Soldaten retten verletzten Autofahrer am Kamener Kreuz

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Stabsunteroffizier Okan aus Augustdorf war als Unfallretter am Kamener Kreuz im Einsatz. - © Bundeswehr / Katharina Flor
Stabsunteroffizier Okan aus Augustdorf war als Unfallretter am Kamener Kreuz im Einsatz. (© Bundeswehr / Katharina Flor)

Augustdorf. Mehr als 90.000 Fahrzeuge passieren täglich das Autobahnkreuz vor den Toren Dortmunds. Am Kamener Kreuz treffen zwei der wichtigsten Autobahnverbindungen in Deutschland aufeinander.

An einem Spätnachmittag im Oktober ist auch Okan am Kamener Kreuz unterwegs. Der Familienvater und Bundeswehrsoldat ist auf dem Weg von Augustdorf nach Schwerte. Kurz nach 17 Uhr wechselt Okan mit seinem Fahrzeug gerade auf die A1, als der Verkehr plötzlich stockt.

Feldwebel Patrick kam seine Spezialausbildung bei den Fallschirmjägern zu Gute, als er den Verletzten auf der Autobahn versorgte. - © Bundeswehr / Katharina Flor
Feldwebel Patrick kam seine Spezialausbildung bei den Fallschirmjägern zu Gute, als er den Verletzten auf der Autobahn versorgte. (© Bundeswehr / Katharina Flor)

Eine zufällige Begegnung

„Ich konnte zwei Fahrzeuge und einen Transporter erkennen, die offenbar in einen Unfall verwickelt waren", erzählt der Stabsunteroffizier. Trotz sichtbarer Beschädigungen an der Fahrzeugfront des Transporters fahren unzählige Fahrzeuge an der Unfallstelle vorbei, schreibt die Bundeswehr in ihrer Pressemitteilung. Im Feierabendverkehr ist die Situation auf der mehrspurigen Fahrbahn unübersichtlich. Okan hält an, um sich einen Überblick zu verschaffen. Zeitgleich trifft Patrick an der Unfallstelle ein.

Der 31 Jahre alte Feldwebel ist auf dem Weg nach Hause. Der ehemalige Fallschirmjäger leistet im Aufklärungsbataillon 7 im westfälischen Ahlen seinen Dienst. Er verfügt aus seiner Zeit beim Fallschirmjägerregiment 26 in Merzig über mehrere Spezialausbildungen. Als „Combat First Responder" ist er auf taktische Verwundetenversorgung im Gefecht spezialisiert.

Okan und Patrick wechseln ein paar knappe Worte miteinander, dann sichert der Stabsunteroffizier aus Hamm die Unfallstelle, während Patrick versucht, dem Fahrer des Mercedes-Transporters zu helfen. „Die Fahrertür war schwer zu öffnen, da die Fahrzeugfront stark beschädigt war", erzählt der Soldat. Der Unfallfahrer hat sich am Hals eine tiefe Schnittwunde zugezogen und bereits viel Blut verloren. Mit dem Material aus dem Verbandkasten des Transporters versucht Patrick die Blutung zu stoppen, während sein Kamerad mit einer zivilen Helferin provisorisch die Unfallstelle sichert und den Notruf absetzt. „Wir haben den Mann bewusst nicht aus dem Fahrzeug herausgeholt", erläutert Feldwebel Patrick. Der erfahrene Ersthelfer befürchtet unsichtbare Verletzungen der Wirbelsäule.

Nach rund zehn Minuten treffen die Rettungskräfte am Unfallort ein, der verletzte Fahrer wird mit dem Rettungshubschrauber in ein nahe gelegenes Krankenhaus geflogen. Patrick und Okan sind sicher: Ohne ihre Hilfe hätte der Verletzte das Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr erlebt. Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

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