Prozess: Blomberger hört "Stimmen" und legt Feuer

Erol Kamisli

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- © Bernhard Preuss
Ladgericht Detmold (© Bernhard Preuss)

Detmold/ Blomberg. Die fremden Wesen, die in die Blomberger Wohnung seines 87-jährigen Vaters eingedrungen waren, sollten mit Feuer verjagt werden. Dafür warf ein 43-Jähriger brennende Zigaretten in die gelben Säcke, die sich vor der Wohnung des Vaters stapelten – den Tipp soll er von Stimmen in seinem Kopf erhalten haben. Nur der Aufmerksamkeit eines Nachbarn war es zu verdanken, dass die Flammen im Mai vergangenen Jahres schnell gelöscht werden konnten.

Am musste sich der Blomberger, der an einer schizophrenen Psychose leidet, vor dem Landgericht Detmold wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Ein Urteil gab es nicht, weil ein Zeuge fehlte. „Der Angeklagte ist aufgrund seiner psychischen Erkrankung schuldunfähig, daher geht es im Prozess nicht um eine Haftstrafe, sondern um die die Unterbringung des Blombergers in der Psychiatrie", sagte Staatsanwalt Alexander Görlitz. Am gestrigen Verhandlungstag konnte sich 43-Jährige an den Feuerausbruch nicht mehr erinnern. „Bei Fragen hat er immer wieder mit den Schultern gezuckt", sagte Görlitz.

Doch kurz nach dem Feuer hatte er gegenüber Polizisten betont, dass er fremde Wesen gesehen habe und Stimmen ihm befohlen hätten, den Brand zu legen, um seinen Vater zu retten. Der Rentner, der das Feuer unbeschadet überlebte, starb im November eines natürlichen Todes.

Der Prozess wird am Donnerstag, 24. Januar, um 13 Uhr fortgesetzt.

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