Messe in Salzuflen zeigt viele kuriose Möbel

Neue Trends in Bad Salzuflen: Vintage, Shabby Chic oder Stil der 60er und 70er Jahre – alles wird bunt gemischt

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Auf der Möbelmesse gibt es viele ausgefallene Möbelstücke. - © Vera Gerstendorf-Welle
Auf der Möbelmesse gibt es viele ausgefallene Möbelstücke. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Bad Salzuflen. Die Möbelordermesse M.O.W. zeigt dem Fachpublikum in diesem Jahr auch Kuriositäten im Bad Salzufler Messezentrum. Ein schmaler Stehtisch mit einer alten Lkw-Motorhaube. Ein Hocker mit einem ausgedienten Treckersitz – oder ein weißes Sportauto mit Matratze als Kinderbett.

Erlaubt ist, was gefällt. Dazu gehören auch Möbel im Retrostil der 60er und 70er Jahre, Vintage, Gothic, und Shabby Chic sowie Recyceltes. Lackreste und nachträgliche Gebrauchsspuren sorgen für Patina. „Es gibt Strömungen wie in der Mode. Am besten alles bunt gemischt“, sagt Kaja Möller, Sprecherin der Messe Ostwestfalen. Beim Jungen Wohnen reicht die Stilpalette von Country über Almhütte bis zum modernen Loft.

Fotostrecke: Möbelmesse M.O.W. in Bad Salzuflen

Möller nennt noch einen Trend. Möbelhersteller setzen auf individualistischere Produkte. „Niemand will so wohnen wie sein Nachbar.“ Und so würden Kundenwünsche bei der Fertigung zunehmend in Losgröße eins gefertigt. Die Möbelbranche spricht von der „Individualisierung im System“ mit vielen möglichen Sonderausstattungen und Optiken.

So bietet die Wellemöbel GmbH aus Bad Lippspringe für ihre Schlafzimmerschränke allein mehr als 100.000 Farbvarianten bei den gesamten einzelnen Bestandteilen (wie Griffe, Beschläge, Türen, Front). Ganz neu im Angebot: ein begehbarer Schlafzimmerschrank in verschiedensten Größen. Das kleinste Exemplar ab 2.000 Euro findet mit nur ein Meter Tiefe und 2,23 Meter Breite selbst im kleinen Raum Platz.

Im Wohnzimmer ersetzen flexible Einzelmöbel die große Schrankwand. Das Sideboard rückt als Solitär in den Vordergrund. Zerlegbare Modulsofas lösen Riesensofas ab. Kleine Holzkästen mit variabel austauschbaren bunten Schubläden sind flexibel, auch versetzt stapelbar.

Neben Massivholzmöbeln werden echt wirkende Nachbildungen gezeigt. Glatte Oberflächen reihen sich an raue. Holz wird mit Lack, Glas oder selbst Betonoptik kombiniert. Die Farben sind im Vergleich zum Vorjahr gedeckter. Gezeigt wird vor allem viel Weiß, zudem Grau, Schlamm- und Holztöne (Eiche, Nussbaum, Buche). Kleinere Polsterelemente gibt es auch in Limone, Blau und Türkis.

Bernd Schäfermeier, Geschäftsführer der Messe Ostwestfalen, ist mit dem Messeauftritt an noch einem Standort (Barntrup entfällt) rundum zufrieden. Neben der Messequalität sei auch die Akzeptanz der Besucher sehr gut. Am Montag seien es 9 Prozent mehr Fachbesucher gewesen. Und er betont: „Rund 90 Prozent unserer Aussteller stellen in Deutschland auf keiner anderen Messe aus als auf der M.O.W.“

Auch werde die Messe internationaler. Italien sei 2014 nur mit 15 Teilnehmern da gewesen, so der Messechef, dem neuerdings Maximilian Richter als Projektmanagement-Assistent zur Seite steht. Schäfermeier sieht die M.O.W., die „im Herbst die größte Möbelmesse Europas ist“, auf dem richtigen Weg. „In OWL wird immer noch mehr als ein Viertel aller Möbelumsätze Deutschlands erwirtschaftet.“ Damit finde die Region europaweit und darüber hinaus als Möbelhochburg Anerkennung. „Die Messe für die Mitte des Marktes wird akzeptiert und anerkannt.“

Erwartet werden bis zum Donnerstag rund 10.000 Messebesucher. Aber die Zahl sei nicht entscheidend, sagt Geschäftsführer Andreas Reibchen. Die bundesweit 16 Einkaufsverbände (darunter Begros) ordern nach seinen Angaben hierzulande 80 Prozent der Möbel, die dann im Handel angeboten werden. Mancher Aussteller mache sein Geschäft an nur einem Messetag.

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