Blick über die Dächer von Bad Salzuflen

Sven Kienscherf

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Arbeiter Aurelijus blickt von der Teleskoparbeitsbühne auf das Dach des Rathauses an der Rudolph-Brandes-Allee. Der Arbeitskorb ist für zwei Personen zugelassen und misst 0,9 mal 2,44 Meter. Foto: Sven Kienscherf - © Sven Kienscherf
Arbeiter Aurelijus blickt von der Teleskoparbeitsbühne auf das Dach des Rathauses an der Rudolph-Brandes-Allee. Der Arbeitskorb ist für zwei Personen zugelassen und misst 0,9 mal 2,44 Meter. Foto: Sven Kienscherf (© Sven Kienscherf)

Bad Salzuflen. Mit einem beherzten Schritt steigt der Reporter auf die Hebebühne, und schon steht er in dem gut zwei Quadratmeter großen Korb, der einen nun weit über das Dach des Rathauses heben wird. Gut gesichert sieht er, wie sich der Boden langsam entfernt. Die Autos auf dem Verwaltungsparkplatz werden kleiner, die Menschen auch.

Langsam schiebt sich der Teleskoparm an den Stockwerken des Rathauses hoch, hinter den Fenstern sieht man die Mitarbeiter der Verwaltung bei der Arbeit. Gesteuert wird das mehr als 24 Tonnen schwere Gefährt von Arbeiter Aurelijus per Joystick. „Noch weiter hoch?", fragt er. Als man vom Korb aus auf die Antenne des Rathauses blicken kann, reicht das dem Berichterstatter. Für ein gutes Foto ist das allemal hoch genug.

Teleskop Hebebühne. - © Norbert Bärwald/Wiesecker Group
Teleskop Hebebühne. (© Norbert Bärwald/Wiesecker Group)

Bis knapp 55 Meter hoch könne die Teleskoparbeitsbühne ausgefahren werden, die derzeit bei den Sanierungsarbeiten am Rathaus eingesetzt wird, berichtet Norbert Bärwald, als der Reporter wieder festen Boden unter den Füßen hat. Bärwald ist Vertriebsmanager der Wiesecker Group, die Autokräne und Arbeitsbühnen vermietet und die auch ein Vertriebsbüro in Bad Salzuflen unterhält. „In Deutschland gibt es derzeit keine Bühnen, die sich höher ausfahren lassen", sagt Bärwald. Die Firma hat ihren Sitz in Weißenfeld (Sachsen-Anhalt). Bärwald zufolge vermietet sie mehr als 5000 Geräte und hat um die 200 Mitarbeiter. „Wir sind eine Art Problemlöser für Höhentechnik", so Bärwald. Er schätzt, dass die Bühne am Rathaus auf bis zu 38 Meter ausgefahren werden muss, um die anstehenden Arbeiten zu erledigen.

Vorarbeiter Hovhannes Asatryan von der MNK Bauservice GmbH ist derzeit mit zwei Mitarbeitern vor Ort, um die Demontage der Waschbetonplatten von außen vorzubereiten, dafür nutzen sie die Teleskoparbeitsbühne.

Aus dieser Perspektive ist die Kita Leuchtturm (Mitte) am Rathaus zu sehen. - © Sven Kienscherf
Aus dieser Perspektive ist die Kita Leuchtturm (Mitte) am Rathaus zu sehen. (© Sven Kienscherf)

„Abgenommen werden die bis zu 2,5 Tonnen schweren Platten dann mit einem Kran", sagt Asatryan. Wenn er und seine Kollegen fertig sind, übernehmen die Fassadenbauer. Am Rathaus werden insgesamt 3000 Quadratmeter Fassade erneuert. 930 Festverglasungen und Schiebefenster werden durch dreifachverglaste Flügelfenster aus Aluminium ersetzt. Die der Rudolph-Brandes-Allee zugewandte Seite ist bereits in weiten Teilen fertiggestellt. Dort wurden die Waschbetonplatten von innen demontiert, die Büros standen leer.

Wie berichtet, sollte die Umgestaltung des Rathauses bis Dezember 2021 abgeschlossen sein, allerdings waren die Arbeiten bereits im August vier Monate in Verzug. Zur aktuellen Zeitplanung konnte die Stadt zunächst keine Angaben machen, Anfang kommender Woche gibt es Gespräche hierüber. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich auf etwa 12,6 Millionen Euro.

Information

Die Teleskoparbeitsbühne, die derzeit am Rathaus zum Einsatz kommt, hat nach Angaben der Verleihfirma eine Arbeitshöhe von 56,90 Metern, die Plattform kann bis auf 54,90 Meter ausgefahren werden. Die maximale seitliche Reichweite beträgt 24,40 Meter. Die Arbeitsbühne ist für den Transport von zwei Personen zugelassen und eine Traglast von 340 Kilogramm. Die Kosten für das Gerät liegen bei etwa 260.000 Euro.

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