Im "Glashaus" soll es wieder Konzerte geben

Der älteste und mittlerweile einzige Club in Bad Salzuflen lockt seit mehr als 30 Jahren Partyfreunde an

Katrin Kantelberg

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Ein Blick zurück in die 80er: 1985 eröffnete Peter Raupachdas „Glashaus" in Bad Salzuflen, das sich nicht nur mit den legendären Freitagnächten, sondern auch mit Auftritten international bekannter Musiker einen Namen machte. - © Privat
Ein Blick zurück in die 80er: 1985 eröffnete Peter Raupachdas „Glashaus" in Bad Salzuflen, das sich nicht nur mit den legendären Freitagnächten, sondern auch mit Auftritten international bekannter Musiker einen Namen machte. (© Privat)
Peter Raupach vor der "Wall of Fame". Auf den Eintrittskarten stehen die Namen all der großen Stars, die am Begakamp auftraten. Die Fantastischen Vier, Helge Schneider, Eric Burdon und viele mehr waren dabei. - © Katrin Kantelberg
Peter Raupach vor der "Wall of Fame". Auf den Eintrittskarten stehen die Namen all der großen Stars, die am Begakamp auftraten. Die Fantastischen Vier, Helge Schneider, Eric Burdon und viele mehr waren dabei. (© Katrin Kantelberg)

Bad Salzuflen. Die Fantastischen Vier, Roger Chapman, Chi Coltrane, Eric Burdon – sie alle haben das „Glashaus" gerockt. Jetzt will Betreiber Peter Raupach an die alten Zeiten der Kult-Diskothek anknüpfen und wieder mehr Konzerte organisieren.

Der erste Auftritt ist schon fixiert: Am 8. April werden die „Fine Young Cannibals" mit Frontmann Roland Lee Gift am Begakamp auftreten. Mit ihren Hits „She drives me crazy", „Suspiscous minds" oder auch „Good things" feierte die Band aus Birmingham vor allem Ende der 80er Jahre internationale Erfolge. Damit hofft Peter Raupach den Geschmack seiner Gäste zu treffen – denn längst sind es nicht mehr die ganz Jungen, die ins „Glashaus" kommen. Viele Besucher sind mit ihrer Disse älter geworden – die „Generation Plus", für die der Tanztempel mittlerweile noch zweimal im Monat mit Motto-Veranstaltungen aufmacht. „Ü-30-Partys" kommen dabei ebenso an wie 80er oder 90er Nächte.

1985 hat Peter Raupach das „Glashaus" eröffnet. Damals hatte der frisch examinierte Sozialpädagoge in der ganzen Region nach den passenden Räumlichkeiten gesucht und war in den Hallen der ehemaligen Tielsa-Fabrik am Begakamp fündig geworden. Er setzte auf Risiko, investierte – und musste schon nach wenigen Wochen um die Existenz fürchten: In Herford hatte der „Go-Parc" aufgemacht. „Um uns abzugrenzen, setzten wir auf Live-Konzerte", erinnert sich Peter Raupach und leitete damit letztlich die Erfolgsgeschichte des „Glashauses" ein.

Damals tourten die Bands noch durch die kleinen Clubs, und noch gab es keine aufwendige Technik, die die Modalitäten diktierte. Und so konnte der Bad Salzufler Bill Withers ebenso wie Heinz Rudolf Kunze, Purple Schulz oder auch die Münchner Freiheit auf seiner Bühne begrüßen.

Das „Glashaus" hatte sich etabliert, mit seinem ganz eigenen Charme – und mit den Eierpappen an der Decke, die, speziell gestrichen, für den Lärmschutz sorgten. Noch heute zeugen die vielen Eintrittskarten im Flur von den großen Zeiten: Hinter Glas hängen sie – all die großen Namen, die im „Glashaus" für Stimmung sorgten.

Legendär waren die Freitagabende. Unter dem Motto „Der Saal tobt" brachte DJ Apiz die Menge regelmäßig zum Brodeln. Sicheres Gespür bewies Peter Raupach auch wenige Jahre später bei der Techno-Welle. Er baute in den 90er Jahren die obere Etage aus und machte sich mit den „Salinas Raves" einen Namen, zu denen partyfreudige Raver aus ganz Deutschland anreisten.

Große Zeiten, andere Zeiten – Anfang des Jahrtausends blieb die Diskothek geschlossen, öffnete nur noch für private Veranstaltungen. Seit 2010 bietet Peter Raupach wieder zweimal im Monat Motto-Nächte mit stadtbekannten DJs an.

Bis zu 800 Partygänger kommen dann aus der ganzen Umgebung zum Tanzen und Gucken – und eben die will Raupach wieder für seine Konzerte begeistern. „Natürlich wird es nicht mehr so wie früher", hat er mit den goldenen 80ern abgeschlossen und meint doch, bei einem Teil der Musikindustrie ein Umdenken ausgemacht zu haben.
Einige Musiker, erzählt er, besinnen sich wieder auf die Club-Tourneen, wollen Stimmung und Stimme, statt der großen Technik. Und vielleicht kann davon auch das „Glashaus" profitieren.

Die nächste Motto-Party findet am Samstag, 16. Januar, statt. Dann geht es zurück in die 80er.

Fotostrecke: Glashaus-Diskothek

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