Thea Schäfer ist ein Unikat im Salzufler Einzelhandel

Drogerie "Am Markt" besteht seit 56 Jahren

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Thea Schäfer

ist ein Unikat - © Bad Salzuflen
Thea Schäfer ist ein Unikat (© Bad Salzuflen)

Bad Salzuflen (dhob). Von der Zahnbürste über Parfüm bis Kleidung: Das Sortiment in der Drogerie von Thea Schäfer ist breitgefächert. Seit 56 Jahren gibt es ihr Geschäft an der Straße "Am Markt". Ans Aufhören denkt die Seniorin aber noch lange nicht.

"Das Haus wurde 1854 gebaut. Erst war hier ein Tierarzt, dann eine Sparkasse, eine andere Drogerie und anschließend wir", berichtet die Inhaberin. Die Eröffnung und die goldenen Zeiten sind lange vorbei. "Damals hatten wir nur eine Apotheke, aber insgesamt fünf gutgehende Drogerien in der Stadt", sagt sie etwas wehmütig.

Besonders in der Glanzzeit, als Bad Salzuflen das Mekka der Kurgäste war, lief das Geschäft gut. "Mein Mann und ich hatten einige Angestellte, um die Nachfrage bedienen zu können", so Thea Schäfer. Männerdüfte, Kosmetik für die Frau, Zahnbürsten oder Brillenputztücher – das Sortiment von damals hat auch heute noch in ihrer Drogerie Bestand. "Jedes Jahr haben wir einen Lehrling gehabt, und unser Fotolabor war sehr gefragt", erinnert sie sich.

Thea Schäfer sortiert in ihrer Drogerie die Regale. Einige Produkte sind dabei echte Unikate. - © Foto: Hobein
Thea Schäfer sortiert in ihrer Drogerie die Regale. Einige Produkte sind dabei echte Unikate. (© Foto: Hobein)

Inzwischen, so sagt Thea Schäfer, kommen immer weniger Kurgäste, und auch die Stammgäste brechen zunehmen weg. Drogerie-Ketten haben Bad Salzuflen für sich entdeckt und damit auch das Leben der kleinen, inhabergeführten Läden schwer gemacht. Das Sortiment unterscheide sich nur in wenigen Punkten. "Wir haben auch versucht, Billigprodukte ins Sortiment zu nehmen, gekauft hat sie trotzdem niemand", bedauert sie. Gewisse Produkte führe die Konkurrenz jedoch nicht. Im Gegensatz zu der Bad Salzuflerin: "Teilweise schickt die Parfümerie Kunden zu uns, wenn diese einen speziellen Wunsch haben, den sie nicht erfüllen können."

Seit knapp zehn Jahren bedient Thea Schäfer in ihrem Laden allein. Ihr Mann ist vor knapp 30 Jahren gestorben, der letzte Mitarbeiter hat die Drogerie vor einigen Jahren verlassen. "Das Geschäft ist mein Hobby, und ich werde oft gefragt, wie lange ich das noch machen möchte", sagt die Chefin, die ihr Alter nicht verraten möchte. Ihre Antwort sei dabei stets dieselbe: "So lange, bis ich hier am Tresen tot umfalle." Jeder Mensch kenne den Zeitpunkt, an dem man darüber nachdenke aufzuhören. "Ich habe diesen Moment verpasst", schmunzelt sie.

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