Elfjähriger verunglückt bei Fußballturnier

Schädelbasisbruch und innere Blutungen

Von Dietmar Welle und Jana Beckmann

Junge verunglückt bei Fußballturnier - © Augustdorf
Junge verunglückt bei Fußballturnier (© Augustdorf)

Augustdorf. Ein schwerer Unfall hat die Fußball-D-Junioren-Hallenvorrunde des FuL-Kreises Detmold in Augustdorf überschattet. Ein Elfjähriger kam mit Schädelbasisbruch und inneren Blutungen ins Klinikum.

Die Verletzungen zog sich der junge Kicker nicht während der Meisterschaftsrunde zu, sondern in einem Nebenraum der alten Augustdorfer Sporthalle am Inselweg. Dieser wurde von den acht Mannschaften à zehn Kindern zum Aufwärmen genutzt. Offensichtlich stahlen sich einige aber auch zwischendurch zum Spielen hinein. Und da geschah das Unglück: Eines der Tore – so wird im Moment vermutet – kippte um und traf den Jungen. Das Turnier wurde sofort abgebrochen.

"Wie sich die näheren Umstände dieses tragischen Unglücks darstellen, muss noch geklärt werden", sagte Kai Hahn vom Fußball- und Leichtathletik-Kreis (FuL-Kreis) Detmold, der das Geschehen vor Ort miterlebte. Die Gedanken von Volker Dierk, Vorstandsmitglied des FuL-Kreises Detmold und Sportlicher Leiter Jugend des die Vorrunde ausrichtenden FC Augustdorf, sind ganz bei dem Jungen: "Das wichtigste ist, dass der Unfall keine bleibenden Schäden hinterlässt."

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf hat die Tore im Nebenraum der Sporthalle sichern lassen. - © Foto: Gerstendorf-Welle
Bürgermeister Dr. Andreas Wulf hat die Tore im Nebenraum der Sporthalle sichern lassen. (© Foto: Gerstendorf-Welle)

Der Nebenraum, in dem der Unfall geschah, liegt zwar der Tribüne gegenüber, war aber nicht einsehbar. Erst als einige Kinder schreiend herauskamen, zog einer der Betreuer die Abtrennung zu dem Raum hoch und fand den verletzten Jungen. Christian Neugebauer, Jugendgeschäftsführer vom FC Augustdorf, leistete gemeinsam mit anderen Erste Hilfe. "Es war ein schrecklicher Anblick. Man sieht in diesem Moment seine eigenen Kinder vor sich", sagt der 52-Jährige, der sich seit Jahren ehrenamtlich für den Augustdorfer Fußball einsetzt und "so etwas" noch nie erlebt hat. Der Elfjährige wurde ins Gilead-Klinikum nach Bielefeld gebracht, wo er zunächst auf die Intensivstation kam. Mittlerweile soll es ihm schon wieder etwas besser gehen.

Simone Corbelin, Geschäftsführerin der SpVg Hagen-Hardissen, für den der Verunglückte spielt, möchte niemandem die Schuld für den Unfall geben. "Die Eltern des Jungen und wir alle wollen aber, dass so etwas keinem Kind je wieder passieren darf", betont die 41-Jährige.

Die Gemeinde Augustdorf hat nach Angaben von Bürgermeister Dr. Andreas Wulf alle Sicherheitsstandards eingehalten. "Es handelt sich um einen Abstellraum. Es ist nicht vorgesehen, dass darin gespielt wird. Deshalb waren die Tore nicht gesichert", erklärt der Verwaltungschef. Wenn doch darin gespielt würde, müssten Erwachsene dabei sein. Die Aufsichtspflicht habe der Verein.

Handlungsbedarf seitens der Gemeinde sieht Wulf dennoch. Als Sofortmaßnahme wurden die Tore zur Sicherung zusammengekettet. "Jetzt müssen wir erst einmal den Sachverhalt aufklären. Danach werden wir uns überlegen, ob die Tore woanders hinkommen oder besonders gesichert werden, obwohl dies nicht vorgeschrieben ist", so der Bürgermeister.

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