Tattoo-Streit in Schieder endet vor Gericht

19-Jährige zeigt Kosmetikerin nach Facebook-Reaktionen an

Astrid Sewing

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- © Symbolfoto: dpa
Tattoo mit Vers von Heinrich Heine (© Symbolfoto: dpa)

Blomberg. Der Streit um ein Tattoo hat jetzt das Amtsgericht Blomberg beschäftigt. Eine 19-Jährige hatte sich ein Bild stechen lassen und ein Foto ihres neuen Tattoos bei Facebook gepostet. Es folgten negative Kommentare, woraufhin die 19-jährige Kundin die Kosmetikerin anzeigte. In der Anklage ging es um Urkundenfälschung.

Die 36-Jährige soll erst nachträglich auf dem Vertrag mit der 19-Jährigen vermerkt haben, dass sie ein „Übungsmodell“ gewesen sei. Die Kosmetikerin erklärte gleich zu Beginn, dass sie froh sei, dass der Vorfall endlich vor Gericht entschieden werde.

„Über Facebook wurde mir mitgeteilt, dass man mir die Hände abhacken sollte. Vor meiner Tür wurde ich beschimpft. Meine Kundin hat mich aufgefordert, ein Cover, also die Abdeckung des Tattoos, zu bezahlen oder sie ginge zur Polizei“, sagte die 36-Jährige. Die Qualität sei aus ihrer Sicht aber einwandfrei, die 19-Jährige sei auch zunächst sehr zufrieden gewesen. Erst später sei es zum Eklat gekommen.

„Ich habe darauf vertraut, dass sie Erfahrung hat“, erklärte die 19-Jährige. „Ein Tätowierer aus Steinheim hat mir gesagt, dass man an Schweinehäuten übt, nie an Menschen.“

Richterin Britta Slavov wies die Schiederanerin allerdings darauf hin, dass Tätowierer sehr wohl Übungsmodelle einsetzen. 30 Euro seien vereinbart worden, die 19-Jährige gab aber zu, 45 Euro ohne eine Nachverhandlung gezahlt zu haben. Der Beweis, dass das Tattoo von schlechter Qualität sei, gelang ihr nicht. Ein Arzt habe das nicht bestätigen wollen.

Eine Freundin, die beim Tätowieren dabei war, rückte von ihrer Aussage bei der Polizei ab, den Vertrag gelesen zu haben. Staatsanwältin Helena Werpup plädierte daraufhin auf Freispruch, und so wurde auch entschieden.

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