Salzuflerin qualifiziert sich mit "Benny Blue" für Equitana-Showprogramm

Tanja Watermann

  • 0
Ein tolles Team: Kathrin Harms-Hirche auf ihrem Deutschen Reitpony „Benny Blue". Es ist nur 1,42 Meter klein und wirkt bei Prüfungen oft wie ein Exot, wenn der Wallach neben großrahmigen Hannoveranern startet. Auf der Wiese fällt das indes nicht so sehr auf. - © Tanja Watermann
Ein tolles Team: Kathrin Harms-Hirche auf ihrem Deutschen Reitpony „Benny Blue". Es ist nur 1,42 Meter klein und wirkt bei Prüfungen oft wie ein Exot, wenn der Wallach neben großrahmigen Hannoveranern startet. Auf der Wiese fällt das indes nicht so sehr auf. (© Tanja Watermann)

Bad Salzuflen. Für Dressurreiterin Kathrin Harms-Hirche (40) ist in der vergangenen Woche ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie wird, gemeinsam mit ihrer Freundin Melanie Enk vom Knabstruppergestüt „Af Wendandi" aus Friedewalde, auf der weltgrößten Messe des Pferdesports, der „Equitana" in Essen, auftreten.

Nur acht der insgesamt 13 zuvor aus ganz Deutschland ausgewählten Teams konnten sich mit ihren Showbildern in einem Internetvoting zur Teilnahme qualifizieren. Insgesamt waren mehr als 400 Videos und Bewerbungen beim Messeteam eingegangen. Im eigens entwickelten „Katina-Cup" treten die acht Nachwuchstalente unter den Showreitern jetzt im März gegeneinander an.

Die Reiterinnen aus OWL sind hochmotiviert, da sie beide Pferde abseits der gängigen Turniernormen reiten. Harms-Hirche war in der vergangenen Saison in zehn M-Dressuren platziert und ist S-Dressuren geritten. Das Besondere: Sie tritt auf ihrem nur 1,42 Meter kleinen Deutschen Reitpony „Benny Blue" an, das über ein braunes und ein eisblaues Auge verfügt. In den Prüfungen ist sie oft der einzige Exot, wenn neben ihr die großrahmigen Hannoveraner starten.

Sie ist stolz auf den zehnjährigen Wallach, den sie selbst gezogen und ausgebildet hat. Aktuell stehen beide in der Rangliste NRW „FN Erfolgsdaten" der Ponys auf Platz 33. Doch für die engagierte Reiterin aus Bad Salzuflen stehen nicht die Platzierungen im Vordergrund. Sie wolle zeigen, dass Pferde, die nicht den gängigen Schönheitsidealen für hochklassige Dressurprüfungen entsprechen, ebenso tolle Leistungen bringen könnten.

„Als ich von dem Cup gehört habe, wusste ich, da müssen wir teilnehmen", erklärt sie, während sie bei minus fünf Grad ihr Pony sattelt. Sie tritt zusammen mit Melanie Enk und ihrem „Professor" (14) an, einem „Pippi-Langstrumpf-Pferd" der seltenen dänischen Knabstrupper. Beide haben sich mit einem sogenannten „Pas-de-deux" beworben, also einer Kür, die zu Musik geritten wird und die Leichtigkeit der hohen Dressur zeigt.

Normalerweise paart man die Pferde so, dass sie möglichst einheitlich aussehen und allein dadurch Grazie und Harmonie ausstrahlen. „,Benny‘ sieht aus, als hätten wir ihn geschrumpft, und der ,Professor‘ wirkt, als sei er aus einem Kinderfilm entsprungen. Wir sind überwältigt, mit dem vierten Platz und 1186 Stimmen dabei zu sein und fiebern jetzt dem Auftritt vor 5000 Zuschauern entgegen", erklärt Harms-Hirche und freut sich, mit feiner Rittigkeit und Ausstrahlung überzeugt zu haben.

Gemeinsam mit Enk, die den „Professor" in der barocken Reitweise vorstellt, zeigen sie die Kür zu irischer Musik. Dabei werden sie durch Steptänzerinnen der Ballettschule Iris Witte aus Bad Oeynhausen unterstützt, die beim Auftritt dabei sein werden. Wer das „Pas-de-Deux" live sehen möchte, sollte am 19. März der „Equitana" im großen Ring der Halle 6 in Essen einen Besuch abstatten. Den Fortgang des Trainings kann man auf den Facebookseiten der Reiterinnen, „Benny Blue & Co" und „Af Wendandi", verfolgen.

Aussteller aus 30 Ländern sind in Essen dabei
Die „Equitana"-Messe in Essen (18. bis 26. März) ist die größte Pferdemesse der Welt. Neben Ausstellern aus mehr als 30 Ländern, die auf mehr als 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine riesige Produktvielfalt rund ums Pferd zeigen, gibt es auch einen Galaabend und verschiedene Cups, bei denen sich die Top-Sportler aller Disziplinen vor internationalem Publikum messen.

Im „Katina-Showcup" können sich Nachwuchstalente mit ihrem Schaubild vor 5.000 Zuschauern und einer fachkundigen Jury präsentieren. Die Experten bewerten die technische Ausführung und den künstlerischen Aspekt der Darbietung. Das letzte Drittel der Bewertung entscheidet das Publikum durch Applaus.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!