Staatsanwältin fordert drei Freisprüche im Spatenstiel-Prozess

Ulf Hanke

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- © Wolfgang Rudolf
Das Landgericht in Bielefeld. (© Wolfgang Rudolf)

Bielefeld/Löhne. Vier Jahre nach der tödlichen Vatertagsprügelei mit „Spatenstiel" am Löhner Bahnhof geht der dritte Prozess in der Sache am Landgericht Bielefeld zu Ende. Das Urteil wird für Mittwoch erwartet. Der Haupttäter sitzt im Gefängnis, er muss eine vierjährige Haftstrafe verbüßen. Drei seiner Begleiter müssen sich wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.

Die Staatsanwältin war nach mehreren „unergiebigen" Zeugenaussagen jedoch nicht mehr von der Schuld der Angeklagten überzeugt und forderte Freisprüche für alle drei. Die Nebenkläger widersprachen. Die Vatertagsgruppe habe den sechsfachen Familienvater vor sich hergetrieben. Dadurch sei ein gemeinsamer Tatplan erkennbar, die Angeklagten also schuldig. Eine Ausnahme machten drei von fünf Nebenklägern für den dritten Angeklagten aus Löhne: Es sei nicht hinreichend bewiesen, dass er am Geschehen beteiligt war.

Die Verteidiger der Männer aus Leopoldshöhe, Bad Oeynhausen und Löhne schlossen sich den Freispruch-Anträgen der Staatsanwaltschaft an. Ein gemeinsamer Tatplan sei nicht erkennbar. Und bis heute sei ungeklärt, warum der Familienvater überhaupt den Holzstiel aus dem Kofferraum holte.

Zwei Angeklagte bedauerten zum Schluss, dass ein Mensch gestorben sei, doch sie hätten damit nichts zu tun. Die Witwe und eine Tochter reagierten mit Verwünschungen und Beschimpfungen. Die Tochter musste tobend aus dem Saal geführt werden.

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