Ex-Popsängerin Jasmin Wagner verliebt sich in Haushaltsroboter

Nicole Ellerbrake

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Glückliches Paar: Emma (Jasmin Wagner) findet ihren „Oliver 4.0" (Tommaso Cacciapuoti) super. - © Nicole Ellerbrake
Glückliches Paar: Emma (Jasmin Wagner) findet ihren „Oliver 4.0" (Tommaso Cacciapuoti) super. (© Nicole Ellerbrake)

Bad Salzuflen. Ein Schauspiel, welches sich kaum näher am Puls der Zeit befinden könnte, hat das Publikum im Kur- und Stadttheater lauthals zum Lachen und auch zum Nachdenken gebracht. Die vier Akteure in „Fehler im System“ vermittelten am Freitagabend in eineinhalb Stunden einen Eindruck davon, wie künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft verändern könnte.

Die junge und dynamische Emma, gespielt von Jasmin Wagner, die vielen noch als Sängerin „Blümchen“ bekannt sein dürfte, hat nach einem Streit ihren Freund Oliver vor die Tür gesetzt. Kurz darauf steht er wieder auf der Matte, allerdings mit künstlich aussehenden Augen und mit einer monotonen Redensart. Schnell wird klar, „Oliver 4.0“ ist ein Hausroboter, den Emma vor zwei Jahren über die Agentur „Partnercook.de“ bestellt hat.

Den ständigen Rollentausch zwischen dem unfreundlichem Ex-Freund mit schlechtem Benehmen zu dem aufmerksamen und höflichen Roboter beherrscht Schauspieler Tommaso Cacciapuoti perfekt. Emmas Vater, gespielt von Jürgen Tarrach, steckt mitten in einer Geschlechtsumwandlung. Er ist auf Anhieb begeistert von dem „neuen Oliver“. Als Emma ihren Vater in die Wahrheit mit einbezieht, gibt es für ihn kein Halten mehr, denn einen solch tollen Mann hätte wohl jeder gern. Als Guido Hammesfahr als Mitarbeiter der Herstellerfirma von „Oliver 4.0“ ins Spiel kommt, um ihm ein Update zu verpassen, gerät alles drunter und drüber.

Das von Folke Braband geschriebene Stück will zeigen, was passiert, wenn ein Roboter plötzlich Gefühle entdeckt. Hat er die Kontrolle darüber, und was passiert bei einem Fehler im System? Am Ende lautet die Frage: Sind künstliche Intelligenzen ein Segen für die Menschheit oder eine unkontrollierbare Bedrohung?

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