Artjom soll zum Aquafitness-Kult werden

Stefan Backe

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Artjom Lutkov, Namensgeber der Aquafitness-Methode, und seine Frau Jana Lutkova legen sich beim Fotoshooting in einem norwegischen Fjord ins Zeug. In der Hand halten sie jeweils eines der von ihnen selbst entwickelten Geräte. - © Privat
Artjom Lutkov, Namensgeber der Aquafitness-Methode, und seine Frau Jana Lutkova legen sich beim Fotoshooting in einem norwegischen Fjord ins Zeug. In der Hand halten sie jeweils eines der von ihnen selbst entwickelten Geräte. (© Privat)

Bad Salzuflen. Zumba ist in aller Munde. Mittlerweile ist das Fitness-Konzept eines kolumbianischen Tänzers ein weltweit geschütztes Warenzeichen mit Millionen Fans in entsprechenden Kursen. Unter dem Dach der Salzufler Firma Beco arbeiten Experten hart daran, eine ähnliche Erfolgswelle für Fitnesssport im Wasser loszutreten.

Seit Jahren entwickelt das Wassersportunternehmen innovative Geräte für Aquafitness. Drum herum sind nun Kurse für drei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen entwickelt worden, die unter dem Namen Artjom zum Standard in der Branche werden sollen. Für Sonntag auf 16 Uhr (Einlass 15.30 Uhr) lädt Beco alle Interessierten zur kostenlosen Mitmach-Premiere ins Hallenbad Lohfeld ein. Die LZ sprach mit Beco-Managerin Jana Lutkova, die das Programm zusammen mit ihrem Mann Artjom Lutkov entwickelt hat.

Frau Lutkova, was erwartet die Besucher im Lohfeld?

Jana Lutkova: Ein innovatives Training mit einer tollen Show, eigens komponierter Musik und Lichtelementen. Und ein einzigartiger Trainer und Motivator, der an sich schon ein Erlebnis ist.

Aquafitness ist nicht neu. Was machen Sie anders?

Lutkova: Artjom ist weder Animation noch Krankengymnastik. Es ist Sport. Die geschützte Artjom-Methode basiert auf der Wirkung von Wasser auf den menschlichen Körper. Sie setzt erstmals wissenschaftlich erprobte Standards für Aquafitness. Jeder Teilnehmer erreicht ein effektives Training und steigert sein Wohlbefinden. Artjom macht riesig Spaß und eignet sich für jeden, der Spaß an Bewegung im Wasser hat.

Jetzt werden sich aber viele Aquafitness-Trainer im Land ärgern und sagen: „Das schaffe ich mit meinen Kursen auch“...

Lutkova: Wie gesagt: Der bessere Erfolg unserer Trainingslehre ist durch eine wissenschaftliche Studie an der Uni Flensburg nachgewiesen worden. Es reicht nicht, wahllos Übungen anzubieten, sondern es bedarf einer durchdachten Methodik. Ganz wichtig ist auch, dass der Trainer wirklich auf die Teilnehmer achtet und für die richtige Ausführung sorgt. Unsere jahrelange Erfahrung in der Ausbildung von Aquafitness-Trainern zeigt, dass das oft nicht der Fall ist.

Sie versprechen „Sport ohne Erschöpfung“. Das klingt aber schon nach einer Wunderpille.

Lutkova: Für uns ist Aquatraining eine ernstzunehmende Sportart, in der man persönliche Ziele erreichen kann und soll. Bei uns gibt es keine Rumhopserei mit Poolnudeln, sondern gezieltes Training. Sinn ist es, dass die Muskulatur ermüdet ist und vielseitig angesprochen wurde. Ohne Ermüdung erzielt man keine Wirkung. Bei uns tun einem aber anschließend nicht drei Tage lang die Knochen weh.

Welche Rolle spielen bei Artjom die verschiedenen Geräte, die Sie bei Beco fürs Aquafitness entwickelt haben?

Lutkova: Artjom wird sowohl mit als auch ohne Geräte ausgeführt. Aber egal was wir machen, ob wir Geräte entwickeln oder neue Trainingsstandards – immer steht die Akzeptanz der Wirkung des Wassers auf den menschlichen Körper im Mittelpunkt. Dadurch ist es möglich, einfache Hilfsmittel zu schaffen, die eine große Wirkung haben.

Das Interview führte LZ-Redakteur Stefan Backe.

Salzufler schwimmen im Haifischbecken
Es war einmal die Zeit, als Jedermann im Schwimmbad eine Badehaube tragen musste. Von diesem Zwang profitierte in den 1960er Jahren auch das Knetterheider Unternehmen Beco, das vorher vor allem auf Bürsten und Haarschmuck gesetzt hatte. Mittlerweile hat sich die Firma in der Welt der „wasseraffinen Produkte“ einen festen Namen gemacht.

Wer in den Regalen großer Warenhäuser nach Schwimmzubehör sucht, trifft neben Artikeln der Platzhirsche wie Arena oder Speedo auch auf die Marke „Made in Knetterheide“. Oder besser: Konzipiert in Knetterheide. Denn wie die große Konkurrenz unterhält auch das Salzufler Unternehmen Beco keine eigenen Fertigungsstätten, sondern lässt seine in Bad Salzuflen erdachten und designten Produkte in Asien oder Italien herstellen.

Nicht ohne Stolz berichtet Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter Hans-Jürgen Isermann von bis zu zehnprozentigen Wachstumsraten pro Jahr. Aktuell werden Beco-Produkte nicht nur an Fachhändler in Deutschland verkauft, sondern in 40 Länder exportiert. Zahlen, die umso mehr beeindrucken, wenn man um die große Konkurrenz weiß. „Es gibt mehr als 200 Bademodenhersteller“, betont Isermann. Versuche, seine Marke mit einem Millionen-Sponsoring auf die Siegertreppchen bei sportlichen Großereignissen zu hieven, unternimmt er da gar nicht erst.

Vielmehr haben die Salzufler ihre Nische im Bereich Aquafitness gefunden. Seit Anfang der 2000er Jahre widmet sich Beco hier mit wachsender Begeisterung der Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte. Wesentlichen Anteil daran hat das Ehepaar Jana und Artjom Lutkov, das voll für den Aquasport brennt.

„Es gibt kein Unternehmen weltweit, dass so viele eigene Produkte für Aquatraining anbietet“, erklärt der Geschäftsführer. Die Palette reicht von Groß-Geräten wie Aqua-Bikes oder Unterwasser-Laufbändern über Klassiker wie Gürtel, Hand oder Fuß-Manschetten bis hin zu kleinen Hilfsmitteln, die dank des Wasserwiderstands eine große Wirkung entfalten. „Durch diese Aktivitäten haben wir es geschafft, die Marke Beco mit sportlicher Kompetenz und Glaubwürdigkeit aufzuladen“, sagt der 67-Jährige. Hinzu kommt, dass sich das Unternehmen seit vielen Jahren intensiv in der Ausbildung von Aquafitness-Trainern engagiert. Dass diese dann die Beco-Produkte in ihren Kursen in den Schwimmhallen der Nation verwenden, ist nicht unerwünscht.

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