Detmolder Landestheater präsentiert "Aladin und die Wunderlampe"

Regie und Ausstattung setzen dabei auf einen Multi-Kulti-Mix

Barbara Luetgebrune

  • 0
Schlussbild: Wenja Imlau und Thomas Ehrlichmann (vorne) sowie Stephanie Pardula, Nils Willers und Adrian Thomser (hinten, von links) in "Aladin und die Wunderlampe". - © Björn Klein
Schlussbild: Wenja Imlau und Thomas Ehrlichmann (vorne) sowie Stephanie Pardula, Nils Willers und Adrian Thomser (hinten, von links) in "Aladin und die Wunderlampe". (© Björn Klein)

Detmold. Eine erfrischend unkonventionelle Produktion hat das Landestheater mit dem Märchen "Aladin und die Wunderlampe" aufgelegt. Munter mischen sich darin Elemente aus "1001 Nacht" mit aktuellen Ansätzen, und zwar optisch wie musikalisch. Den Premierengästen - unter anderem Fünftklässler der Detmolder Geschwister-Scholl-Schule - gefiel das so gut, dass sie sich eine Zugabe erklatschten.

Ein Dreh, und die Hütte wird zum Palast: Das geniale Bühnenbild von Lena Brexendorff bringt ordentlich Tempo ins Spiel. Sie hat einen Kinderspielplatz auf einer Drehscheibe angeordnet, die für jede Szene von den Darstellern in eine neue Position gebracht wird. Dann braucht's nur noch ein, zwei Utensilien - ein Teppich ein paar Autoreifen -, und weiter geht's im Geschehen.

Das gestalten die fünf Darsteller gekonnt und mit einer Spielfreude, die sich ohne Reibungsverluste auf das Premierenpublikum übertrug. Thomas Ehrlichmann gibt einen Aladin, der herrlich zwischen der Selbstwahrnehmung als Wunderkind und der Außensicht eines Taugenichtses changiert. Überzeugend setzt er die Titelfigur als einen Jugendlichen ins Bild, der nichts hat, am wenigsten eine echte Perspektive, und der darum anfällig ist für jedes noch so windige Versprechen auf eine bessere Zukunft, auf Reichtum, auf Erfolg: Diesen Aspekt rückt Valentin Stroh ins Zentrum seiner Inszenierung.

Als Aladins besorgte Mutter ist Stephanie Pardula zu erleben. Wenja Imlau ist die temperamentvolle und zuckersüße Sultanstochter Jasmina. Ihren Vater, den Sultan, gibt herrlich unbedarft Adrian Thomser, der außerdem als Salem und Herold auf der Bühne steht. Und die Rollen des bösen Zauberers - toll sein Auftritt als durchtriebener Lampenhändler, der, wunderbar schräg, per Kamel-Fahrrad unterwegs ist - sowie das schrulligen Großwesirs sind bei Nils Willers in besten Händen.

Und alle gemeinsam sind der Geist aus der Flasche - ein toller Kunstgriff, den Stroh sich da hat einfallen lassen. In ihren über und über mit Ornamenten verzierten Kostümen - auf diesem Gebiet setzt Torsten Rauer den orientalisch-märchenhaft-aktuellen Stil- und Mustermix konsequent fort - wabern sie als vielgestaltiger Körper durchs Bild, sind mal hier, mal dort, bedrohlich und doch wenig greifbar: geisterhaft eben.

Hits mit Orient-Flair und Ohrwurmpotenzial, die Lust aufs Mitklatschen und Tanzen machen (Downloads der Songs: www.landestheater-detmold.de ), hat Andreas Jören für die Darsteller geschrieben. Die Lautstärke könnte noch etwas gemäßigt werden, aber speziell das "Liebesduett" kam beim Premierenpublikum so gut an wie der lang ersehnte Kuss zwischen Aladin und Jasmina. Jubelnd forderten die jungen Zuschauer von beidem eine Zugabe - und bekamen sie.

Video auf YouTube

Information
Eine Vorstellung für LZ-Leser

Die Lippische Landes-Zeitung präsentiert eine Vorstellung der Märchenproduktion. Für die LZ-Aufführung am Sonntag, 11. Dezember, ab 11.00 Uhr im Landestheater gibt es noch einige Karten. Diese kosten 8 Euro auf allen noch vorhandenen Plätzen und sind in den LZ-Geschäftsstellen erhältlich. Die nächsten regulären Vorstellungen gehen am 8., 9., 10. (vormittags), am 11. (nachmittags und abends) sowie am 12. und 13. Dezember (vormittags) über die Bühne. Karten gibt's ebenfalls in den LZ-Geschäftsstellen oder an der Theaterkasse, Tel. 05231-974803.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!