Senner Pferde weiden in Augustdorf

Guntmar Wolff

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Die Senner Pferde freuen sich über die neue Koppel. (© Guntmar Wolff)

Augustdorf. Das Galoppieren der Pferde ist von Weitem zu hören. Mit einer beeindruckenden Präsenz und Eleganz erkunden die drei Senner Pferde „Venus", „Juwel" und „Unica" ihr neues Domizil, die fünf Hektar große Koppel am Furlbachtal. Viele Gäste hatten sich zum Auftrieb der seltenen Pferderasse eingefunden.

Ein Stück ursprüngliche Natur

Die drei Pferde werden nun immer im Sommerhalbjahr auf der Koppel sein. „Und damit schaffen wir auch wieder, ein Stück der ursprünglichen Natur zurückzuholen", erklärt Daniel Lühr, Leiter des Naturschutzgroßprojektes Senne. „Durch die Bodenverletzungen der Hufe wird der Weg für die Pionierpflanzen wieder freigemacht, die dann zum Vorschein kommen können", erklärt Lühr. Und auch die Geschäftsführerin des Naturparks, Birgit Hübner, zeigte sich von dem Projekt beeindruckt. „Dass der Auftrieb der Senner Pferde gelungen ist, stellt einen Meilenstein dar", erklärte sie. Damit sei ein Projektteil umgesetzt worden, der groß, schön und selten sei, so Hübner.

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf wies darauf hin, dass Augustdorf eben mehr zu bieten habe als die Bundeswehr. „Augustdorf wird unterschätzt." Er betonte, dass die Sennerandgemeinde viele Schätze habe, die schützenswert seien. „Die Gemeinde will die Natur erhalten", so Wulf, der sich über die neue Attraktion erfreut zeigte.

"Die Senne und die Senner Pferde gehören einfach zusammen"

Auch den Gästen gefiel die Ankunft der Pferde. „Die Senne und die Senner Pferde gehören einfach zusammen", erklärte Bernd Milde, Vorsitzender des Naturschutzbundes Lippe. Besonders beeindruckt zeigte sich Milde auch davon, dass die Pferde nicht nur Gras, sondern auch einen Wald auf der Koppel vorfinden, in den sie sich zurückziehen können. „Das ist einfach ein supertolles Projekt", schwärmte der Vorsitzende. Beeindruckt zeigte sich aber auch Lühr von der Kooperation mit den Haltern der Pferde, unter ihnen Anette Strohdiek und Claudia Wendt-Sölter. „Die Zusammenarbeit war einfach sehr harmonisch", so Lühr.

Die Pferde zeigten beim Auftrieb keine Scheu, und nach einem ersten Erkundungsgalopp versammelten sie sich am Zaun und ließen sich bereitwillig von den anwesenden Kindern mit Gras füttern. „Die Tiere sind lieb, aber trotzdem muss man ein wachsames Auge haben", warnte Lühr.

Im Jahr 1160 erstmals erwähnt

Die Senner Pferde gelten als die älteste Pferderasse Deutschlands und wurden im Jahr 1160 erstmals urkundlich erwähnt. Heimatdichter wie Hermann Löns und Ludwig Altenbernd beschrieben in ihren Gedichten, wie sie den Senner Pferden in freier Wildbahn begegneten. Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts verschwanden die Tiere aus der Heimat. Der Legende nach sind die Senner Pferde Nachfahren der Römerpferde, entlaufen in der Schlacht am Teutoburger Wald. Seit dem 16. Jahrhundert wurden die Pferde züchterisch vom Gestüt Lopshorn betreut. In Lopshorn befand sich auch ein Jagdschloss.

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