Russische Sänger bezaubern ihr Publikum

Chor "Rossika" gastiert in der Kirche zu Alverdissen

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Spitzenstimmen: Lidia Klimenko und Aleksander Beganskiy singen im folkloristischen Teil des Rossika-Konzertes in Alverdissen. - © FOTO: SCHÜRSTEDT
Spitzenstimmen: Lidia Klimenko und Aleksander Beganskiy singen im folkloristischen Teil des Rossika-Konzertes in Alverdissen. (© FOTO: SCHÜRSTEDT)

Barntrup-Alverdissen. Der Chor "Rossika" ist eines der bekanntesten russischen Ensembles. Am Sonntag gastierte er in der Alverdisser Kirche. Es war das erste Konzert der Rossika-Deutschlandtournee.

Die anstrengende Anreise war den Musikern nicht anzumerken. Sie präsentierten ihr Programm in absoluter Perfektion. Im ersten Teil gab es russischen-orthodoxe Gesängen zu hören, es folgten alte wie modernere Folklore-Stücke. Die Darbietungen rissen die Zuschauer in der voll besetzten Kirche nach Ende des gut zweistündigen Konzerts zu stehenden Ovationen hin. Diese Publikumsreaktion war auch für die Organisatoren, die Alverdisser Gruppe "KirchKultur" und das "Forum Russische Kultur Gütersloh", ein großes Lob.

Dazu Musikkenner und Moderator Peter Werpup: "Rossika gastiert zum zweiten Mal in Alverdissen, und ich habe das Gefühl, dass sich dieser herausragende Chor heute selbst übertroffen hat." Werpup war es auch, der das Rahmenprogramm hatte. Es traten zu Konzertbeginn der örtliche Männergesangverein "Liederfreund" Alverdissen und der Männergesangverein aus dem benachbarten Sonneborn mit zusammen 40 Sängern auf. Sie leiteten mit bekannten Stücken wie "Ich bete an die Macht der Liebe" und "Die Legende von den zwölf Räubern", beruhend auf einer russischen Klostergeschichte, den Rossika-Auftritt würdig ein.

Danach zog der russische Chor ein. Das Ensemble, an diesem Abend bestehend aus einer Auswahl von sechs Sängern und fünf Sängerinnen unter der Leitung von Dr. Valentina Kopylova, ist eine Besonderheit. 1976 gegründet, hat sich die in Russland insgesamt 30 Chormitglieder zählende Formation auf die Aufführung altrussischer Kirchengesänge des 16. bis 18. Jahrhunderts spezialisiert.

Bis zur Perfektion beherrschen die Rossika-Mitglieder - allesamt studierte Musiker - den Kunstgriff des "chorischen Atmens". Dieser erzeugt den Effekt besonders lang gehaltener Töne. Die Zuschauer waren begeistert von diesem, auch in Alverdissen eindrucksvoll präsentierten "Klangwunder". Neun geistliche Stücke im ersten Teil von so großen Komponisten wie Tschaikowski oder Rachmaninow, zum Teil von der Chorleiterin selbst bearbeitet, ließen die Konzertbesucher ergriffen lauschen. Nach einer kurzen Pause, in der die Sängerinnen ihr Outfit wechselten, begeisterte das Ensemble im zweiten Teil gleich mit dem ersten Lied, dem Klassiker "Kalinka". Der Schwerpunkt im folkloristischen Part lag auf den Solo-Auftritten unterschiedlicher Chormitglieder. Eine Tanzeinlage lockerte das Konzert zusätzlich auf.

Zum Schluss fasste Moderator Peter Werpup in einer kurzen Ansprache an Franz Kiesl vom "Forum Russische Kultur Gütersloh" die Stimmung der Zuschauer so zusammen: "Herr Kiesl, sie hatten diesen Auftritt angefragt. Die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen. Sollten sie nochmals eine Anfrage schicken, kennen sie die Antwort bereits."

Mit einer Geste verwies Werpup auf das Publikum, das den Sängern bei ihrem Auszug aus der Kirche begeistert applaudierend Spalier stand. (afs)

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