1000er Marke überschritten: Kreis und Gemeinde wollen gegen hohe Inzidenz in Augustdorf vorgehen

Nadine Uphoff

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Die Situation in Augustdorf ist angespannt. - © Archivfoto: Gemeinde Augustdorf
Die Situation in Augustdorf ist angespannt. (© Archivfoto: Gemeinde Augustdorf)

Augustdorf. Der Schock am Freitagmorgen war groß: Die Inzidenz in der Gemeinde Augustdorf hat die 1000er Marke überschritten. 135 Menschen in Augustdorf sind aktuell am Coronavirus erkrankt. Nach Angaben des Kreises fühlen sich viele Lipperinnen und Lipper durch den sehr hohen Wert verunsichert und fordern Maßnahmen. Doch was bedeutet das hohe Infektionsgeschehen jetzt für die Gemeinde?

Der Kreis Lippe erklärt, dass er nach derzeitigem Stand der Verordnungen keine rechtliche Handhabe hat, um erweiterte Schutzmaßnahmen anordnen zu können, wie es vor Monaten noch durch Allgemeinverfügungen möglich war. Daher konzentriere er sich nun auf diejenigen Punkte, in denen Einfluss genommen werden kann. Das sei die Bearbeitung der Infektionslage durch das Gesundheitsamt. Übergeordnetes Ziel sei es dabei, die Infektionsketten offenzulegen und zu durchbrechen.

Infektionsketten durchbrechen

Dazu schreibt der Kreis in einer Mitteilung: „Die Infektionslage in den Familienverbünden wird durch das Gesundheitsamt des Kreises zurzeit noch detaillierter qualitativ bewertet und es wird überlegt, ergänzende Schwerpunkttestungen zu organisieren. Auf dieser Basis wollen Gemeinde und Kreis weitere präventive und interventive Maßnahmen für die Gemeinde ergreifen."

Dazu werden die Erfahrungen des Kommunalen Integrationszentrums genutzt. So sollen für eine zielgruppenspezifische Ansprache mehrsprachige Flyer verteilt werden, die über das Thema Impfen und das Verhalten in einer Quarantäne informieren. Es gehe darum, die Impfquote in Augustdorf zu erhöhen. Infizierte Personen und Kontaktpersonen, die in Quarantäne seien, müssten mit Bußgeldern rechnen, wenn die Quarantäne gebrochen wird.

Außerdem ist der Flohmarkt an der Grundschule In der Senne, der am Samstag stattfinden sollte, aufgrund der hohen Infektionszahlen abgesagt worden. Der zweite Termin am Samstag, 2. Oktober, bleibt laut Organisatorin Manuela Schramm zunächst bestehen.

"Uns erschrecken die Zahlen"

Auch in der Ratssitzung am Donnerstagabend war der Inzidenzwert Thema. Bürgermeister Thomas Katzer sagte auf Nachfrage von Harald Schultze: „Uns erschrecken die Zahlen auch." Er habe sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Impfbus vergangene Woche nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch an der Wineo-Arena gestanden habe.

Zudem seien vier Dolmetscher dabei gewesen, die später auch in die Wohngebiete gegangen seien und die Menschen angesprochen hätten. Er verwies aber auch darauf, dass es sich weiterhin um ein „diffuses Infektionsgeschehen" handele. Sämtliche Altersstufen, Bildungsschichten, Personenkreise, Straßenzüge und Nationalitäten seien betroffen. „Wir müssen jetzt auf die Menschen zugehen und darüber aufklären, dass eine Impfung eben kein Teufelswerk ist. Eine andere Möglichkeit haben wir nicht."

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