Tag der Floristik: Das Verlangen nach frischem Frühlingsgrün wächst

Carolin Brokmann

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Buntes Blumenmeer: Sabine und Ute Kronshage präsentieren mit ihrer Schwester Bettina Pysall (von links) die Farbenvielfalt von Primeln, Tulpen und Co. - © Carolin Brokmann
Buntes Blumenmeer: Sabine und Ute Kronshage präsentieren mit ihrer Schwester Bettina Pysall (von links) die Farbenvielfalt von Primeln, Tulpen und Co. (© Carolin Brokmann)
Klassische Rosen - hier in weiß - sind ein Dauerbrenner - © Carolin Brokmann
Klassische Rosen - hier in weiß - sind ein Dauerbrenner (© Carolin Brokmann)

Bad Salzuflen. Ein bunter, duftender Strauß, ein Frühlingsgesteck – schon kommt Farbe ins Zuhause. Pflanzen sind seit jeher als Dekorationsmittel beliebt. Heute ist der internationale „Tag der Floristik". Die Schwestern Bettina Pysall , Sabine Kronshage und Ute Kronshage vom gleichnamigen Blumengeschäft verraten, welche Pflanzen jetzt zum Frühling hin gefragt sind, und wie sie lange schön bleiben. Außerdem gibt Jörg Gruber, Gärtner im Salzufler Kurpark, Tipps für Blumen im eigenen Garten.

Beliebte Blumen : „Im Frühling muss es bunt sein", sagt Sabine Kronshage . Hyazinthen, Anemonen, Tulpen oder Narzissen: Vor allem Zwiebelpflanzen sind typisch fürs Frühjahr. „Die Leute brauchen Farbe nach der dunklen Jahreszeit. Und duften soll es", ergänzt ihre Schwester Bettina Pysall . Deswegen seien auch Freesien, Ginster oder Primeln sehr beliebt.

Sträuße und Gestecke: Aufwendige Gestecke oder Sträuße seinen im Moment nicht so gefragt, verraten die Expertinnen. „Im Moment geht der Trend zum Natürlichen, ohne viel Schnickschnack." Die Sträuße seien luftig und locker gebunden mit ein wenig Grün dazwischen. Und auch Arrangements bestechen durch die Pflanzen selbst. „Da der Trend gerade einfach gehalten und farbenfroh ist, kann man sich auch zuhause ganz einfach eine tolle Blumendeko schaffen", erklärt Sabine Kronshage. Einfach verschieden bunte Schnittblumen locker in eine Vase gestellt, und schon verbreite der Strauß Duft und gute Laune.

So bleiben Blumen lange schön: Die Stile müssen laut Ute Kronshage angeschnitten werden, außerdem mögen Schnittblumen eher kühlere Temperaturen. „Gerade abends und nachts sollte man sie an einen kühleren Ort stellen, so zwischen zehn und fünfzehn Grad." Außerdem müsse das Blumenwasser und vor allem die Vase sauber sein. „So als ob man daraus trinken wollte", sagt Bettina Pysall. Dann benötige das Wasser auch keine Zusätze. Topfpflanzen hingegen brauchen eher etwas wärmere Temperaturen, aber das hänge auch von der jeweiligen Pflanze ab. „Am besten lässt man sich im Fachgeschäft beraten", rät Ute Kronshage.

Buntes für draußen:Im Kurpark strahlen den Großteil des Jahres bunte Blumenteppiche. „Wer im Herbst schon Blumenzwiebeln in die Erde gebracht hat, der kann sich jetzt bereits an ihnen erfreuen", sagt Gärtner Jörg Gruber. Hyazinthen,Tulpen und Narzissen etwa eignen sich auch wunderbar für bunte Frühlingssträuße und Arrangements. Wer sie noch nicht im heimischen Garten hat, für den gebe es sie im Handel aber auch vorgezogen, verrät der Experte. „Die kann man jetzt auch schon einpflanzen – sofern der Boden nicht mehr gefroren ist." Auch im Sommer blühen verschiedene Zwiebel- und Knollenpflanzen, wie Lilie oder Gladiole.

Mehrjährige Blumen : Zwiebelpflanzen können im Boden bleiben, denn sie blühen im nächsten Jahr wieder. Dazu einfach das Laub abschneiden – die Zwiebel erhole sich laut Jörg Gruber meist von ganz allein. Soll im Sommer an der Stelle der Tulpe aber etwas anderes wachsen, empfiehlt es sich, die Zwiebeln aus der Erde zu nehmen, damit sie beim Graben nicht beschädigt wird. „Einfach trocken, kühl und dunkel lagern und im Herbst wieder einpflanzen."

Tipps vom Profi : Monokulturen sind anfälliger für Schädlinge als bunt gemischte Blumenbeete. Aber nicht nur viele Beetpflanzen können vergesellschaftet werden: Unter Sträuchern wachsen zum Beispiel Stauden, und die kommen laut Jörg Gruber auch jedes Jahr wieder. Gegen Blattläuse hilft der Sud aus eingekochten Brennnesseln: Die Pflanzen einfach regelmäßig mit der abgekühlten Flüssigkeit besprühen. „Blattläuse an Rosen wird man mit Knoblauch los", weiß Jörg Gruber und sagt, wie’s geht: . „Eine Zehe an jede Rose, und man hat Ruhe."

Zum Kochen und Backen

Nicht nur zum Dekorieren eignen sich Rose, Nelke und Co. Auch Speisen verleihen die richtigen Blüten ganz einfach das gewisse Etwas. Dabei sind es nicht nur Wildkräuter, die zu Salaten verarbeitet oder als Blütenbutter oder Kräuterblütenquark zu Kartoffeln und Baguette gereicht werden können. Gänseblümchen oder Sonnenblumenblütenblätter etwa schmecken leicht nussig, Kapuzinerkresse pfeffrig-scharf. Sie können Salaten eine besondere Note verleihen. Wer es süß mag, kann Obst oder Desserts mit Blüten von Rosen, Veilchen oder kleinen Stiefmütterchen ergänzen. Wichtig: Die Blumen dürfen nicht gespritzt oder behandelt sein. „Also bitte nicht einfach ins nächste Geschäft gehen, um Blüten fürs Abendbrot zu kaufen", warnt Ute Kronshage . Der Clou: Zucchiniblüten lassen sich gut füllen, zum Beispiel mit einer Mischung aus Ricotta, Parmesan und Petersilie. Blüte vorsichtig befüllen, etwa 20 Minuten bei 180 Grad in den Backofen, fertig.

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