Barntruper Schüler rackern für Afrika

Sylvia Frevert

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Sie packen an: (von links) Franziska Wirtz, Konamé Akpetou, Marvin
Beckmann, Antonia Synold und Jule Eikmeier organisieren den „Tag für
Afrika". - © Sylvia Frevert
Sie packen an: (von links) Franziska Wirtz, Konamé Akpetou, Marvin Beckmann, Antonia Synold und Jule Eikmeier organisieren den „Tag für Afrika". (© Sylvia Frevert)

Barntrup. Müllsammeln, Gartenarbeiten, beim Friseur jobben oder bei der Kindertagesbetreuung helfen: Barntruper Gymnasiasten arbeiten an ihrem „Tag für Afrika" am kommenden Montag, 9. Juli, für einen guten Zweck. Dann werden etwa 95 Prozent der 770 Schüler nicht die Schulbank drücken, sondern ihre Arbeitskraft dafür einsetzen, gleichaltrigen Kindern in Afrika zu helfen. Etwa 10.000 Euro waren in den vergangenen drei Jahren jeweils an diesem Tag als Spende für das bundesweite Aktionsbündnis „Aktion Tagwerk" und den in Blomberg ansässigen Verein „Initiative Afrika" zusammengekommen.

„Das wollen wir wieder erreichen", erklärt Marvin Beckmann, ehemaliger Schülersprecher, der die Aktion organisiert. Marvin Beckmann hat im vergangenen Jahr bei einem Gartenbauunternehmen gearbeitet, Müll gesammelt und Erde geschaufelt. Schwere Arbeit für einen Jugendlichen. Aber er und seine Mitschüler wissen, wofür sie sich engagieren: eine kleine Schule im 7000-Einwohner-Ort Abigui an der Elfenbeinküste in Afrika, dem Geburtsort von Konamé Akpetou.

Der seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebende Afrikaner hält den Kontakt zum Heimatland auf der einen und den jugendlichen Spendern am Barntruper Gymnasium auf der anderen Seite. „Hervorragend. Wir sind überglücklich. Das hat richtig geholfen", kommentiert Akpetou das Engagement der vergangenen drei Jahre. In diesem Jahr soll das Spendengeld für die Schulkantine verwendet werden.

Denn wie die Barntruper Gymnasiasten, so haben auch die 600 Schüler in Abigui eine Kantine. „Nur gibt es dort kein Wasser, weil eine Pumpe kaputt ist, und damit auch kein Essen", beschreibt Akpetou die Situation der Grundschule, die aus zwölf Klassenräumen besteht – neuerdings. „Früher war die Schule viel zu klein. Dank der jüngsten Spenden konnte sie erweitert werden", ergänzt Lehrer Volker Mohme. Er ist am Barntruper Gymnasium Koordinator für Projekte für nachhaltiges Denken, die in das Programm passen, für das die Schule den Titel „Schule der Zukunft" erhalten hat.

Über den „Tag für Afrika", eine bundesweite Aktion hinaus, plant Lehrer Mohme speziell für das Barntruper Gymnasium noch ein eigenes „Afrikafest". Außerdem ist ihm wichtig, dass die Schüler in Barntrup mit den Kindern in Abigui künftig auch persönlichen Kontakt haben. Das soll über Briefe und E-Mails geschehen. Eine erste Foto-Botschaft wurde bereits verschickt – auf Französisch, der Landessprache der Elfenbeinküste.

Persönliche Kontakte, Gespräche mit einem in Afrika geborenen Ansprechpartner – die Barntruper Schüler wissen, wo und bei wem ihre Hilfe ankommt. „Die Menschen dort haben kein Geld für Bildung, etwas, was für uns selbstverständlich ist", weiß Antonia Synold. Sie kümmert sich mit ihren Kollegen von der Schülervertretung am Aktionstag um die fünf Prozent der Schüler, die nicht mit dabei sind. Für sie ist an dem Montag ganz normaler Unterricht, „aber sie bauen die Stellwände für unsere anschließende Fotoausstellung", sagt Synold. Auch ein Videofilm wird gedreht. Der macht auf der Internetseite des Gymnasiums Werbung dafür, dass nicht nur in diesem, sondern auch im kommenden Jahr wieder viele Eltern, Freunde und Firmen sich bereit erklären, die „Tag-für-Afrika"-Arbeiter zu entlohnen.

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