"Viele Saiten": Shane Hennessy lässt das Publikum verstummen

Nicole Ellerbrake

  • 1
Shane Hennessy aus Irland (links) und der US-Amerikaner Adam Rafferty wissen die etwa 100 Gäste in der „Alten Meierei" mit ihren Fähigkeiten an der Gitarre auf ihre Seite zu ziehen. - © Nicole Ellerbrake
Shane Hennessy aus Irland (links) und der US-Amerikaner Adam Rafferty wissen die etwa 100 Gäste in der „Alten Meierei" mit ihren Fähigkeiten an der Gitarre auf ihre Seite zu ziehen. (© Nicole Ellerbrake)

Blomberg. Die Gitarre ist ein Instrument mit jeder Menge Potenzial. So eignet sie sich zum Beispiel nicht nur für gemütliche Abende am Lagerfeuer, sondern auch für besonders stimmungsvolle Anlässe. Zur Feier seines 20-jährigen Bestehens hat der Verein „Viele Saiten" ein dreitägiges Gitarrenfestival veranstaltet, auf dem die elf Musiker und Duos das volle Klang-Spektrum dessen, was ihre Gitarren zu bieten haben, aus diesen herauskitzelten. Ihr Publikum in der alten Meierei ließen die Künstler sprachlos zurück.

Obwohl der Verein unter der Leitung von Bernd Rossmann seinen Wirkungskreis jüngst nach Lemgo verlagert hatte, sei für das Festival nur die Bühne in der „Alten Meierei" infrage gekommen. „Wir haben hier eine unvergleichbare Club-Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlen. Es ist ausreichend Platz vorhanden für solch eine Veranstaltung und das ehemalige Kino vermittelt ein Wohnzimmergefühl", begründete Rossmann die Vorzüge dieser Lokalität.

Mit viel Herzblut dabei

Bernd Rossmann hatte für die besondere Geburtstagsfeier seine unzähligen Kontakte in der Musikerszene spielen lassen und, wie er betonte, „liebe Freunde eingeladen, die weit mehr sind als einfach nur Musiker". Diese Freundschaft kam auch ohne Umwege direkt dem Publikum zugute, denn alle Musiker waren spürbar mit viel Herzblut dabei. Drei Abende hatte Rossmann mit einer erlesenen Auswahl an Musikern bestückt. Eine derart exquisite Auswahl an außergewöhnlichen Künstlern aus der ganzen Welt gibt es wohl kaum ein zweites Mal in Blomberg und Umgebung.

Den Auftakt und gleichzeitig das „Opening" übernahmen am Freitag Jeb & Jules, die erstmals für „Viele Saiten" auf der Bühne standen. Der Produzent und Songwriter Jonathan Bourdick und die Sängerin Julia Schwarz standen allerdings nicht mit einer Gitarre auf der Bühne, sondern nutzten die Saiten des Klaviers in Kombination mit Gesang – und überzeugten. Im weiteren Verlauf wurde es dann international. Die Russin Regina Bakhritdinova und Adam Rafferty aus den USA legten ordentlich vor. Rafferty kombinierte seine Gitarrenklänge gekonnt mit Beatboxing und lustigen Gesichtszügen. Zum dritten Mal in Blomberg und gerade von seiner USA-Tour zurückgekehrt, bereicherte der Ire Shane Hennessy die Gäste mit seinen einzigartigen Künsten an seinem Instrument.

Stehende Ovationen für den temperamentvollen Iren

Schnell verbreitete sich der Eindruck, als ob es für Shane Hennessy – als Meister des Finger-Styles, des Flatpickings und perkussiven Schlags – nichts gäbe, was er auf seiner Gitarre nicht spielen kann. Eine Band braucht der Solokünstler nicht, denn er spielt auf der Gitarre Bass, Rhythmus und Schlagzeug. Sprachlos und mit großen Augen folgten die knapp 100 Gäste den selbst komponierten, teils verrückten und energiegeladenen Stücken des 26-Jährigen. Er verabschiedete sich mit seinem Werk „Rain dance", das vom Publikum stehende Ovationen erntete.

„Regina und Shane waren vor zwei Jahren gemeinsam hier. Regina hat einen großen Leistungs-Salto nach vorne gemacht. Shane war damals schon ein Überflieger und heute fehlen mir einfach nur die Worte", schwärmte Bernd Rossmann.

Den Samstag hatte Rossmann ebenso international gestaltet mit Musikern aus Deutschland, Frankreich und Italien. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Freunde und Vereinsmitglieder, die an diesem Abend ihre Bühne erhielten. Geplant war ursprünglich, bei entsprechenden Besucherzahlen, ein solches Festival in Blomberg zu wiederholen. „Da aber leider weniger Besucher hier waren als erhofft, werden wir ein solches Festival wohl kaum noch einmal wirtschaftlich stemmen können", bedauerte Rossmann.

Sprungbrett

„Gegründet wurde der Verein von einer Musiker-Truppe, einem Zusammenschluss von Freunden, die von Anfang an das Ziel hatten, Musik auf die Bühne zu bringen und die Jugend zu unterstützen. Letzteres ist sogar in der Satzung festgehalten", erklärt Bernd Rossmann, der seit zehn Jahren Vorsitzender und auch das Gesicht des Vereines ist. „Viele Saiten" hat sich auf die Fahne geschrieben, jungen Künstlern eine Bühne zu geben und war dabei für eine Reihe von ihnen das Sprungbrett zu einer eigenen Karriere.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar
1 Kommentar

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!