Im Kurhaus werden Vorschläge zur Zukunft Bad Salzuflens gesammelt

Stefan Backe

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Kurdirektor Stefan Krieger, Moderator Cornelius Obier von „Projekt M", Volker Heuwinkel (Vorsitzender Aufsichtsrat Staatsbad) und Bürgermeister Roland Thomas (von links)  stehen nach der dreistündigen Veranstaltung an den Stellwänden, an denen die Stichworte der Teilnehmer zu bestimmten Themen hängen. - © Stefan Backe
Kurdirektor Stefan Krieger, Moderator Cornelius Obier von „Projekt M", Volker Heuwinkel (Vorsitzender Aufsichtsrat Staatsbad) und Bürgermeister Roland Thomas (von links)  stehen nach der dreistündigen Veranstaltung an den Stellwänden, an denen die Stichworte der Teilnehmer zu bestimmten Themen hängen. (© Stefan Backe)

Bad Salzuflen. Wohin geht die Reise für Salzuflen als Gesundheits- und Tourismus-Standort? Angestoßen vom Staatsbad, soll diese Gretchenfrage in einem zweijährigen Prozess beantwortet und die Erkenntnis in ein klares Handlungskonzept gegossen werden. Am Dienstagabend haben sich die Verantwortlichen bemüht, 
eine Fach-Öffentlichkeit ins Boot zu holen.

Rund 100 Personen aus den Bereichen Beherbergung, Einzelhandel, Gesundheit, Gastronomie, Kultur, Politik, Sport, Stadtmarketing, Stadtverwaltung und Vereine waren der Einladung zu der Veranstaltung ins Kurhaus gefolgt – die aus Sicht von Bürgermeister Roland Thomas einen besonderen Stellenwert hatte. „Ich habe hohe Erwartungen an diesen Abend", betonte der Schirmherr des Zukunftsdialogs zur Begrüßung.

Denn nach einer einstündigen Einführung in den bisherigen Prozess waren Meinung und Ideen der Teilnehmer gefragt – jedenfalls in Stichpunkten. So galt es, zu den drei Geschäftsfeldern Gesundheit, Freizeittourismus sowie Tagungs- und Geschäftsreisetourismus jeweils mögliche Vorschläge und Herausforderungen zu formulieren. Die auf verschiedenfarbigen Karten gesammelten Gedanken hingen am Ende an großen Stellwänden – ein beeindruckendes Bild, das aber in der abschließenden, halbstündigen Gesprächsrunde auch für kritische Anmerkungen sorgte.

So stand neben der Frage, wie die Ideen jetzt weiterverarbeitet werden, die Sorge im Raum, dass sich die Verantwortlichen lediglich die Karten zur weiteren Verarbeitung herauspicken könnten, die ins gedachte Konzept passten. Die Antwort auf diese Bedenken können sich die Anwesenden wahrscheinlich im Herbst selbst geben. So ist geplant, dass es dann einen weiteren Zukunftsdialog geben wird, der auch etwas dialoglastiger sein soll.

Im Gespräch mit der Presse bezifferte Cornelius Obier von der beauftragten Beratungsfirma „Projekt M" den Fortschritt bis zur Fertigstellung des Konzepts auf 40 Prozent. Man werde die Ideen jetzt „verdichten und bewerten". Wie auch Kurdirektor Stefan Krieger und Volker Heuwinkel als Vorsitzender des Staatsbad-Aufsichtsrats bewertete er den Abend als guten Auftakt der Beteiligung.

Bürgermeister Roland Thomas sah seine hohen Erwartungen am Ende ebenfalls erfüllt und sprach von einigen hochspannenden Erkenntnissen. Er machte aber auch deutlich, dass die Rolle der Fach-Öffentlichkeit richtig kommuniziert werden müsse: „Das hier ist eine wichtige Informationsquelle. Letztlich muss das Gesundheits- und Tourismuskonzept fachlich stimmig gemacht werden. Entschieden wird es aber in den in den politischen Gremien."

Zwischenruf: Es werden hohe Erwartungen geweckt

Der Zukunftsdialog war eine interessante Veranstaltung, die Appetit auf mehr gemacht hat – auf mehr Gesundheit, mehr Staatsbad, mehr Konzept, mehr Leben in der Stadt. Man darf den Verantwortlichen glauben, dass ihnen die Meinung der Teilnehmer wichtig ist. Aber jeder müsste wissen, dass es kaum möglich sein wird, alle geweckten Erwartungen zu erfüllen. Am Ende wäre mit der basisdemokratischen Meinungsfindung sowieso Schluss – dann legt die Politik die Marschroute fest. Hoffentlich dient der Prozess auch dazu, dass die Parteien dann mit einer Stimme sprechen.

Information

Salzuflen soll an die NRW-Spitze

Das Staatsbad Bad Salzuflen verfolgt das Ziel, das führende Heilbad in NRW zu werden und im Kreis der 350 Heilbäder in Deutschland zu den besten Orten zu gehören. Dafür wollen die Verantwortlichen klar definierte Ziele, Strategien, Geschäftsfelder und Maßnahmenpläne erstellen. Der Standort Bad Salzuflen soll auf Basis einer langfristigen Konzeption ausgerichtet werden. „Eine nachhaltig erfolgreiche Umsetzung für die Zukunft soll damit gewährleistet werden, dass sämtliche maßgebliche Anspruchsgruppen aus Bad Salzuflen gemeinsam eine zukunftsfähige Ausrichtung des Staatsbads definieren und den erforderlichen Veränderungsprozess aktiv mitgestalten", betont Cornelius Obier von der damit beauftragten Beratungsfirma „Projekt M" aus Hamburg.

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