Staatsbad bangt um Wohnmobil-Erfolgsstory

Median-Klinik schließt Parkdeck in der Flachsheide – Stadt braucht kurzfristig Stellplätze fürs "VitaSol"

Von Stefan Backe

Die obere Etage der Parkpalette Flachsheide darf nicht betreten werden. Im Untergeschoss, das weiterhin durch die Median-Klinik genutzt wird, sind momentan rund 25 von 140 Plätzen gesperrt. - © Foto: Backe
Die obere Etage der Parkpalette Flachsheide darf nicht betreten werden. Im Untergeschoss, das weiterhin durch die Median-Klinik genutzt wird, sind momentan rund 25 von 140 Plätzen gesperrt. (© Foto: Backe)
Diskussion

um Sanierung

der Parkpalette - © Salzuflen
Diskussion um Sanierung der Parkpalette (© Salzuflen)

Bad Salzuflen (bas). Seit Jahren schwelt der Konflikt um die Sanierung der Parkpalette Flachsheide. Die jüngste Entwicklung könnte den benachbarten Wohnmobilhafen betreffen. Die Stadt überlegt, die Fläche für Autos zu öffnen. Im Ringen um eine Einigung hat die Median-Klinik, Eigentümerin der Parkpalette, die Daumenschrauben enger geschnallt.

Mit einem Hinweis auf die nicht zu gewährleistende Verkehrssicherungspflicht wurde das obere Parkdeck geschlossen. Das bringt die Stadt in große Verlegenheit. Sind die 142 Plätze, die die Stadt dort aufgrund alter Verträge mit der Klinik kostenfrei nutzen darf, doch ihrerseits dem Pächter des angrenzenden "VitaSol" zugesagt.

Dessen Betriebsleiterin Bahareh Razavi sieht die Schließung der Parkpalette momentan gelassen: "Aktuell haben wir ausreichend Parkplätze direkt an der Therme. Aber für die Hauptsaison ab September besteht dringender Handlungsbedarf. Wir haben die Mission, unsere Besucherzahlen kontinuierlich zu steigern. Da wären die Parkplätze ein limitierender Faktor."

Information
Stadt und Median-Klinik streiten sich

Die Parkpalette Flachsheide ist zu einem Fall für Juristen geworden. Eine kurzfristige Einigung zwischen der Stadt und der Median-Klinik - und damit verbunden die Aufhebung der Sperrung - scheint momentan eher unwahrscheinlich. So wirft die Median-Klinik als Eigentümerin der Stadt vor, diese habe die vereinbarte Unterhaltungspflicht der oberen Etage stark vernachlässigt. Dadurch sei dann auch der gesamte Baukörper geschädigt worden. Derzeit lasse man die schwierige Situation durch einen Anwalt prüfen. Ein durch die Stadt beauftragter Gutachter hatte jüngst einen Sanierungsbedarf im hohen sechsstelligen Bereich ermittelt. Die Stadt rechnet damit, dass sie für eine Erneuerung der Oberfläche 150.000 Euro bezahlen müsste.

Die Forderung nach einem kurzfristigen Ersatz - unterstützt durch die Verpflichtungen aus den Pachtverträgen - ist bei der Stadtverwaltung angekommen. Diskutiert werden momentan vor allem zwei Alternativen. So ist nun erneut im Gespräch, den bestehenden Parkplatz am "VitaSol" zu optimieren und eventuell in Richtung Landschaftsgarten zu erweitern. Vorschlag zwei zielt auf den Wohnmobilhafen im benachbarten Stadion Flachsheide. Dieser Bereich, momentan nur den Kurzzeit-Campern vorbehalten, könnte auch für Autos geöffnet werden.

Dagegen wehrt sich nach LZ-Informationen der Aufsichtsrat des Staatsbades. Er verweist auf die Gefahr, dass damit eine gewinnbringende Erfolgsstory ein Ende haben könnte. Staatsbad-Geschäfsführer Wilfried Stephan mochte die nicht-öffentliche Diskussion des Gremiums auf Anfrage der LZ nicht kommentieren, erläuterte aber die Hintergründe: "Die Flachsheide ist seit 2004 der Organisation ,Top Platz‘, einem Zusammenschluss von bundesweit 60 Plätzen angeschlossen.

Dabei profitieren wir enorm von deren Marketing-Bemühungen. Durch Autos im Stadion Flachsheide könnten wir das ,Top Platz‘-Siegel verlieren." Inklusive Kurtaxe hat der Platz laut Wilfried Stephan bei jährlich steigenden Zahlen allein 2011 einen Gewinn von 50.000 Euro gebracht.

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