweiter Hand erwerben. „Das sieht man ja garnicht“,hörtSylviaGablersooft,erzähltsiefasteinbisschenstolz.Sokann es für sie und ihr Team weitergehen. Im Lager warten auf jeden Fall die nächstenKistendarauf, ausgepacktzu werden. Welche Überraschung wohl diesmal darinwartet? Nicht selten sind im Verkaufsraum auch Markenartikel zu finden – hier etwa eine Jacke von Jack Wolfskin, die für kleines Geld zu haben ist. 18577501_800122 Wir in Bad Salzuflen 5 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz Jannik Wiesekopsieker ist hauptamtlicher Feuerwehrmann bei der Salzufler Wehr. Er nimmt die Leser mit auf eine 24-Stunden-Schicht und erzählt von seinem Alltag. DANIEL HOBEIN Der Tag beginnt für Jannik Wiesekopsieker aus Holzhausen gegen 6 Uhr. Die Verabschiedung von seiner Freundin dauert heute etwas länger als sonst, denn sie wird ihn erst morgen früh wiedersehen. Jannik Wiesekopsieker ist hauptamtlicher Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen. Für ihn beginnt in diesem Moment eine 24-Stunden-Schicht. Angekommenauf derWache trifft er auf seine Kollegen, mit denen er den Tag und die Nacht verbringen wird.UnterFeuerwehrleutenistman per du – das macht das Arbeiten im Einsatzfall einfacher. Und wann der nächste Einsatz kommt, das weiß niemand. Nach der Schichtübergabe verabschiedet sich die „Schicht A“ in Richtung Feierabend. Wiesekopsiekers „Schicht B“ übernimmt jetzt und sorgt für den sogenannten Grundschutz in der Stadt. Gemeinsam mit sechs anderen hauptamtlichenKräftenrückensiealsErstes aus, wenn Menschen in Bad Salzuflen in Not sind und Hilfe benötigen. Der Dienstgruppenleiter teilt JannikWiesekopsieker auf das ersteHilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) ein. Er ist der sogenannteMaschinist und damit für die nächsten 24 Stunden für dieses Fahrzeug verantwortlich. Damit auch im Alarmfall alles funktioniert, erfolgt zunächst die Fahrzeugüberprüfung. Ist genügend Wasser im Tank? Sind alle Geräte am richtigen Platz? In einer Checkliste wird penibel abgehakt, ob alles da und einsatzbereit ist. Das gilt auch für Blaulicht und Martinshorn. „Einige Mitarbeiter von Firmen aus dem Industriegebiet nebenan warten bereits morgens darauf, bei unserer Fahrzeugüberprüfung das Martinshorn zu hören. Das gehört für sie inzwischenmit zumMorgenritual“, sagt der 28-Jährige und lacht. Und auch heutewerdendie sogenannten Sondersignale in Form von Blaulicht und Martinshorn geprüft. Mit Erfolg – es funktioniert alles. Und der Tag kann kommen. Um fit zu bleiben, findet neben dem wöchentlichen Dienstsport auch jeden Tag eine Übungseinheit für den Rücken statt – Pflichtprogramm für alle hauptamtlichen Kameraden. Auch Jannik Wiesekopsieker ist dabei undmacht die Übungen in der Fahrzeughalle mit. Als gelernter Mechatroniker ist er unter anderem für den gesamten Fuhrpark der Bad Salzufler Feuerwehr verantwortlich. Die rund 40 Fahrzeuge stehen dabei nicht alle auf der Feuerwache an der Oerlinghauser Straße, sondern sind im Stadtgebiet verteilt. Nach einer Mängelmeldung muss heute das Löschfahrzeug der Einheit Schötmar/Werl-Aspe in die Werkstatt. „Kleinere Reparaturen und Umbauten machen wir in der Regel selbst“, sagt Jannik Wiesekopsieker. Im akuten Fall muss die Fachwerkstatt helfen. Diesmal wird sich später zeigen, dass ein Defekt im Kühlsystem repariert werden muss. Für den 28-Jährigen und seine Kollegen geht es direkt weiter zum Gerätehaus Bad Salzuflen. Das Fahrzeug der dortigen Löschgruppe ist zu einer Wartung auf der Wache angemeldet. Auf der Feuerwache angekommen: ein Knacken im LautspreJannik Wiesekopsieker von den hauptamtlichen Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen kümmert sich mit seinen Kollegen zusammen um den gesamten Fuhrpark der Wehr. FOTOS: DANIEL HOBEIN/FEUERWEHR BAD SALZUFLEN Freiligrathstraße 11 32105 Bad Salzuflen Tel. 05222/96199-0 www.seniorenresidenz-obernberg.de Seniorenresidenz Am Obernberg Willkommen zu Hause! Schauen Sie doch einfach mal rein! 18367301_800122 18649901_800122 Wir in Bad Salzuflen 6 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

cher. Der nächste Alarm? Wiesekopsieker horcht auf – es ist allerdings nur die Durchsage eines Kollegen, ein Telefongespräch wartet. Frühstückspause für die Mannschaft. „Früher habenwir noch alle gemeinsam zusammengesessen, heute geht das nur auf Abstand“, sagt er. Die Feuerwehr als Teil der kritischen Infrastruktur hat unter Corona noch mehr an Bedeutung gewonnen. Auchwennes bei denEinsätzennicht immer mit dem nötigen Mindestabstand klappt, auf der Wache versuchen die hauptamtlichen Kräfte diesen einzuhalten. Daher gibt es auch das Frühstück auf Distanz. Zurück am Löschgruppenfahrzeug der Einheit aus Bad Salzuflen haben Jannik und seine Kollegen gerade eine defekte Abdeckung ersetzt, als kurz darauf das Alarmsignal aus den Lautsprechern tönt. In Holzhausen hat eine Spiritusflasche gebrannt, die hauptamtlichen Kräfte werden zur Nachkontrolle gerufen. Wiesekopsieker sitzt am Steuer des HLF. Ein Druck auf dem Tableau und das Blaulicht geht an. Das Tor fährt auf und wenige Sekunden später sind er und seine Kollegen auf dem Weg nach Holzhausen. Glücklicherweise haben die Bewohner des betroffenen Hauses das Feuer bereits selbst gelöscht, bevor größerer Schaden entstanden ist. Die Feuerwehrleute kontrollieren die Brandstelle nur noch mit der Wärmebildkamera. Alles gut gegangen diesmal, Einsatzende und zurück zur Feuerwache. Dochda funktdieLeitstelle inLemgo das HLF an. Die Polizei hat einen Telefonmasten entdeckt, der auf die Straße zu fallen droht. Die Mannschaft ist binnenwenigerMinutenvor Ort und beseitigt die Gefahr. „Bei unserem Job weiß man nie, was kommt“, sagt Jannik Wiesekopsieker. Die Kollegen nicken zustimmend. Um für das Abendessen versorgt zu sein, wird auf dem Rückweg zur Wache noch schnell bei einem Supermarkt angehalten. Das Feuerwehrfahrzeug steht dabei immer zum Ausrücken bereit, schließlich kann der nächste Alarm jederzeit über den Funkmeldeempfänger am Gürtel kommen. Doch es bleibt diesmal ruhig und das Grillfleisch wird zur Wache gebracht. Vor dem Essen ist aber zunächst erst noch Dienstsport angesagt: In der Turnhalle der benachbarten „Erich Kästner Schule“ wird Volleyball gespielt, das schafft Fitness und Teamgeist. Immer in Reichweite: Die Feuerwehrfahrzeuge, um im Einsatzfall schnell wieder durchstarten zu können. Zurück auf der Wache wird das Löschfahrzeug der Salzufler Einheit fertig repariert und zurückgebracht, ehe derGrill angefeuert wird.Würstchen und Steaks sind gerade fertig, als über die Lautsprecher der nächste Einsatz angekündigt wird. Die Leitstelle schickt die hauptamtlichen Kräfte zu einer Ölspur in Wüsten – das Essen muss warten. „Auch das gehört zu unserem Beruf dazu“, sagt JannikWiesekopsieker und sitzt wieder auf dem Fahrersitz des HLF – diesmal ohne Blaulicht und Martinshorn. Vor Ort ist die Ölspur schnell abgestreut, nur eine dreiviertel Stunde später sind die Kameraden zurück auf der Wache. Endlich Essenszeit. „Ohne Mampf, kein Kampf“, ist es aus dem Aufenthaltsraum zu hören. Jetzt beginnt die Bereitschaftszeit, JannikWiesekopsiekerundseineKollegenkönnenetwasdurchatmen.Zeit, kurz mit der Freundin zu telefonieren. Die Nacht bleibt auf der Feuerwache derweil nicht ohne Einsatz: Ein Senior ist in der Elkenbrede in seiner Wohnung gestürzt und kann nicht mehr selbstständig aufstehen. Der Rettungsdienst fordert die Feuerwehr nach. Wiesekopsieker und seine Kollegen sind binnen weniger Minuten vor Ort und schaffen über ein angelehntes Fenster einen Zugang zur Wohnung. Der Rettungsdienst übernimmt, doch die Feuerwehrleute helfen noch beim Transport des Seniors in den Rettungswagen – unter Kollegen hilft man sich eben, auch mitten in der Nacht. Zurück auf der Wache wird es langsam hell über der Kurstadt. Um 7 Uhr ist Schichtwechsel – und damit Feierabend für „Schicht B“. Für Jannik Wiesekopsieker geht es ab nach Hause und zu seiner Freundin. Bis zum nächstenMorgen, wenn der Dienst auf der Wache wieder Punkt 7 Uhr beginnt. Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) von Wiesekopsiekers Einheit wird derzeit für die Weiternutzung durch den Löschzug Schötmar/Werl-Aspe vorbereitet. Hierfür müssen einige Ersatzteile beschafft und eingebaut werden. Hilfe wird auch mitten in der Nacht benötigt ELEKTRO JOSUPEIT Hausgeräte ■ Beratung ■ Verkauf ■ Kundendienst Elektroinstallationen ■ EDV-Netzwerke ■ EIB-Installationen Alarm- / Telefon- / Antennen- / SAT-Anlagen Max-Planck-Straße 34 ■ Telefon: 05222/9212-36 32107 Bad Salzuflen ■ Telefax: 05222/9212-37 E-Mail: info@elektro-josupeit.de ■ Internet: www.elektro-josupeit.de 18484401_800122 18650601_800122 Wir in Bad Salzuflen 7 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Kostenlose Erlebnisse in Bad Salzuflen Die Kurstadt hat viel zu bieten. Und es gibt sogar diverse Möglichkeiten, allein oder mit der ganzen Familie spannende Stunden zu verbringen, ohne dafür Geld zu bezahlen. THOMAS REINEKE Freizeitparks können viel Spaß machen, aber ein Besuchmit der ganzen Familie kann richtig ins Geld gehen. Wer möchte, kann in Bad Salzuflen einen ganz anderen Weg einschlagen. Hier gibt es diverse Möglichkeiten, viele Stunden oder gar annähernd einen ganzen Tag Freizeit zu verbringen, ohne einen Cent dafür bezahlen zumüssen. Hier ein paar Tipps der Redaktion. Radweg mit Pfiff: Einer von bundesweit zehn Radwegen, die anhand von Schautafeln die moderne Landwirtschaft erklären, befindet sich in Bad Salzuflen. Start und Ziel der acht Kilometer langen Rundtour auf meist ebener Fläche ist das Saatzuchtunternehmen Syngenta Seeds, Zum Knipkenbach 20, auf der Domäne Biemsen. Ab hier warten zwölf große Infotafeln auf die Radler und natürlich auch auf Fußgänger. Entlang des Weges gibt es Infos zum „klugen Kuhstall“, zu neuen Wegen beim Klimaschutz, zu nachhaltigem Ackerbau oder zu wirkungsvollen Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt. Mehr zu dem Radweg zum Thema „Moderne Landwirtschaft“ und zu den anderen neun Routen in Deutschland gibt es im Internet unter www.modernelandwirtschaft.de/radwege/. Wanderweg mit atemberaubender Aussicht: Seit den 1930er Jahren trennt die A2 den Herforder Stuckenberg vom Salzufler Obernberg. Es gibt aber Möglichkeiten, die „Grenze“ zu überwinden. Und eine Wanderung von einem Stadtwald zum nächsten kann viel Spaß machen. Start könnte beispielsweise an der Obernbergwiese sein. Dort, am Ende der Obernbergstraße, gibt es auch einen kostenlosen Parkplatz. Die erste Sehenswürdigkeit ist das Ende 1922 eingeweihte Kriegerdenkmal, das unvermittelt am Rand der Obernbergwiese auftaucht. Wer sich dann auf den Hansaweg (X9) Richtung Herford begibt, stößt nach knapp 1,5 Kilometern auf die Autobahn. Bevor die A2 zu sehen ist, ist sie inder Regel imWald schon zuhören. Man kann also auch nach Gehör gehen. Anschließend bietet sich wohl einer der spektakulärstenMöglichkeiten überhaupt, die A2 zu überqueren. Eine riesige steinerne Brücke überspannt die sechs Fahrspuren. Ist die Sicht gut, kann man von oberhalb der Autobahn in die Landschaft schauen. Danach bietet sich ein Abstecher zum BismarckturminHerfordan. Einfachnachder Brücke links abbiegen und dann für gut 1,3 Kilometer dem Kammweg folgen. Der gut 23 Meter hohe, 1906 erbaute Steinturm ist sonntags ab 11 Uhr geöffnet. Am 28. August gibt es zudem eine 1000-Stufen-Challenge. Dann rennen Sportlerinnen und Sportler so schnell wie möglich die Treppe im Turm herauf, und wenn sie oben sind, bimmeln sie eine Glocke. Der Bismarckturm auf dem Vierenberg in Wüsten ist übrigens sechs Jahre älter als sein Herforder Pendant, dafür aber „nur“ 18 Meter hoch. In Deutschland gab es einst mehr als 180 Bismarcktürme, von denen knapp 150 noch erhalten sind. Nach dem Besuch auf dem Stuckenbergbietet sich einAbstecher im Restaurant Steinmeier inHerfordan, bevor es auf dem Sonnenpfad wieder Richtung Autobahn geht. „Unten angekommen“ führt ein beinahe etwas unheimlicher Fußgängertunnel unter der Fahrbahn auf die Salzufler Seite. Über den Oberen Waldfriedenpfad geht es oberhalb des Salze-Stifts zurück zur Schützenwiese. Insgesamt beträgt die Laufstrecke rund fünf Kilometer. Sie ist nicht besonders schwer. Acht Info-Tafeln zum Thema „Moderne Landwirtschaft“ befinden sich entlang des Radwegs rund um die Domäne Biemsen. FOTOS: THOMAS REINEKE Dieser atemberaubende Blick bietet sich von der Fußgängerbrücke über die A2 zwischen Obern- und Stuckenberg auf Herforder Seite. Wir in Bad Salzuflen 8 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

EinNatur-KleinodnahederStadt: Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts ist in direkter Nachbarschaft zumHoffmannspark ein einmaliges Naturparadies entstanden, durch das sich die renaturierte Bega schlängelt. Ein Zugang liegt beispielsweise in Höhe des Bega-Bades, in der Nähe (amEnde des Begakamps) befindet sich auch ein größerer Parkplatz. Von dort lässt sich entlang des Flusses Richtung Schötmar und wieder zurück wandern. Um der seit dem späten18. Jahrhundert immerweiterbegradigten Bega wieder ein natürliches Flussbett zu geben, wurden 30.000 Kubikmeter Erde bewegt. Von diesen gewaltigenVerschiebungen ist heute nichts mehr zu sehen. Das gesamte Areal mit seinen 180.000 Quadratmetern ist umfassend begrünt, die Natur hat das früher in Teilen gewerblich genutzte Gebiet zurückerobert. Auch die Tierwelt ist stark vertreten. Neben unzähligen Vögeln sind Rehe, Füchse und mehrere Wildschweine hier heimisch. Auch ein Obstbaumlehrpfad mit Infos zu neu gepflanzten Bäumen befindet sich in den Hoffmannswiesen. Die Renaturierung hat die Stadt vor rund sieben Jahren übrigens 400.000 Euro gekostet. In der Region einmalig: Wo sind Steinmarder, Zauneidechse, Fledermäuse, Rehe, Hasen, Mauswiesel, Gebirgsstelze, Wasseramsel oder der seltene Eisvogel in Bad Salzuflen zu Hause? Antwort: auf dem rund 15 Hektar großen Freigelände (entspricht etwa 20 Fußballplätzen) des Umweltzentrums Heerser Mühle (UWZ). „Das zeigt, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten viel richtig gemacht haben. Die Tiere fühlen sich hier wohl und sicher, obwohl fast immer Menschen auf dem Gelände sind“, sagt UWZ-Geschäftsführer Ulrich Kaminsky. Besucher können auf dem frei zugänglichen Gelände auf teils verwunschenen Gängen flanieren, vorbei an Trockensteinmauern, der in OWL einzigartigen Naturbühne, bunten Gewächshäusern mit Kakteen, dem großen Kräuter- oder Bauerngarten, demWeidenlabyrinth, der Sonnenuhr oder dem großem Spielplatz. Auch bei Hundehaltern ist das UWZ-Gelände sehr beliebt. Der Eintritt ist frei, wer möchte, kann jedoch am Eingang einen „Brückenzoll“ entrichten, um die Arbeit des Umweltzentrums zu unterstützen. Die Heerser Mühle wurde 1358 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich gehörte die Wassermühle an der Werre dem Grafen beziehungsweise Fürsten zur Lippe. 1921, als Schötmar zur Stadt ernannt wurde, ging das Anwesen mit der DomäneHeerse an sieüber. ImJuli 1991 übergab die Stadt Bad Salzuflen das zuvor aufwendig renovierte Gebäude der Heerser Mühle an den damals frisch gegründeten Trägerverein des Umweltzentrums. Im sogenannten „Großen Mühlenhaus“ ist heute das Mühlencafé untergebracht, das drinnen rund 20 und auf der Terrasse umdie 40 Sitzplätze anbietet. Die Hoffmannswiesen haben sich mit der renaturierten Bega zu einem landschaftlichen Kleinod entwickelt. DasweitläufigeGeländedesUmweltzentrumsHeerserMühlebietetnebenvielNatur und Infos auch Spielplätze und einen Werre-Strand. Wir begeistern Menschen! Inh. Krüger+Meier oHG Begastraße 21 32108 Bad Salzuflen Tel. 0 52 22 - 8 10 80 info@brockschmidt.org www.brockschmidt.org Melissa Schmidt Augenoptikerin ANJA MEIER Inhaberin, Augenoptikerin BIRTE HEIL Augenoptikerin JACQUELINE HÖKE Inhaberin, staatl. gepr. Augenoptikerin und Augenoptikermeisterin, Hörgeräteakustiker- meisterin 18708901_800122 Wir in Bad Salzuflen 9 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

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Neue Impulse und Akzente setzen Brockschmidt Augenoptik Hörakustik steht traditionell für gutes Sehen und Hören. Die Kunden können auf ein überdurchschnittliches Service-Angebot zählen. Bad Salzuflen-Schötmar (sc). Zugegeben: Bis die aktuellen Trends von der Königsallee in Düsseldorf oder dem Berliner Kurfürstendamm in der Begastraße in Schötmar ankommen, dauert es manchmal ein bisschen. Doch, wer das Besondere sucht, wird in jedem Fall bei „Brockschmidt Augenoptik Hörakustik“ fündig, denn die Inhaberinnenbeweisen stetsMut und ein sicheres Händchen in ihrer Brillenauswahl. Jacqueline Höke und Anja Meier sind Expertinnen in ihrem Metier. Der Name Brockschmidt steht seit 130 Jahren für gutes Sehen sowie seit 25 Jahren für gutes Hören. Wenn es um die aktuellen Kollektionen namhafter Hersteller geht, sind die beiden Geschäftsfrauen sehr treffsicher bei der Wahl zwischen den vielfältigenFormenundFarben für jedesGesicht. „Aber wir verlassen uns nicht nur auf die Kreativität anderer“, verweisen Jacqueline Höke und Anja Meier auf ihre eigene Brillenkollektion. Die „Salzufler Meisterstücke“ sindebensoaußergewöhnlichwie individuell und werden selbst höchsten Ansprüchen an Qualität, Funktionalität sowie Design gerecht. „Bei der Entwicklung haben wir auf Nachhaltigkeit und eine hohe Verträglichkeit der verwendeten Materialien gesetzt“, schwärmt Jacqueline Höke von hochwertigemBaumwollacetat, welches als Naturprodukt zu 100 Prozent antiallergen ist und darüber hinaus mit seiner attraktiven Oberflächenstruktur punkte. Die Leidenschaft zum Beruf und die Motivation, immer wieder neue Impulse zu setzen, das ist der Ansporn und wohl auch eines der Geheimnisse des Erfolges im Hause „Brockschmidt Augenoptik Hörakustik.“ Zu Recht ist das innovative, kunden- und serviceorientierte Dienstleistungsunternehmenmit dem IGA OPTIC-Mittelstandspreis ausgezeichnet worden. „Unser Angebot ist im Vergleich überdurchschnittlich“, weiß Anja Meier mit Blick auf digitale Sehtests, Hörtests, 3D-Brillenglasbestimmung, Brilleninspektion oder Kontaktlinsen- beziehungsweise Hörgeräte-Probetragen. „Mit modernen Hörsystemen lässt sich die Lebensqualität steigern“, betont Jacqueline Höke. Gemeinsam mit ihrem freundlichen und fachlich bestens ausgebildeten Team stehen die beiden Spezialistinnen ihren Kunden jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite. Kontakt: Brockschmidt Augenoptik Hörakustik Begastraße 21 32108 Bad Salzuflen Tel. 05222/81080 info@brockschmidt.org www.brockschmidt.org Innovativ und serviceorientiert: Das Team von „Brockschmidt Augenoptik Hörakustik“ mit Melissa Schmidt, Anja Meier, Birte Heil und Jacqueline Höke (von links) ist mit dem IGA OPTIC-Mittelstandspreis ausgezeichnet worden. FOTO: WWW.NOFOTO.DE Eigene Brillenkollektion: Die „Salzufler Meisterstücke“ punkten nicht nur in Sachen Qualität, Funktionalität und Design, sondern auch mit Nachhaltigkeit und Verträglichkeit der verwendeten Materialien. FOTO: MAIK MOLKENTIN-GROTE PHOTOGRAPHY PR-Anzeige Wir in Bad Salzuflen 11 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Illustration: Michael Gräper, graepergrafik.de 2022 Willkommen zum 29.Weinfest auf dem Salzhof in Bad Salzuflen Do. 11. - So. 14.8.22 mit verkaufsoffenem Sonntag Langejürgen Eine Veranstaltung der Werbegemeinschaft Bad Salzuflen e.V. mit freundlicher Unterstützung von: Bad Salzuflen • Leibnizstr. 2 0 52 22/6 28 20 www.langejuergen.de NOCH HEUTE + MORGEN 19707701_800122

Großprojekte auf der Agenda Die Stadt schreibt die „VitaSol“-Therme samt Hotelanbau aus. Auch das Kurhaus wird saniert. THOMAS REINEKE In Bad Salzuflen ist einiges in Bewegung – und das lässt sich in vielen Ländern nachlesen. Denn die Stadt hat die Architekturleistungen für den Umbau des Kurhauses euroweit ausgeschrieben. Zudem läuft eine kontinentale Suche für denVerkauf der „VitaSol“-Therme mit verpflichtendemHotel-Anbau. Das 1900 erbauteKurhaus soll laut Ratsbeschluss für maximal 14,5 Millionen Euro zu einemmodernen Tagungs- und Kongresszentrum umgebaut werden. Noch offen ist dabei die Frage, was mit dem sogenannten „Britenanbau“ in Richtung „Roter Platz“ passiert. Der erst nach dem Zweiten Weltkrieg ans Kurhaus gesetzte Vorbau steht nicht unter Denkmalschutz und könnte durch einen Neubautrakt ersetzt werden. Aktuell läuft die Ausschreibung und die Teilnehmer sind dabei, erste Angebote zu erarbeiten. Ende September sollen die vorliegen. Anschließend werden die Angebote geprüft, und es geht in die Verhandlungsphasen, erläutert Kurdirektor Michael Feiler. Auch die Politik kommt dann wieder ins Spiel – Feiler hofft, dass bis spätestens Ende des Jahres ein Auftrag für den Umbau vergeben wird. Große Pläne gibt es auch für die „VitaSol-Therme“ an der Exterschen Straße. Die Stadt will die 1968 als „Bewegungszentrum“ eröffnete und später immer wieder modernisierte Anlage verkaufen. Das Mindestgebot liegt laut Ausschreibungstext bei 8,7 Millionen Euro. Ferner schreibt die Stadt vor, dass die Therme auch künftig für die Öffentlichkeit nutzbar sein muss. Hintergrund dafür ist, dass die Stadt das „VitaSol“ an einen Investor verkaufenwill, der einVier-Sterne-Hotel an der Exterschen Straße baut und dieses mit einem „Bademantelgang“ direkt mit der Therme verbindet. Ein Interessent dürfte die Kannewischer-Group aus der Schweiz sein, die das „VitaSol“ seit Ende 2007 betreibt und an anderen Standorten in Deutschland schon gute Erfahrungen mit Thermenhotels macht. Das „VitaSol“ von oben. Wo sich heute der angrenzende Parkplatz befindet (im Bild oben), soll ein Vier-Sterne-Hotel entstehen. FOTO: „VITASOL-THERME“ Wir erledigen für Sie Buchführung, Bilanzen, Steuererklärungen, Lohnabrechnungen, Existenzgründungsberatung, Steuerprozesse usw. seit 1972 selbstständig angestellt gem § 58 StBerG Libellenweg 7 | 32108 Bad Salzuflen | Tel. 0 52 22 / 94 22 - 10 | Fax 0 52 22 / 94 22 - 25 WOLFGANG FREITAG Tel. Fax Mobil EMail 0 52 22 / 94 22 - 10 0 52 22 / 94 22 - 25 0171 / 740 81 66 w.freitag@stb-freitag.de NADINE KEISER Tel. Fax Mobil EMail 0 52 22 / 94 22 - 12 0 52 22 / 94 22 - 25 0178 / 911 28 81 n.keiser@stb-freitag.de stb-freitag.de Hilfestellung, Ratgeber, Informationen – Besuchen Sie uns auf unserer Website. 0 52 32 - 70 25 94 Am Großen Holz 10 · 32107 Bad Salzuflen - Hölserheide B e s t a t t u n g e n www.bestattungen-wehmeier.de Begastr. 18 · B.S.Schötmar · Tel. 0 52 22/8 46 98 – im Herzen von Schötmar – 18805901_800122 18807601_800122 18958801_800122 19171401_800122 Wir in Bad Salzuflen 13 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

„Die Stadt weiter nach vorn bringen“ Ein Besuch bei Bürgermeister Dirk Tolkemitt im Rathaus. Er zieht eine erste Bilanz seit seiner Wahl im Herbst 2020. Unter anderem verrät er, was ihn in Bad Salzuflen besonders überrascht hat. THOMAS REINEKE Ein später Sonntagabend im September 2020 in der Disko Glashaus am Begakamp. Die CDU Bad Salzuflen hat zur KommunalwahlParty geladen. Die Stimmung ist gelöst, weil die Zahlen, die nacheinander aus den Wahllokalen gemeldet werden, die Parteianhänger zuversichtlichmachen.Undplötzlichbrandet größerer Jubel auf. Es ist klar: Der CDU-Kandidat Dirk Tolkemitt wird neuer Bürgermeister der Stadt Bad Salzuflen und löst Dr. Roland Thomas (SPD) ab. Bevor Tolkemitt selbst das Mikro auf der Bühne ergreift und sich für die breite Unterstützung im Wahlkampf bedankt, ertönt aus den Lautsprechern „Conquest Of Paradise“ (Die Eroberung des Paradieses) vonVangelis. Herausfordernd und spannend: Knapp zwei Jahre später im ersten Obergeschoss des Bad Salzufler Rathauses.DirkTolkemitt, inzwischen58 Jahre alt, verheiratet, drei erwachsene Söhne, kommt aus der Mittagspause zurück in sein Büro zum Interviewtermin. Dunkle Anzugshose, weißes Hemd, der Auftritt ist dynamisch. Knapp 20 Quadratmeter misst sein Büro mit Blick Richtung RudolphBrandes-Allee und Rathaus-Fassade. Der Schreibtisch ist modern-reduziert, am anderen Ende des Zimmers mit der dominierenden Farbe Weiß stehen vier schwenkbare Sessel um einen kleinen Tisch mit Getränkeflaschen herum. Sieht so ein erobertes Paradies aus? Dirk Tolkemitt lächelt: „Mein Büro ist das Eine, wichtiger ist dieArbeitmit denMenschenhier und der Job. Dazu sage ich: Er ist herausfordernd und spannend zugleich“, sagt der KalletalermitWohnort Stemmen. Ihn habe in der ersten Zeit als Bad Salzufler Bürgermeister – vorher war er viele Jahre Kämmerer und 1. Beigeordneter in Lemgo – etwas überrascht: „Das Anspruchsdenken, das hier teilweise herrscht.“ Besonders in Alt-Salzuflen sowie in Schötmar und dafür weniger in den Ortsteilen gebe es die Meinung, dass „Stadt, Verwaltung und Bürgermeister alles regeln müssen“, sagt Tolkemitt. DiesesDenken sei in Bad Salzuflen deutlich präsenter, als er es in anderen lippischen Kommunen erlebt habe. Auf der anderen Seite sei er in seiner neuen Aufgabeauf vieleMenschengetroffen, die die Großgemeinde „wirklich nach vorne bringenwollen. Und dasmacht mirMut.“ ArbeitenanderKommunikation:Was ist passiert seit November 2020, als Tolkemitt erstmals im Chefsessel im Rathaus Platz nahm? Bevor er mit der Aufzählung beginnt, nimmt er einen Schluck aus demWasserglas. „Intern haben wir die Abteilung Hochbau zu einem Eigenbetrieb gemacht, das Staatsbad umorganisiert und an die Stadt angegliedert, eineneigenenStab zurFörderungdesEhrenamtsgegründet, die Wirtschaftsförderung neu aufgestellt und an der Kommunikation nach außen gearbeitet.“ Letzteres bedeute beispielsweise, dass vor demAbschickeneines(negativen)Bescheids im Rathaus in der Regel erst zumTelefongegriffenwerdensoll,um das Problem mit den Betroffenen zu lösen. „In der Kommunikation müssen wir uns aber noch weiter verbessern, und das werden wir tun“, verspricht Tolkemitt. Neben der Umorganisation der Verwaltung verweist der Bürgermeister auf das Ankurbeln eines LeaderProjekts zur Belebung der Ortsteile, auf die Idee eines Gesundheitscampus zur Stärkung des Medizin- und Tourismusstandortsoderauf europaweite Ausschreibungen für den Umbau des Kurhauses zu einem modernen Tagungs- und Kongresszentrums und zum Verkauf der „VitaSol-Therme“ mit verpflichtendemHotelanbau. „Problemimmobilien im Fokus“: Gelöst wurde auch das seit Jahrzehnten bestehende Problemmit Anwohnern eines neuen Gewerbegebiets in Lockhausen. Tolkemitt geht ferner fest davon aus, dass sich die Situation in Schötmar in naher Zukunft deutlich verbessern wird. Die geplante Neugestaltung von Markt-, Kirch- und Bahnhofsvorplatz werde belebend wirken. Dazu hat es sich die Stadt zur Aufgabe gemacht, sogenannte „Problemimmobilien“ selbst zu kaufen, um sie zu entwickeln. Gelingen werde dies beispielsweise mit dem jüngst erworbenen „Hotel Korf“ am Schötmaraner Marktplatz, sagt Tolkemitt. Die Stadt werde das lange leerstehende Denkmal aller Voraussicht nach wieder verkaufen. Ein Investor plane, darin eine medizinische Dienstleistung und Wohnungen unterzubringen. Für das Zentrum des Ortsteils wird zudem eine Sanierungssatzung aufgestellt, die diePrivatinvestition in marode Immobilien mit Steuervorteilen erleichternwird. Ziele gebenOrientierung: Für extrem wichtig hält der Bürgermeister zudem das Aufstellen von strategischen Zielen für die Stadt durch den Rat. „Damitwissenwir,wowir indrei oder acht Jahre stehenwollen.“ZudenZielengehörtunter anderembis2025500 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen – davon die Hälfte im Gesundheitsbereich. Fünf Jahr später will die Kurstadt zudem klimaneutral sein. Auch will sie eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung spielen und „Smart City“ werden, für die sie eigens neues Personal eingestellt hat. Dirk Tolkemitt schaut kurz auf die Uhr. In einer guten halben Stunde muss er imDorfgemeinschaftshaus in Biemsen-Ahmsen sein. Dort wollen Bürgerinnen und Bürger mit ihm ins Gespräch kommen. Dass diese Sprechstunden nicht nur im Rathaus, sondern auch in den Ortsteilen stattfinden, ist ebenfalls neu. Lieblingsplatz: Für eine Frage ist jedoch noch Zeit. Hat der Bürgermeister einen absoluten Lieblingsplatz in Bad Salzuflen? Tolkemitt muss kurz überlegen. „Ja, wenn ich es zeitlich schaffe und das Wetter mitspielt, gehe ich inderMittagspause indenKurpark und mache es mir in einem Liegestuhl an der Salze gemütlich. Da kann man herrlich im Schatten der Bäume die Seele baumen lassen.“ In einer Kurstadt zu arbeiten, hat eben auch so seine Vorteile... Dirk Tolkemitt in seinem Büro im Salzufler Rathaus. FOTO: STADT BAD SALZUFLEN. Wir in Bad Salzuflen 14 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Individuelle Fitness nur für „Sie“ „MY GYM Ladies“ steht für Fitness, Feel-Good und Figur von Frauen für Frauen. Im großzügigen Kursraum an der Werler Straße werden jetzt auch Rehasport-Kurse angeboten. Bad Salzuflen. „MY GYM“ steht für sportliche Fitness, ganzheitliches Wohlbefinden, persönliche Gesundheit. „Ladies“ steht für Frauen – ausschließlich.Dasbedeutet,dassnichtnur Frauen im Studio trainieren, sondern auch ein rein weibliches Team für die Betreuung an modernen Geräten und die Anleitung in den Kursen zur Verfügung steht. Dazu gehören in der Werler Straße 13: Jasmin (medizinischeFitnesstrainerin),Andrea(PhysiotherapeutinsowiePilates-undRückenfit-Trainerin), Gertrud (Yogalehrerin), Gaby (Trainingsbetreuung), Belinda (BBP-Instruktor, Gesundheitsund Fitnesstrainerin) und Birgit Wahl (staatlichgeprüfteSport-undGymnastiklehrerin sowie Rehasport-Trainerin), die für den Bad Salzufler Standort verantwortlich ist. Das hochmotivierte Quintett steht für klare Trainingsanleitungen, damit die gesteckten Ziele erreicht werden. Ebenfalls hilfreich ist die Ernährungsberatung mit alltagstauglichen Plänen. Die Kundinnen schätzen die Trainerinnen als wirkliche Ansprechpartner, die qualifizierte Hilfestellungen- und individuelle Lösungen für sie erarbeiten. Aktuell wird das Angebot, welches unter anderem aus Yoga- und Pilateskursen besteht, durch Rehasport-Kurse erweitert. KundenfreundlicheÖffnungszeitenvon7bis21 Uhr, guteErreichbarkeit durchdie zentrale Lage und ausreichend sowie kostenlose Parkplätze direkt vor der Tür sind weitere Vorzüge des Frauenfitness-Studios. Kontakt: MYGYMLadies Werler Straße 13 32105 Bad Salzuflen Tel. 05222/3637663 www.mygym-ladies.de/bad-salzuflen Hochmotivierte Trainerinnen: Gertrud, Birgit, Andrea (vorne, von links), Gaby und Jasmin (hinten, links und rechts). FOTO: MY GYM LADIES BAD SALZUFLEN PR-Anzeige Otto-Hahn-Straße 97-99|32108 Bad Salzuflen Di - Fr 10 bis 18 Uhr|Sa 10 bis 14 Uhr www.recyclingboerse.org SECONDHAND IN BAD SALZUFLEN! 18650701_800122 Wir in Bad Salzuflen 15 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Zeitreise in die „Goldenen 20er“ Vor 100 Jahren ging es in Bad Salzuflen und Schötmar nach entbehrungsreicher Kriegszeit wieder aufwärts. Das Stadtarchiv und Schötmar-Stadtführer Jens Leuschner öffnen ihre Bilderschatztruhe. THOMAS REINEKE Bad Salzuflen und Schötmar vor rund 100 Jahren: Das waren damalszweiNachbarstädte.Deraufstrebende IndustrieortSchötmarhatte im April 1921 offiziell die Stadtrechte bekommen. Diese hat Salzuflen schon deutlich länger – seit 1488. In beiden Orten ging es in den „Goldenen 20er Jahren“ sichtlich aufwärts. Die Folgen des Ersten Weltkriegs (19141918) wurden überwunden, es gründeten sich neue Firmen, und das Kurwesen blühte wieder auf. Die Zeiten waren gut im Westen von Lippe, bis Ende des Jahrzehnts die Schatten der ersten großen Weltwirtschaftskrise aufzogen. Auf zwei Seiten gibt es hier Impressionen aus den Sammlungen des Stadtarchivs und des SchötmarStadtführers Jens Leuschner. Ein offener Bus der Reichspost macht 1927 Halt am Gradierwerk in Bad Salzuflen. Vermutlich handelt es sich bei den Passagieren um Kurgäste. FOTO: STADTARCHIV BAD SALZUFLEN Der Bahnhof in Schötmar in den 1920er Jahren. Den Haltepunkt gibt es seit 1892, die Güterverladung begann fünf Jahre später. REPRO: ARCHIV JENS LEUSCHNER Zwei ausschließlich mit Männern besetzte Boote um 1925 auf dem Kurparksee; im Vordergrund zwei Schwäne FOTO: STADTARCHIV BAD SALZUFLEN/ALTENHÖNER Mehrere Kurgäste stehen um 1925 in gelöster Stimmung vor einem Omnibus in Bad Salzuflen. FOTO: STADTARCHIV BAD SALZUFLEN Die neuen HERBST- DESSOUS treffen jetzt ein. Lange Straße 31, Bad Salzuflen www.waesche-richter.de 19219801_800122 Wir in Bad Salzuflen 16 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

1921 wurde aus einem Dorf die Stadt Schötmar. Diese später ausgestellte Wappen-Urkunde des „Landespräsidiums“ bestätigt das. REPRO: ARCHIV LEUSCHNER Kinder und Jugendliche baden 1925 in der Bega in der Flussbadeanstalt. FOTO: ELISABETH DEDERT/STADTARCHIV BAD SALZUFLEN 18379301_800122 Wir in Bad Salzuflen 17 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

Von großen Träumen un Die Redaktion besucht Salzufler Einzelhändler, die für Schmuc Die Inhaber erzählen über ihren Werdegang, sprechen von den Herausforderungen in de SANDRA CASTRUP In Bad Salzuflen gibt es noch viele inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte.DieRedaktionhat drei von ihnen besucht und beim Blick hinter dieKulissenviele spannendeDinge erfahren. Der kleine Laden am Schliepsteiner Tor 2 fällt erst auf den zweiten Blick ins Auge. Dabei ist er alles andere als unscheinbar. Der „Juwelier Goldberg“ hat Stil und so einiges zu bieten. So wie der Mann hinter dem Tresen: Inhaber David Önaktug. In der benachbarten Salzufler Geschäftswelt kennt den 28-Jährigen wohl jeder. Was sicherlich auch an seiner offenen und stets freundlichen Art liegt. David Önaktug hat immer ein Lächeln im Gesicht. „Ich mag denKontakt mitMenschen und liebe es, zukommunizieren“, sagt der Jung-Unternehmer. Dabei spricht er gar nicht so gerne über sich persönlich, sondern lieber über das Juwelier-Business. „Meine Familie ist schon seit mehr als 40 Jahren in dieser Branche tätig“, verrät der gebürtige Gütersloher. Er ist mit Schmuckstücken aller Art groß geworden – dafür schlägt sein Herz. Nach der Schule hat David Önaktug jedoch erst einmal eine Ausbildung zum Buchbinder absolviert. Ein uraltes Handwerk, bei dem ebenfalls Fein- sowie Fingerspitzengefühl gefragt ist. „Der Wunsch, mich als Juwelier selbstständig zu machen, war jedoch immer präsent.“ Dieses Ziel habe er nie aus den Augen verloren. Und vor drei Jahren konnte es der Familienvater umsetzen: „Bei einem Spaziergang durch Bad Salzuflen bin ich auf dieses Geschäft aufmerksam geworden und habe sofort zugeschlagen“, erzählt er von der Chance, den An- und Verkauf hier weiterzuführen. „Ichhabe hier einender schönsten Arbeitsplätze der Stadt“, sagt er und verweist mit einemGrinsen auf die unverstellte Aussicht auf die Gradierwerke sowie das plätschernde Wasserspiel direkt vor der Haustür. Seinen Job beschreibt David Önaktug als unglaublich abwechslungsreich. „Jeden Tag kommt eine neue Überraschung rein.“ Er begeistert sich für alte, außergewöhnliche Schmuckstücke und dieHistorie, die dahintersteckt. David Önaktug mag es, Menschen helfen zu können, bietet kostenlose Beratungen und seine fachmännische Expertise an. Seriosität, Souveränität und Empathie gehören zu seinen Stärken, sagt er. Und in dem Liebhaber schicker LuxusUhren steckt zudem ein Romantiker: „NebenTrauringen verkaufe ich sehr gerne hochwertige AntragsRinge. Wenn die Kunden glücklich hier rausgehen, dann freue ich mich immer unglaublich mit.“ Nach der Gründung seiner eigenen Familie sei der Schritt in die Selbstständigkeit die beste Entscheidung seines Lebens gewesen, resümiert David Önaktug und strahlt, wenn er das sagt. ChristinaGöckemeyer kannauch imSchlafanzugdieHaustür öffnen. Denn schicke Wäsche, das ist ihr Metier. Die Inhaberin vomFachgeschäft „Wäsche Richter“ in der Langen Straße und damit mitten in der Salzufler Fußgängerzone liebt es, feineWare zu verkaufen. Und vor allem auch, sie zu tragen. „Diese Leidenschaft liegt in meinen Genen“, sagt die 54-Jährige und lacht. Ihre Eltern hätten schon immer unter anderem mit Wäsche gehandelt, ihre Mutter führte später David Önaktug ist Inhaber des „Juweliers Goldberg“ am Schliepsteiner Tor. FOTOS: SANDRA CASTRUP Christina Göckemeyer ist die Frau hinter dem Traditonsgeschäft „Wäsche Richter“ in der Langen Straße. Eine Frau für alle Stoffe Der Glücklichmacher Wir in Bad 18 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

nd ganz viel Leidenschaft ck, für Wäsche sowie für Augenoptik und Hörakustik brennen. er Corona-Krise und schwärmen von dem, was sie an ihrer Arbeit Tag für Tag begeistert. allein ein beliebtes Wäsche-Fachgeschäft. „Dort habe ich immer oft und gerne ausgeholfen, später eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel absolviert. Aber vor allem habe ich von meiner Mutter gelernt, dass man mit Fleiß und Wille alles schaffen kann, was man möchte.“ Christina Göckemeyer ist eine Kämpfernatur. Und ursprünglich wollte sie eine völlig andere Laufbahn einschlagen: „Nach der Realschule habe ich eine grafische Ausbildung absolviert und dann mein Fachabitur abgelegt. Sechs Wochen vor den Prüfungen kam meine erste Tochter zur Welt.“ Das Durchstarten im Job gestaltete sich dementsprechend schwierig. Christina Göckemeyer entschied sich ganz bewusst für die Familie und machte zehn Jahre lang eine berufliche Pause. Ihren Tatendrang lebte sie ehrenamtlich mit verschiedenen Schulpflegschaftsvorsitzen aus. Als die Kinder groß genug waren, wechselte sie allerdings nochmal auf die Überholspur. „Als ich im Jahr 2005 hörte, dass bei ,Wäsche Richter‘ eine Verkäuferin gesucht wurde, habe ich zugeschlagen“, erzählt die Power-Frau. Und zugeschlagen hat sie auch, als ihre damalige Chefin ihr zehn Jahre später die Übernahme anbot. Christina Göckemeyer ist selbstbewusst und weiß, was sie kann. „Ich wusste, das schaffe ich. Doch die Corona-Krise hat auch bei mir Existenzängste ausgelöst.“ Die Salzuflerin übte sich in Achtsamkeit undGelassenheit. Sie sammelte neue Energie und ist inzwischen voller Elan die nächste Herausforderung angetreten. „Ich habe den Bademodenshop in der ,VitaSol-Therme‘ übernommen“, erzählt Christina Göckemeyer strahlen.Warumauch nicht – passenderweise wohnt sie genau mittig zwischen ihren beiden Läden. Das alles funktioniere nur, weil sie sich auf ein tolles Mitarbeiter-Team verlassen könne, schickt sie ein großes Dankeschön an ihre Beschäftigten hinterher. Auch, wenn sie den beruflichen Stress überwiegend als positiv beschreibt, gebe es natürlich Tage, die an den Nerven zehrten. „Dann fahre ich eine Rundemit dem Rad, gehe wandern oder treffe mich mit der Familie und Freunden“, nennt Christina Göckemeyer ihr Rezept zum Runterkommen. Ihr funktionierendes Motto: „Dinge, die ich nicht ändern kann, dürfen mich nicht aufregen.“ Jacqueline Höke und Anja Meier sind ein eingespieltes Team. Die beiden Inhaberinnen vom Traditionsunternehmen „Brockschmidt Augenoptik Hörakustik“ in der Schötmaraner Begastraße sind mit der Übernahme im Jahr 2016 nicht nur Geschäftspartnerinnen, sondern auch Freundinnen geworden. „Wir ticken gleich“, sagt Anja Meier und schmunzelt. „Wir sind wie Topf undDeckel“, ergänzt Jacqueline Höke. Letztere istmit ihren33 Jahren immerhin 21 Jahre jünger als die 54jährige Anja Meier. Aber dass rein rechnerisch zwei verschiedene Generationen aufeinandertreffen, merkt man überhaupt nicht. Im Gegenteil: Hier begegnen sich zwei starke Frauen auf Augenhöhe, die sich gleichermaßen schätzen und ergänzen. Anja Meier nennt die Verlässlichkeit ihrer jüngeren Geschäftspartnerin als große Stärke, die wiederum bewundert das enorme Empathie-Vermögen der anderen. „Meine Zündschnur ist enorm kurz“, gibt Jacqueline Höke lachend zu. „Ihre ist mindesten zehn Mal länger.“ Mit Streitigkeiten oder Reibereien halten sich die beiden PowerFrauen jedenfalls nicht auf. „Jeder akzeptiert die Meinung und vor allem den Geschmack des anderen. Denn für die variantenreiche Auswahl in einem Brillengeschäft hat es doch nur Vorteile, wenn gleich zwei Leute ihren Stil mit einbringen“, findet Anja Meier. Die Salzuflerin hält sich mit Inline-Skaten, Yoga und Zumba fit, engagiert sich in ihrer Freizeit im Vorstand der TG Schötmar. „Zahlen sind mein Ding“, erklärt sie das Engagement im Finanz-Gremium. „Ichbinanscheinendnochnicht ausgelastet genug“, sagt sie mit ein wenig Ironie in der Stimme. Jacqueline Höke muss grinsen. Die Lemgoerin ist ebenfalls sportlich unterwegs und hat gerne mal einen flotten Spruch auf den Lippen.Wenn sich die beiden so die Bälle schlagfertig zuspielen, dannmerkt man sofort: Der trockene Humor ist eine weitere Gemeinsamkeit. Der Entschluss, sich gemeinsam in die Selbstständigkeit zu stürzen, sei übrigens ganz spontan entstanden, verraten die leidenschaftlichen Augenoptikerinnen, die einst als Kolleginnen bei „Brockschmidt“ angestellt waren. „UnserChef wollte denLadenverkaufen. Es gab sogar schon einen konkreten Interessenten, doch innerhalb von drei Monaten ist es uns dann gelungen, selbst das Steuer zu übernehmen“, erzählen Jacqueline Höke und Anja Meier. Und darauf sind sie danndoch ganz schön stolz. Jacqueline Höke (rechts) und Anja Meier sind ein eingespieltes Team. Gemeinsam leiten sie das Traditionshaus „Brockschmidt Augenoptik Hörakustik“ in Schötmar. Zwei Frauen, ein gemeinsames Ziel d Salzuflen 19 SAMSTAG 13. AUGUST 2022

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