In Dalborn blieb die Zeit stehen

Manfred Brinkmeier

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Historische Aufnahme: Das Foto aus dem Jahr 1900 zeigt Karoline Sophie D. mit ihren drei Töchtern Auguste, Lina und Sophie aus erster Ehe, sowie Friedrich August T. mit den beiden gemeinsamen Kindern Heinrich (links) und Martin. - © privat
Historische Aufnahme: Das Foto aus dem Jahr 1900 zeigt Karoline Sophie D. mit ihren drei Töchtern Auguste, Lina und Sophie aus erster Ehe, sowie Friedrich August T. mit den beiden gemeinsamen Kindern Heinrich (links) und Martin. (© privat)
Die Vorarbeit ist abgeschlossen: Dr. Armin Kranzhoff sitzt seit eineinhalb Jahren an der Dalborner Chronik. - © Manfred Brinkmeier
Die Vorarbeit ist abgeschlossen: Dr. Armin Kranzhoff sitzt seit eineinhalb Jahren an der Dalborner Chronik. (© Manfred Brinkmeier)

Blomberg-Dalborn. „Dalborn ist ein Juwel unter den lippischen Dörfern." So beginnt das Vorwort für eine Chronik über den Blomberger Ortsteil. Sie soll noch in diesem Jahr erscheinen und stammt aus der Feder von Dr. Armin Kranzhoff, der das geplante Buch im Auftrag des Dorfausschusses Dalborn erstellt.

Gleich der erste Satz klingt nach Liebe. Es ist allerdings eine späte Liebe, die der Autor da entdeckt hat. Denn Dr. Armin Kranzhoff lebt erst seit 1981 in Dalborn. Bis dahin war Bad Driburg-Neuenheerse sein Zuhause, wo Angus-Rinder und eine Island-Pferdezucht zu seinen Hobbys zählten.
„Ich war deshalb auf der Suche nach einem bäuerlichen Anwesen. Über einen Makler bin ich dann auf den Hof Hansmeier in Dalborn gestoßen." Was er allerdings vorfand, war eine Ruine. Die hat er in zweijähriger intensiver Arbeit und mit viel Geld liebevoll saniert – bis daraus ein Wohnhaus mit traumhaftem Innenleben wurde, das inzwischen unter Schutz steht.

Der Autor: „Ich habe mich für die Geschichte des Hauses interessiert und deshalb auf die Suche nach Informationen begeben. Daraus entstand die Idee, die Geschichte der Nachbarhöfe ebenfalls zu erforschen." Doch das war nicht das Ende der Fahnenstange. Denn seit eineinhalb Jahren sitzt Dr. Armin Kranzhoff im Auftrag des Dorfausschusses an der Dalborner Chronik. Und für die Dorfgemeinschaft ist Dr. Armin Kranzhoff ein wahrer Glücksfall. Der ehemalige Gymnasiallehrer hat nämlich bereits mehrere wissenschaftliche Werke auf dem Gebiet der Luftfahrttechnik und -geschichte veröffentlicht.

Der 79-Jährige, der den Nachlass seines Vaters, des Komponisten Ferdinand Wilhelm Kranzhoff verwaltet und auch den Literaturnobelpreisträger Günter Grass persönlich gekannt hat, ist beim Schreiben der Dalborner Chronik aber dieses Mal anders vorgegangen. „Der Reiz dieses Buches ist seine Lebendigkeit. In Dalborn gibt es kein Neubaugebiet, keine Zersiedelung und keine Kommerzialisierung. Hier ist die Zeit ganz einfach stehen geblieben. Der Ort ist mit seinen 13 Höfen und den etwa 85 Einwohnern also noch vergleichsweise ursprünglich."

Die Häuser hätten etwas zu erzählen – auch darüber, wie die Bewohner in ihnen gelebt haben. Dr. Armin Kranzhoff: „Ebenfalls zur Lebendigkeit des Buches trägt ein Glücksfall bei. Auf dem Hof Hansmeier hat nämlich früher in einem inzwischen abgerissenen Backhaus eine bitterarme Tagelöhner-Familie gelebt." Deren Sohn Wilhelm Pölert habe dann mit Hilfe der Kirche, die sein Talent früh erkannt habe, studiert und sei Lehrer geworden.

Später habe er dann unter dem Pseudonym Wilhelm ein Buch mit dem Titel „Meine Mutter – Lebensgeschichte einer Zieglerfrau und Tagelöhnerin in Lippe" geschrieben. Dr. Armin Kranzhoff: „Dieses Buch ist ein wahrer Fundus an Lebensgeschichte. Wilhelm Pölert hat allerdings seinerzeit die Namen verschlüsselt, weil es unter anderem auch um Wilddieberei ging. Ich habe nun die fiktive Personengeschichte in den historischen Zusammenhang zurückgeführt. Genau das macht den Reiz der Dalborner Ortschronik aus. Denn dadurch kann ich authentisch erzählen, in dem ich von Menschen und deren Lebensumständen schreibe."

Das Buch reicht von der Jungsteinzeit bis in die Neuzeit und soll mit zahlreichen Fotos angereichert werden.

Suche nach Sponsoren
Das Buch „Dalborn – Chronik eines lippischen Dorfes" soll in einer Auflage von voraussichtlich 200 Exemplaren erscheinen. Nun kommt allerdings das Aber. Dr. Armin Kranzhoff: „Wir haben das Geld noch nicht zusammen, um das Werk tatsächlich veröffentlichen zu können. Unser Problem ist, dass die kleine Dorfkasse die Lücke von mehreren Tausend Euro nicht schließen kann. Wir würden das Buch aber gerne noch in diesem Jahr veröffentlichen. Deshalb sind wir auf weitere Sponsoren angewiesen, die bereit sind, uns finanziell unter die Arme zu greifen." Wer also entsprechend Geld zur Verfügung stellen könnte, hier die Kontaktadresse: Dr. Armin Kranzhoff, Telefon 05236-1383.

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