Streift ein Wolf durch Blomberg? Experten prüfen Video-Aufnahmen

Erol Kamisli

  • 0
  1. Schlagwörter:
  2. Wolf
  3. LANUV
  4. Senne
- © Montage: Boris Roessler/dpa/Screenshot:Video
Wolf in Blomberg? (© Montage: Boris Roessler/dpa/Screenshot:Video)

Blomberg-Eschenbruch. Wolf oder kein Wolf in Blomberg - darüber zerbrechen sich Experten des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) in Recklinghausen und des Lupus-Instituts im sächsischen Dresden derzeit die Köpfe – ein Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Eine Autofahrerin hat in der Nähe des Blomberger Ortsteils Eschenbruch Videoaufnahmen gemacht, die möglicherweise einen Wolf zeigen.

„Die Aufnahmen liegen uns vor und werden in den beiden Behörden intensiv geprüft, bevor eine Bestimmung veröffentlicht wird", sagt Birgit Kaiser de Garcia, Lanuv-Sprecherin. Es bringe nichts, Panik zu schüren, bevor Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Die Menschen in der betroffenen Umgebung müssten sich nicht sorgen, da Wölfe in ganz Europa keine Menschen angegriffen hätten. „Sie interessieren sich schlicht nicht für uns Menschen - weder nehmen sie uns als Beutetiere, noch als Artgenossen wahr", sagt Kaiser de Garcia.

Tiere nicht draußen lassen

In ungeschützten Viehbeständen, insbesondere in der Schaf-, Ziegen- und Pferdehaltung, könne der Wolf beträchtliche Schäden anrichten. Die Wölfe greifen kleine Tiere an, darunter auch Fohlen. Sie könne den Besitzern nur empfehlen, die Tiere nicht über Nacht auf der Weide zu lassen, sondern im Stall unterzubringen.

Im Dezember 2018 sei das „Wolfsgebiet Senne" ausgewiesen worden, dazu gehörten im Kreis Lippe die Städte Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lage und Oerlinghausen sowie die Gemeinden Augustdorf und Schlangen. Zusätzlich um das Wolfsgebiet sei in Lippe eine „Pufferzone" gezogen worden, die die Städte Bad Salzuflen, Barntrup, Blomberg, Lemgo, Lügde und Schieder-Schwalenberg sowie die Gemeinden Dörentrup, Extertal, Kalletal und Leopoldshöhe umfasse. „Genau in dieser Zone wurde das Tier jetzt gesichtet und per Video aufgenommen", sagt Kaiser de Garcia.

Die Ausweisung sei für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung, da die Halter dann Geld von der Bezirksregierung Detmold bekommen, um ihre Herden zu schützen. „Damit können zum Beispiel Elektrozäune aufgestellt werden, die die Zahl der Übergriffe erheblich senken", so Kaiser de Garcia. Aber: „Einen hundertprozentigen Schutz gegen Wolf-Übergriffe auf Weidetiere gibt es nicht." Komme es zu Schäden, gebe es finanzielle Ausgleichszahlungen von der Bezirksregierung Detmold.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!