Dr. Peter Freese referiert auf Englisch vor Gymnasiasten

Aus für den amerikanischen Traum

veröffentlicht

Das Ende des 

"American Dream" - © Blomberg
Das Ende des "American Dream" (© Blomberg)

Blomberg. Wie viel ist heute noch dran am etwas abgedroschen klingenden Leitsatz "Vom Tellerwäscher zum Millionär"? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich der Amerikanist und Literaturwissenschaftler Dr. Peter Freese. Vor rund 150 Schülern der Englisch-Oberstufenleistungskurse des Hermann-Vöchting-Gymnasiums sprach der emeritierte Professor der Universität Paderborn über den "American Dream".

"Wir freuen uns, Sie zum zweiten Mal hier begrüßen zu dürfen, und das sollen jetzt auch die letzten Worte auf Deutsch gewesen sein", übergab Schulleiter Karsten Fahrenkamp augenzwinkernd an den Referenten. Dieser eröffnete seinen Vortrag in perfektem Englisch. Zunächst stellte Freese einige Definitionen des "American Dream" vor. Unterstützt durch aussagekräftiges Bild- und Tonmaterial gelang es dem 73-Jährigen schnell, seine Zuhörer zu fesseln. Vor allem Freeses lockere und spitzfindige Vortragsweise kam bei den Schülern gut an.

Am Hermann Vöchting-Gymnasium: Dr. Peter Freese von der Universität Paderborn spricht über den amerkanischen Traum. - © Foto: blum
Am Hermann Vöchting-Gymnasium: Dr. Peter Freese von der Universität Paderborn spricht über den amerkanischen Traum. (© Foto: blum)

Unterhaltsam wurde es vor allem bei Sätzen wie: "That was the so called Schrott-Hypotheken-Krise". Die, so Freese dann aber in ernsterem Tonfall, sei auch dadurch entstanden, weil der "American Dream" für viele Amerikaner noch immer mit dem Besitz eines eigenen Hauses zusammenhänge. Nachdem viele hunderttausend US-Bürger aber ihre Hypotheken nicht mehr hätten zahlen können und auf der Straße saßen, sei der Slogan "The American Dream is over" entstanden.

Im Anschluss scheute der Referent nicht davor, den nicht ganz jugendfreien Text von Frank Zappas "Bobby Brown" für seine Erklärungen heranzuziehen. "Interessant ist, dass viele berühmte Künstler den "American Dream" kritisieren, obwohl sie teilweise selbst durch seine Hilfe berühmt geworden sind", so der Professor auf Englisch. Auch die unterschiedlichen Eigenschaften und Ziele der in den USA lebenden Kulturen spielten einen wichtige Rolle, so Freese.

Während die Europäer einst mit der Besiedlung Amerikas eine Gesellschaft mit neuen Werten und Idealen schaffen wollten, würden heutzutage zum Beispiel Koreaner oder Muslime ein ganz anderes Verständnis des "American Dream" haben, so der Gast.

"Für mich ist der ,American Dream‘ immer noch eng damit verbunden, dass man die Freiheit besitzt, alles zu tun und so zu leben, wie man möchte. Aber die Stellen im Vortrag über verschiedene Ethnien, die zum Beispiel gar keinen Zugang zum Bildungsystem haben, haben das schon ein bisschen in Frage gestellt", resümierte eine Schülerin.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2021
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.