Mit Video: Das Heilmittel der Kurstadt ist Mittelpunkt des zweiten Solewannengesprächs

Dieter Asbrock

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LZ-Redakteur Thomas Reineke (mitte) spricht mit Anke Zillmann und Dr. Hartmut Bessler über die gesundheitsfördernden Wirkungen von Sole. - © Dieter Asbrock
LZ-Redakteur Thomas Reineke (mitte) spricht mit Anke Zillmann und Dr. Hartmut Bessler über die gesundheitsfördernden Wirkungen von Sole. (© Dieter Asbrock)

Bad Salzuflen. Was ist Sole eigentlich? Wie wirkt sie, und wie kann sie angewendet werden? Diese und andere Fragen rund um das salzhaltige Heilmittel der Kurstadt Bad Salzuflen standen im Mittelpunkt des zweiten Solewannengespräches, das Mittwochnachmittag im Foyer des Vitalzentrums stattfand.

Zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung von Staatsbad, Stadtmarketing, und Lippischer Landes-Zeitung hatte LZ-Redakteur Thomas Reineke als Moderator zwei fachkundige Gäste eingeladen, in den Holzwannen nach historischem Vorbild Platz zu nehmen: Anke Zillmann, Betriebsleiterin des Vitalzentrums, und Badearzt Dr. Hartmut Bessler. Bekleidet mit kochsalzweißen Bademänteln ging es zunächst um die Frage, was Sole überhaupt ist.

Selbstversuch: LZ-Redakteur Thomas Reineke (links) probiert ein Glas Trinksole aus der Loose-Quelle, nachdem Anke Zillmann und Dr. Hartmut Bessler die gesundheitsfördernden Wirkungen des salzhaltigen Getränks erläutert haben. - © Dieter Asbrock
Selbstversuch: LZ-Redakteur Thomas Reineke (links) probiert ein Glas Trinksole aus der Loose-Quelle, nachdem Anke Zillmann und Dr. Hartmut Bessler die gesundheitsfördernden Wirkungen des salzhaltigen Getränks erläutert haben. (© Dieter Asbrock)

Im Prinzip nur Wasser und Salz, lautete Besslers schlichte Erklärung. Der Mediziner schob aber gleich den Hinweis hinterher, dass es ohne das Salzwasser der Meere überhaupt kein Leben auf der Erde gäbe. Denn im Salzwasser seien Mineralien enthalten, die der Körper benötige. Deren Zusammensetzung und Konzentration seien in jedem Kurort und auch in jeder der neun Quelle Salzuflens anders.

Daraus ergeben sich die entsprechenden Anwendungen. Sole fördere generell den Stoffwechsel und die Verdauung – bisweilen sehr schnell, wie ein Zuschauer anmerkte. Zuviel des Guten könne aber ins Gegenteil umschlagen, weswegen das Heilmittel auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden müsse, so Bessler.

Information
Das nächste Solewannengespräch findet zur Jubiläumsfeier am Sonntag, 15. Juli, statt.

Nun kann man Sole nicht nur trinken. Wichtige Anwendungen seien auch die Inhalation und die Badekur. Die salzhaltige Luft an den Gradierwerken reinige die Luftwege, lindere Atembeschwerden und Allergien, sagte Anke Zillmann. Solebäder hätten für Patienten mit Gelenkbeschwerden durch den erhöhten Auftrieb den Vorteil, dass Gymnastik ihnen leichter falle, so Bessler. Zudem würden die gelösten Mineralien auch über die Haut aufgenommen. Mit neuesten, verfeinerten Methoden könne man heute nachweisen, wie so zum Beispiel das Immunsystem gestärkt werde – das belegten die empirischen Erfahrungen mit dem Heilmittel Sole, sagte Bessler zufrieden.

Im Vitalzentrum werden aber nicht nur Beschwerden gelindert. Anke Zillmann zählte das breite Spektrum der Möglichkeiten auf, zu denen Vorbeugung ebenso zählt wie touristisch-therapeutische Angebote für Selbstzahler. Soleanwendungen seien auch keine Frage des Alters – die Angebote im Vitalzentrum begännen beim Babyschwimmen und erreichten über Kinderschwimmkurse, Aqua-Fitness, Yoga, Pilates und mehr alle Altersgruppen. Pro Tag zähle man rund 1000 Besucher.

Kann man das Heilmittel Sole noch bekannter machen? Anke Zillmann sieht das Staatsbad mit dem Erlebnisraumkonzept im neun Kurpark auf einem guten Weg, Dr. Bessler würde es gerne verstärkt außerhalb des Kurbereichs in das Blickfeld der Menschen rücken, was ihm anerkennenden Beifall aus den Reihen des Publikums einbrachte.

Ein Denkmal für Heinrich Hasse

Monsignore Kneipp kenne jeder, den Arzt Dr. Heinrich Hasse kaum einer, monierte ein Zuschauer. Nicht ganz zu Unrecht, denn während man in der Salzestadt auf Schritt und Tritt dem heilkundigen Geistlichen begegnet, erinnert an Hasse nur die nach ihm benannte Promenade. Bis zum Bädertag im Herbst solle man Hasses Verdienste prominenter im Stadtbild würdigen, schlug er vor – etwa durch ein Denkmal. Denn ohne Hasse wäre es vor 200 Jahren wohl gar nicht zur Einrichtung einer Sol-Badeanstalt gekommen.

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