"Dübör" schlägt noch tiefere Wurzeln

Weltmarktführer für Backtrennmittel baut im Werler Feld eine neue Produktionsstätte

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Tiefe Bohrung: Mit einem Spezialgerät gießen Bauarbeiter derzeit rund 50, bis zu zehn Meter tiefe Betonpfähle in die Erde, um ein solides Fundament zu schaffen. - © Foto: Backe
Tiefe Bohrung: Mit einem Spezialgerät gießen Bauarbeiter derzeit rund 50, bis zu zehn Meter tiefe Betonpfähle in die Erde, um ein solides Fundament zu schaffen. (© Foto: Backe)

Bad Salzuflen-Werl. Eine Erdölbohrung im Werler Feld? Aufmerksame Autofahrer auf der B 239 werden in den vergangenen Tagen mit Verwunderung die schlanke Stahl-Konstruktion auf dem Gelände am Grünen Sand/Ufler Weg wahrgenommen haben. Doch es ist vielmehr die Fundament-Vorbereitung für ein Bauprojekt, das Salzuflens Wirtschaft insgesamt gut zu Gesicht stehen wird. Bis Jahresende möchte "Dübör" hier - auf dem Gelände des ehemaligen Textilgroßhändlers Ligro - eine neue Produktionsstätte mit 3.000 Quadratmetern Nutzfläche einweihen. Damit einher gehen Veränderungen am jetzigen Stammsitz, der sich Luftlinie 500 Meter entfernt Richtung Werre befindet.

Völlig abwegig ist die Assoziation mit einem Förderturm allerdings nicht. Immerhin verdankt das 1955 von Horst Groneweg gegründete Unternehmen seinen Erfolg unter anderem dem geschickten Umgang mit (Pflanzen-)Öl. In einem hochkomplexen Verfahren stellt "Dübör" Backtrenn- und Schneidemittel für die Brot- und Backwaren-Industrie her. Es geht um ein Problem, das im Kern jeden Hobby-Bäcker beschäftigt: Was hilft der schönste Kuchen, wenn er nicht aus der Form will?

Dabei haben sich die Bad Salzufler Experten auf große Mengen spezialisiert. Während es die Produkte für kleinere Betriebe auch in Sprayflaschen gibt, sind Lieferungen in 500- oder 1000-Liter-Behältern keine Seltenheit. Geht es zu den ganz Großen der Branche, deren Produkte in den Tiefkühlregalen eines jeden Supermarktes zu finden sind, darf es in der Regel gleich eine ganze Tankwagen-Ladung sein. Eine weitere Spezialität: Bei "Dübör" gibt es nicht nur die Produkte zu kaufen. Es wird bei Bedarf auch gleich die passende Maschine konstruiert und gebaut, um das Backtrennmittel automatisiert einzusetzen.

Der kontinuierlich wachsenden Nachfrage will das Unternehmen neben weiteren Produktionsstätten in Frankreich, Norddeutschland, der Schweiz und künftig sogar Manila auch durch die Veränderungen in Bad Salzuflen gerecht werden. Projektkoordinator Wolfgang Puls sieht in dem Neubau, in den auch Teile des alten, schon vor einigen Jahren von "Dübör" gekauften  Ligro-Gebäudes integriert werden, einen Meilenstein in der Firmengeschichte: "Die Kapazität sollte dann für die nahe Zukunft erst einmal reichen. Es ist auf jeden Fall ein klares Bekenntnis, den Standort dauerhaft zu sichern."

Während die Verwaltung und die Maschinenbau-Abteilung am alten Firmensitz bleiben, ziehen Produktion, Technikum, Entwicklungsabteilung, Lager und Versand später in den neuen Betrieb. Der steht dann dank der bis zu zehn Meter tief verankerten Betonpfähle trotz eines schwierigen Bauuntergrunds auf soliden Füßen. Und auch diese Assoziation passt offensichtlich zu "Dübör".

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