Lemgoer Bildhauer stellt seine 1,2-Tonnen-Skulptur in Venedig vor

Barbara Luetgebrune

  • 0
Mit dem „Space Knot": Bildhauer Roland Höft (rechts) sowie die Sponsoren Angela Josephs (Phoenix Contact) und Axel Wöhler (Kanzlei am Wall), die die Teilnahme des Lemgoers an der Biennale unterstützen. - © Bernhard Preuß
Mit dem „Space Knot": Bildhauer Roland Höft (rechts) sowie die Sponsoren Angela Josephs (Phoenix Contact) und Axel Wöhler (Kanzlei am Wall), die die Teilnahme des Lemgoers an der Biennale unterstützen. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Sie kommt viel rum: Seine 1,2 Tonnen schwere Skulptur „Space Knot" hat der Lemgoer Bildhauer Roland Höft erst vor kurzem aus Belgien nach Dörentrup geholt. Seit gestern ist sie wieder unterwegs: Die Arbeit reist per Spezialtransport gen Süden. Sie wird auf der 57. Biennale zu sehen sein, die am 13. Mai in Venedig eröffnet wird.

„Ich bin für die Ausstellung ,Personal Structures‘ im Rahmen der Biennale ausgewählt worden. Das Kuratorenteam der GAA Foundation koordiniert und plant diese Ausstellung für das European Culture Center", berichtet Roland Höft. „Meine Arbeit wird in diesem Kontext als zeitgenössische Skulptur im Marinaressa Sculpture Park präsentiert."

Der „Space Knot" ist nicht eigens für die Biennale entstanden – geschaffen hat Roland Höft ihn bereits vor zwei Jahren. „Damals war ich als einer von acht Künstlern ausgewählt worden, die eine geplante Arbeit im belgischen Mons umsetzen konnten. Dort gibt es einen großen Steinbruch, in dem das Material, der Belgisch Granit, abgebaut wird", berichtet der Bildhauer. Der Name sei allerdings irreführend – bei dem Material handele es sich um Marmor.

Information
300.000 Besucher werden erwartet

Es werden auf der Biennale in Venedig, die vom 13. Mai bis zum 26. November läuft, bis zu 300.000 Besucher erwartet und es erscheint zur Ausstellung ein hochwertiger Katalog. Die L’Esposizione Internazionale d’Arte, La Biennale di Venezia gehört zu den bedeutendsten Kunstausstellungen weltweit und ist seit 1895 die älteste zeitgenössische Kunstbiennale.

Der „Space Knot" ist an einem Stück gearbeitet – „Hammer und Meißel spielen dabei zwar auch eine Rolle, aber vor allem kommt die Flexscheibe zum Einsatz", so der Künstler. Ihre Spannung generiert die Arbeit aus zwei unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen – und aus der Tatsache, dass die Betrachter den Knoten nicht lösen können. „Sie können nur drum herum gehen und versuchen, den Verlauf der Linien zu verfolgen", sagt Roland Höft.

Seit 2013 arbeitet er am Thema Knoten. Die Skulpturen der Serie sollen die Betrachter anregen, das Zentrum zu entschlüsseln. Für den „Space Knot" gilt: Anfassen erwünscht. Drauf setzen auch. „So bekommt die Arbeit ein bisschen Patina", sagt der Bildhauer lachend.

Im besten Falle finde die Arbeit in Venedig einen Käufer. Wobei: „Die Biennale ist keine Verkaufsausstellung. Für mich ist es reines Renommee", sagt Roland Höft. Renommee, das mit Verschiffung, Transport und Versicherung und Co. nicht gerade günstig zu haben ist.

Daher unterstützen ihn als Sponsoren die Staff Stiftung, Phoenix Contact, die Lemgoer Kanzlei am Wall, das Unternehmen Patrick Pantze Images und die Firma Naturstein Meier. Wird der „Space Knot" nicht verkauft, kehrt er nach Ausstellungsende nach Lippe zurück.

„Und dann würde ich mich freuen, wenn er in Lemgo einen schönen Platz fände", sagt Roland Höft. Der im Übrigen mindestens genauso viel unterwegs ist wie seine Skulptur: In diesem Jahr ist er noch zu drei Symposien in Rumänien, der Schweiz und Belgien eingeladen. Und natürlich wird er zur Eröffnung der Biennale nach Venedig reisen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2021
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare