Salzuflen ist erste allergikerfreundliche Kommune in OWL

Bad Salzuflen will es Allergikern leicht machen

Heidi Stork

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Eine Allergikerin muss niesen: Das soll in Bad Salzuflen künftig viel seltener passieren. Der Kurort setzt auf allergikerfreundliche Betriebe und Einrichtungen. - © Bernhard Preuß
Eine Allergikerin muss niesen: Das soll in Bad Salzuflen künftig viel seltener passieren. Der Kurort setzt auf allergikerfreundliche Betriebe und Einrichtungen. (© Bernhard Preuß)
Freude übers Zertifikat: Kurdirektor Stefan Krieger. - © Heidi Stork
Freude übers Zertifikat: Kurdirektor Stefan Krieger. (© Heidi Stork)

Bad Salzuflen. Bad Salzuflen ist die erste allergikerfreundliche Kommune in OWL. Beim gestrigen Festakt zur Zertifikatübergabe im Kur- und Stadttheater ist die hohe gesundheitstouristische Bedeutung dieses Prädikats deutlich geworden.

Nach intensiver Vorarbeit und Schulung der Beteiligten bietet die Kurstadt nun die nötigen Voraussetzungen, die dem Standard der „Europäischen Stiftung für Allergieforschung“ (ECARF) entsprechen. Dazu gehören allergikerfreundliche Gästebetten ebenso wie Supermärkte, Bäcker und Friseure, bei denen die Betroffenen das finden, was ihnen gut tut. Insgesamt knapp 30 ortsansässige Hotels, Pensionen, Restaurants, Cafés, Friseure und Supermärkte haben die Zertifizierung bereits durchlaufen und damit der Kurstadt zum offiziellen Titel „allergikerfreundliche Kommune“ verholfen.

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Positive Bilanz

Seit April 2013 ist Schmallenberg im Sauerland als allergikerfreundliche Region zertifiziert. Astrid Völlmecke, Projektleiterin der Gesundheitsservice-Zentrale, zieht eine durchweg positive Bilanz. Zwar sei die Entwicklung der allgemeinen Gästezahlen schwierig zu messen, doch die Zahl der zertifizierten Betriebe habe sich von anfangs 40 auf 60 gesteigert. Auch die Nachfrage nach allergikerfreundlichen Speisen sei stark gestiegen. So werden in den zertifizierten Restaurants und Hotels eigens zubereitete Speisen serviert. Auf der Homepage des Schmallenberger Tourismusverbandes werden alle zertifizierten Betriebe unter der Rubrik „allergikerfreundlicher Urlaub“ aufgeführt.

Bundesweit ist Bad Salzuflen die sechste dieser Art. Von der besonderen Ausrichtung profitieren nicht nur die Gäste, sondern auch die Bewohner Bad Salzuflens. So lud Kurdirektor Stefan Krieger die zahlreichen Gäste im Kur- und Stadttheater zu einem „Urlaub von der Allergie“ ein. Die geballte medizinische Kompetenz unter den Anwesenden zeige deutlich, welche Strahlkraft dieses Projekt habe. Die Idee dahinter wurde sehr anschaulich in einem kleinen Image-Film über Bad Salzuflen erklärt, in dem zertifizierte Betriebe zu Wort kamen.

Fotostrecke: Festakt zur Zertifizierung "Allergikerfreundliches Bad Salzuflen"

Demnach reicht das Angebot von allergikerfreundlichen Gästebetten und speziellen Pflegeprodukten im Hotelbereich über allergikerfreundliche Menüs in Restaurants, besonders gekennzeichnete Lebensmittel im Supermarkt bis hin zum separaten VIP-Bereich beim Friseur. Über allem stehe die individuelle Kundenberatung.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf freute sich besonders über die breite Unterstützung durch die zertifizierten Betriebe. „Das ist ein deutliches Signal“, betonte er. Rolf von Bloh wies als Geschäftsführer des deutschen Heilbäderverbandes auf die vielfältigen Veränderungen in der Gesellschaft hin, die auch das Heilbäderwesen vor große Herausforderungen stelle.

Kurdirektor Stefan Krieger, der später mit Astrid Völlmecke, der Projektleiterin der Gesundheitsservice-Zentrale aus Schmallenberg im Sauerland, auf der Baumelbank Platz nahm, machte mehr als deutlich, wie sehr ihm, der selbst Allergiker ist, das Thema Aufklärung am Herzen liegt. Er freue sich über das starke, pragmatische Konzept und die enge Vernetzung. „Das Projekt hat noch erhebliches Potenzial“, unterstrich er optimistisch.

Mit der Badeärztin Dr. Monika Harms von der Nordseeinsel Borkum und dem Salzufler Badearzt Dr. Eckhard Schreiber-Weber kamen anschließend zwei Mediziner zu Wort, die das Projekt ebenfalls lobten. Für musikalische Unterhaltung zwischen den Beiträgen sorgte das Bad Salzufler Orchester.

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