Historische Maschinen auf dem Windberg in Wüsten

Heidi Stork

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Senior trifft auf Senior: Beim Treff auf dem Windberg bleiben aber nicht nur die Älteren unter sich. Auch viele junge Liebhaber kommen zum Gucken. - © Heidi Stork
Senior trifft auf Senior: Beim Treff auf dem Windberg bleiben aber nicht nur die Älteren unter sich. Auch viele junge Liebhaber kommen zum Gucken. (© Heidi Stork)

Bad Salzuflen-Wüsten. Rund 200 Trecker- und Oldtimerfreunde sind am Wochenende der Einladung vom Motorsport-Club Wüsten gefolgt, um sich auf dem Windberg zu Dieselgesprächen zu treffen. Autofahrer brauchten auf der Kirchheider- und Pillenbrucher Straße zuweilen etwas Geduld, als die historischen Trecker samt angehängten Bauwagen den Berg hinauf tuckerten.

Alle zwei Jahre veranstaltet der MC Wüsten auf dem traumhaft gelegenen Anwesen des Vorsitzenden Friedrich-Wilhelm Mügge ein Treffen für Freunde historischer Traktoren und Erntemaschinen. Für die Organisation war in diesem Jahr erstmalig die 19-jährige Annika Vieregge zuständig. „Beim ersten Treffen waren etwa 50 Treckerfreunde hier, beim zweiten waren es gut 100 und im vorigen Jahr bereits 300", erzählt die junge Frau, die beim ersten Windberg-Treffen gerade mal neun Jahre alt war. Heute nennt sie einen Mc Cormick, Baujahr 1960, ihr Eigen. „Mein Vater hat schon seit vielen Jahren ein Faible für historische Traktoren, und wenn er früher zu Treffen fuhr, mussten wir Kinder natürlich auch mit", erinnert sie sich.

Fotostrecke: Trecker- und Oldtimertreffen in Wüsten

Übernachtet wird unter Treckerfreunden ganz zünftig im mitgebrachten Bauwagen. Auf dem Windberg wurde deshalb ein ganzes Bauwagendorf errichtet. Etwa 50 Fahrer hatten sich zur Übernachtung mit ihren rollenden Schlafstätten angemeldet. Das dürfte auch dringend nötig gewesen sein, denn die wenigsten Fahrzeuge verfügen über eine Kabine. „Da ist so ein Bauwagen eine feine Sache, damit man nicht am selben Tag den Rückweg antreten muss", betonte Friedrich-Wilhelm Mügge.

Auch für Kinder war das Treffen eine Riesengaudi. So zog der 13-jährige Lukas Holtgrewe gemeinsam mit Schwester Sina und Kumpel Joel auf einem benachbarten Feld seine Kreise mit einem kettengetriebenen Agria Einachser. „Mit der Lenkbremse fährt es sich ganz gut", rief er seinem Papa Klaus Holtgrewe zu, der den kleinen Ausflug seiner Kinder beobachtete. Etwas weiter hinten spuckte ein Lanz Bulldog, Baujahr 1939 im Standgas Ringe in die Luft. Der Fahrer Julian Freitag ist nicht zu überhören, wenn er sich auf den Weg zu einem Trecker-Treffen macht. Für Aufsehen sorgt auch Jörg Kubbig aus Lemgo, wenn er mit seinem 48er Ursus (dem polnischen Lanz Bulldog) unterwegs ist. Vor 15 Jahren hat er das alte Schätzchen erstanden und seitdem mit viel Liebe zum Detail restauriert.

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Zurück in die gute alte Zeit

Mit alten Erntemaschinen haben die Teilnehmer des Trecker- und Oldtimertreffens in Wüsten das Wirtschaften vergangener Jahrzehnte wieder aufleben lassen. Die Zuschauer konnten historische Kartoffelroder bei der Ernte beobachten. Mit einem Holzspalter aus dem Jahr 1945, der über einen Riemen von einem alten Dieselmotor angetrieben wurde, ernteten Christoph Lohmeier und Achim Zurheide neidvolle Blicke. Die historische Maschine spaltet mühelos jede Baumscheibe in kamingerechte Holzscheite. Für Aufmerksamkeit sorgte auch der Sohn des Hauses, Thorsten Mügge, als er seine liebevoll restaurierte Zündapp DB 200, Baujahr 1953, aus dem Schuppen holte.

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