Bischof und Professoren nehmen Solawi unter die Lupe

Anja Imig

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Bildungsreferentin Maren Weber (mit roter Jacke) erläutert den lippischen und indischen Besuchern die Bodenbehandlung im Market Garden. - © Solawi Dalborn
Bildungsreferentin Maren Weber (mit roter Jacke) erläutert den lippischen und indischen Besuchern die Bodenbehandlung im Market Garden. (© Solawi Dalborn)

Blomberg-Dalborn. Zwei sehr unterschiedliche Besuchergruppen informierten sich auf den Äckern der "Solidarischen Landwirtschaft" in Dalborn über das Modell der Solawi. Außerdem erhielten die Besucher Tipps zum Humusaufbau, Wassersparen und zum Klimaschutz beim Gärtnern. Anschließend gab es laut Pressemitteilung der Organisatoren Spaß beim „Action Learning“.

Bischof will "mehr Leben im Boden"

Bischof Johan Dang von der Evangelisch-Lutherischen Gossner Kirche in Indien kommt aus einem Bundesstaat, der stark landwirtschaftlich geprägt ist. Er zeigte sich laut Pressemitteilung begeistert von Aspekten der in Dalborn angewandten Permakultur: „Der Aufbau von fruchtbarem Boden wird auch bei uns sehr hilfreich sein. Zurück in Indien setze ich mich für mehr Leben im Boden ein“, erklärte der Bischof. Auch den Sprecher des Lippischen Freundeskreises der Gossner Mission, Uwe Wiemann, imponierte der gemeinschaftliche Aspekt von Solawi: „Hier teilt man Kosten, Risiko und Gewinn. Produzenten und Konsumenten arbeiten zusammen. Diese Art der Gemüse-Versorgung ist für mich eine starke Alternative zum ausgeprägten Individualismus in unserer Gesellschaft."

Einen Tag später waren Professoren der Technischen Hochschule OWL zu Gast auf dem Solawi-Acker. Manche wollten prüfen, wie sie das Solawi-Modell in ihre Lehre einbeziehen könnten, andere freuten sich über Tipps für den eigenen Garten. Bildungsreferentin Maren Weber stand Rede und Antwort, auch kritische Fragen wurden diskutiert. Weber wies auf ein wirkliches Umdenken hin, das als Solawi-Mitglied und möglicherweise auch gesellschaftlich nötig sei: „Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten ihren Wert zurück“, zitierte sie den Begründer des ersten Solidarischen Landwirtschaft-Hofe in Deutschland in 1986.

„Permakultur“ und „Market Garden“ im Fokus

Angeregt von neuen Sichtweisen ging es zur Ackerführung, auf der die beiden Anbausysteme „Permakultur“ und „Market Garden“ erläutert wurden. Alte Gartenweisheiten wie das Mulchen, das als eine Art Schutzschicht für den Boden und zum Humusaufbau dient, oder das Hacken, um Wasser zu sparen, kamen zur Sprache, bevor Kürbisernte und Wintersalat pflanzen auf dem Programm standen.

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