Neue Ausstellung „Blinder Fleck“ in der Galerie Mellies

Kirsten Fuhrmann

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Die Künstlerin Gosia Machon (links) und Galeristin Sabine Mellies stehen in der Ausstellung "Blinder Fleck". Diese ist noch bis Ende Mai zu sehen. - © Kirsten Fuhrmann
Die Künstlerin Gosia Machon (links) und Galeristin Sabine Mellies stehen in der Ausstellung "Blinder Fleck". Diese ist noch bis Ende Mai zu sehen. (© Kirsten Fuhrmann)

Detmold-Heidenoldendorf. An der rechten Wand ist eine Reihe von kleinen Papiermalereien mit erdigen und gedeckten Tusche-Farbtönen zu sehen. Ein Blick nach links offenbart große Ölgemälde, die von kräftigem Grün dominiert werden. Die Ausstellung zeigt reduzierte Kunst im Kontrast. Motive, die das Wesentliche zeigen. „Blinder Fleck" mit Werken von Malerin Gosia Machon ist noch bis zum 30. Mai in der Galerie Mellies zu sehen.

Ölgemälde und pigmentreiche Tusche sind die Techniken, auf die sich die gebürtige Polin in ihren Arbeiten fokussiert hat. Sie hat bereits in Tokio, Pais, Istanbul und Copenhagen ausgestellt. Heute lebt Gosia Machon in Hamburg. 50 ihrer Werke sind aktuell in Heidenoldendorf zu sehen. Die Motive sind reduziert und abstrahiert. Meist sind es Personen und Tiere, häufig Vögel, die sie zeigt. Die landschaftlichen Züge, die in dem ein oder anderen Bild zu erkennen sind, beschreibt die Künstlerin als „Seelenwelten". „Die beschreiben keinen konkreten Ort und das sollen sie auch gar nicht", sagt sie. Eher sei es die Natur, die sich in ihrer puren, ursprünglichen Form manifestiert. Sind Gesichter zu erkennen, dann in banaler und absurder Art und Weise.

„Ich reduziere die Kunst und komme auf das Wesentliche", betont die Malerin. „Wie weit kann ich etwas runterbrechen, damit es für den Betrachter wahrnehmbar bleibt, ich ihm aber gleichzeitig so viel Freiraum lasse, sich integrieren zu können?", bringt Gosia Machon die Idee hinter ihren Malereien auf den Punkt. Mit Integrieren meint sie, die abstrahierten Fragmente der Bilder mit eigenen Empfindungen und Erinnerungen aufzufüllen. Ihr Ziel ist es, mit ihren Malereien eine Sprache zu entwickeln, die sich so intuitiv erfahren lässt wie die Musik.

Im Hinterzimmer wartet ein Blumenkabinett

Hat der Besucher im vorderen Bereich der Ausstellung noch nicht genug gesehen, wartet im Hinterzimmer ein „Blumenkabinett". „Es zeigt das Spannungsverhältnis zwischen Dramatik und Humor", beschreibt die Malerin die Werke. Dramatik, weil Blumen seit jeher die Vergänglichkeit symbolisieren. Humor, weil hier und da kleine Gesichter in den Blütenköpfen zu erkennen sind. Da sind außerdem schwarze Blumen, die die Köpfe hängen lassen, abstrahierte Pflanzen in unergründlichen Formen und bemalte Vasen als Symbol der Antike.

Das Virus hat den Galerie-Betrieb in Heidenoldendorf in den vergangenen Monaten erst einmal auf Eis gelegt. Umso mehr freut sich Galeristin Sabine Mellies, nun wieder eine Künstlerin mit ihren Werken präsentieren zu können. „Immerhin kann man die Galerie ganz individuell besuchen und hat die Räume und die Kunst für sich alleine", gewinnt sie der Situation etwas Positives ab.

Stand jetzt ist ein Besuch der Galerie ist nur mit negativem Testergebnis und Einhaltung der geltenden Hygieneregeln erlaubt. Zwei Personen dürfen die Galerie gleichzeitig besuchen. Ein Termin kann unter Tel. 0157-57328444 oder per Mail an hallo@galerie-mellies.de vereinbart werden. Weitere Infos auch auf www.galerie-mellies.de

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