Missbrauch und Kindesentzug: Prozess gegen Blomberger beginnt im Mai

Anke Groenewold und Dirk-Ulrich Brüggemann

Der Angeklagte Bernhard H. soll im Jahr 2013 mit der damals 13-jährigen Maria H. über verschiedene Länder nach Sizilien geflüchtet sein. - © Polizei
Der Angeklagte Bernhard H. soll im Jahr 2013 mit der damals 13-jährigen Maria H. über verschiedene Länder nach Sizilien geflüchtet sein. (© Polizei)

Freiburg/Blomberg. Der Blomberger Elektriker Bernhard H., der im Mai 2013 mit der damals 13 Jahre alten Maria H. aus Freiburg verschwunden war, muss sich ab 8. Mai vor dem Freiburger Landgericht verantworten.

Der 58-Jährige ist unter anderem wegen der Entziehung einer Minderjährigen sowie schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Der Staatsanwalt erwägt auch die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung.

Der Angeklagte soll laut Anklage im Jahr 2013 mit dem Mädchen über verschiedene Länder nach Sizilien geflüchtet sein. Maria H. war im August vergangenen Jahres überraschend zu ihrer Familie zurückgekehrt.

2018 äußerte sich die 18-Jährige auf Facebook dazu, warum sie erst nach so vielen Jahren wieder zurückkam.

Ein TV-Interview gab sie 2018 exklusiv dem Sender RTL.

Zuletzt lebten beide auf Sizilien

Nach eigenen Angaben hatte sie sich mit ihrem Begleiter zunächst in Polen aufgehalten, bevor sich beide in Italien niederließen, wo sie jahrelang gemeinsam lebten.

Die beiden sollen sich im Internet kennengelernt haben, der Mann habe sich in Chats als Teenager ausgegeben. Erst viel später beichtete er Maria sein wahres Alter. H.'s Ehefrau war ihrem Mann auf die Schliche gekommen und hatte ihn bei der Polizei angezeigt.

Nach dem Mann war seit dem Verschwinden Marias 2013 mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Kurz nach der Rückkehr der jungen Frau wurde er im September 2018 auf Sizilien festgenommen. Bei dem früheren Schatzmeister der rechtsgerichteten Partei „Die Republikaner" wurden ein Rucksack mit mehreren tausend Euro und mehrere Handys gefunden.

15 Zeugen sollen bis Ende Juni aussagen

Die 3. Große Strafkammer will insgesamt 15 Zeugen, darunter fünf Polizisten und ein Mitarbeiter des Jugendamts, an den sieben bisher terminierten Prozesstagen bis Ende Juni vernehmen.

Maria H. und ihre Mutter gehören zu den Nebenklägern. Ein Sachverständiger soll sich zur Sicherungsverwahrung aus medizinisch-psychiatrischer Sicht äußern.

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