Die Domäne Barntrup wird verkauft

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Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast (links) und Arne Brand, allgemeiner Vertreter des Verbandsvorstehers (rechts), überreichen dem langjährigen Pächter Uwe Lehmann ein Abschiedsgeschenk des Landesverbandes. - © Landesverband Lippe
Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast (links) und Arne Brand, allgemeiner Vertreter des Verbandsvorstehers (rechts), überreichen dem langjährigen Pächter Uwe Lehmann ein Abschiedsgeschenk des Landesverbandes. (© Landesverband Lippe)

Barntrup. Seit der Gründung des Landesverbandes gehört die Domäne Barntrup dazu. 55 Jahre hat Familie Lehmann die Domäne bewohnt und landwirtschaftlich gearbeitet – 36 Jahre davon war Uwe Lehmann der Alleinpächter. Nun geht er in den Ruhestand und die Domäne wird verkauft.

Begonnen hatte alles 1966. Vater Ewald Lehmann war einer von neun Bewerbern für die Verpachtung der Domäne Barntrup, zuvor geführt von Ruth Schulze-Müllingsen. Ihr Mann Erik war im Zweiten Weltkrieg gefallen. Da eine öffentliche Ausschreibung der Pacht unter den damaligen gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich war und die Witwe über „beachtliche Leistungen auf dem Gebiet der Viehzucht" verfügte, wie es in alten Akten heißt, durfte sie die Domäne weiterhin führen. Als sie den Hof abgeben wollte, entschied man sich im öffentlichen Bewerbungsverfahren für Ewald Lehmann.

Bei einem Rundgang zeigt Uwe Lehmann (rechts) Arne Brand und Jörg Düning-Gast (Mitte) das Gelände. - © Landesverband Lippe
Bei einem Rundgang zeigt Uwe Lehmann (rechts) Arne Brand und Jörg Düning-Gast (Mitte) das Gelände. (© Landesverband Lippe)

Von der Viehzucht zum reinen Getreidebetrieb

Die folgenden Jahre betrieb er Getreideproduktion und Viehzucht, in seinen Ställen standen Rinder, Milchkühe, Schweine, Geflügel und ein Pferd; er erntete Zuckerrüben, Hafer, Weizen, Gerste und Malz. Der Ertrag blieb im Lipperland: Der Landwirt belieferte die Zuckerfabrik in Lage mit seinen Rüben und Extertal mit seiner Milch. 1985 gab er die Domäne an seinen Sohn Uwe ab.

Mit Uwe Lehmanns Eintritt in den Ruhestand endet jetzt eine Ära. Fast sein ganzes Leben hat er auf der Domäne verbracht. Das würdigte auch Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast: „Familie Lehmann ist ein fester Bestandteil lippischer Tradition und Qualität. Für die vielen Jahre der Zusammenarbeit möchte ich mich herzlich bedanken", wird er in der Pressemitteilung zitiert. Im Laufe der Jahre hat sich in dem Betrieb viel verändert. Die Viehhaltung wurde nach und nach eingestellt. Geflügel hielt die Familie bis 1970, 1982 verabschiedete Ewald Lehmann sich von seiner Milchviehherde, 1985 wollte er Schweinemast verdoppeln – doch mittlerweile betreibt sein Sohn Uwe nur noch eine reine Getreideproduktion. Viel hat der Landwirt in die Domäne investiert, um sie seinen Ansprüchen und dem Wandel der Zeit anzupassen.

Jetzt will er den Großteil seines Ruhestands in Barntrup verbringen, dort haben er und seine Ehefrau eine Eigentumswohnung. Doch auch eine Auszeit in Übersee ist geplant. Noch kann er sein Haus im kanadischen Halifax nur auf dem Foto betrachten, doch bald möchte er wieder zurück in ein Land, das für ihn für Freundlichkeit und Entschleunigung steht.

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