Feuer und Glas fesseln die Besucher

Fachmann des Deutschen Museums München ist zu Gast auf dem Bad Salzufler Weihnachtstraum

Von Daniel Hobein

Frank Liebmann lebt die Tradition des Glasblasens seit mehr als 25 Jahren. Besonders den Kontakt mit den Besuchern weiß er zu schätzen. Auf dem Bad Salzufler Weihnachtstraum freut er sich auf interessante Gespräche. - © Foto: Hobein
Frank Liebmann lebt die Tradition des Glasblasens seit mehr als 25 Jahren. Besonders den Kontakt mit den Besuchern weiß er zu schätzen. Auf dem Bad Salzufler Weihnachtstraum freut er sich auf interessante Gespräche. (© Foto: Hobein)
Die Faszination von 

Feuer und Glas - © Bad Salzuflen
Die Faszination von Feuer und Glas (© Bad Salzuflen)

Bad Salzuflen. Bunte Glassorten und ein Gasbrenner sind die wichtigsten Utensilien, die Frank Liebmann für seinen Job braucht. Der Glasbläser des Deutschen Museums macht aktuell auf dem Weihnachtstraum halt.

"Ganz schön windig hier in Bad Salzuflen", sagt Frank Liebmann und schaut aus seiner Holzhütte auf den Salzhof. Der Glasbläser aus dem thüringischen Lauscha ist in diesem Jahr erstmals auf dem Bad Salzufler Weihnachtstraum zu Gast und stellt dort seine Arbeit vor.
Sein eigentlicher Arbeitsplatz ist normalerweise in warmen und gut klimatisierten Räumen: dem Deutschen Museum in München. "Zusammen mit einem Kollegen erkläre ich dort den Besuchern die Kunst, Glas zu formen", berichtet Liebmann und entzündet die Flamme an seinem Gasbrenner.

Information
Altes Handwerk:
Bereits im Jahr 150 vor Christus haben die Menschen durch Glasbläserei angefangen, durchsichtige Kugeln herzustellen. Damals wie heute wird hierfür mit einem langen Rohr das flüssige Glas direkt im Feuer geblasen. Diese Tätigkeit ist heute als "Glasmacherei" bekannt. Frank Liebmann verarbeitet "lampengeblasenes Glas", das vor einem Brenner in Form gebracht wird. Diese Technik ist über 250 Jahre alt und hat ihren Ursprung an einer einfachen Öllampe. Der Ausbildungsberuf des Glasapparatebläsers wird auch heute noch angeboten. Allerdings ist die Nachfrage - insbesondere bei jungen Leuten - nach dem ungewöhnlichen Beruf eher rückläufig. Rund 150 bis 200 aktive Glasbläser sind nach Einschätzung von Frank Liebmann in Deutschland aktiv. Noch bis zum 21. Dezember können seine Vorführungen auf dem Bad Salzufler Weihnachtraum von 12 bis 20 Uhr bestaunt und die Ergebnisse gekauft werden.

Durch eine Stellenanzeige des Museums habe es ihn vor zwölf Jahren nach München verschlagen. "Es ist total spannend. Ich kann etwas über meine Tätigkeit erzählen, die ich mit Herzblut betreibe, und lerne viele neue Menschen kennen", schwärmt der Fachmann, der seit einem Vierteljahrhundert das Glas mit Lungenkraft verformt. Zu seinem Repertoire gehören sämtliche Figuren und Objekte, die er vor seinem Brenner in Form bringt. "Besonders gefragt sind Schreibfedern oder Glasgefäße wie Weingläser", berichtet der Experte.

In Bad Salzuflen interessieren sich die Gäste des Weihnachtsmarkts auch für kleine Glasteufel, die durch etwas Druck in einer Plastikflasche auf- und niederschwimmen. "Wie funktioniert das genau?", fragt Hilde Lang, die am Stand von Frank Liebmann stehen geblieben ist. "Eine beliebte Frage", schmunzelt der Thüringer und macht einen Ausflug in die Welt der Physik: "In dem Kopf des kleinen Teufelchens ist Luft, die durch den Druck auf die Flasche komprimiert wird, deswegen steigt er hoch und nach dem Loslassen der Flasche auch wieder runter", erklärt Liebmann. "Gekauft", ruft Hilde Lang und nimmt einen roten Teufel als Weihnachtsgeschenk mit.

"Viele setzen LED-Wände ein, um das Publikum an ihre Stände zu fesseln und Informationen zu transportieren. Bei der Glasbläserei reichen die Arbeit mit dem Feuer und der Rohstoff Glas aus, um die Leute zu packen", sagt der Fachmann und dreht den Brenner hoch.
Vor der Hütte auf dem Weihnachtstraum versammeln sich indes immer mehr Besucher und schauen Frank Liebmann auf die Finger. Apropos Finger: Passiert es noch oft, dass man sich bei der Arbeit verbrennt? "Man muss schon genau aufpassen, aber mit den Jahren lernt man ziemlich schnell, wie heiß die Flamme ist", antwortet Liebmann diplomatisch.

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