Jürgen Koch hängt die Uniform nach 40 Jahren an den Haken

Simone Flörke

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Im Ruhestand: Polizeidirektor Jürgen Koch (62) aus Blomberg. - © Simone Flörke
Im Ruhestand: Polizeidirektor Jürgen Koch (62) aus Blomberg. (© Simone Flörke)

Blomberg/Höxter. Ein hellblaues und ein weißes Hemd mit Schulterstücken, seine Dienstmütze und die leere Hülse einer Patrone von der letzten Schießübung, die er erfolgreich absolvierte: Das sind die gesicherten Erinnerungsstücke an seine 42 Jahre im Polizeidienst des Landes NRW. Polizeidirektor Jürgen Koch, Chef von 245 Kollegen im Kreis Höxter, ist in den Ruhestand gegangen.
Der gebürtige Witzenhausener (Hessen) lebt seit vielen Jahren in Blomberg. Vor acht Jahren, als er schon zum dritten Mal in seiner Dienstzeit zur Kreispolizeibehörde Höxter kam und ein Jahr später als Polizeidirektor Direktionsleiter wurde, habe er dem Landrat versprochen, dort bis zum Ruhestand zu bleiben: „Ich habe meine Wunschbehörde erreicht." Sein Credo aus beruflicher Sicht: „Die sicherste Landkreisbehörde in NRW."

Es war sein Patenonkel, der ihn auf den Weg zur Polizei brachte, erinnert sich Koch. „In der Oberprima wollte ich eigentlich auf Lehramt studieren. Latein, Geschichte und Sport." Doch den Eltern wollte er auch nicht länger auf der Tasche liegen, deshalb bewarb er sich an vier Stellen bei der Polizei. Aus NRW kam die erste der vier Zusagen. Koch stieg 1976 gleich als Kriminalkommissar-Anwärter für den gehobenen Dienst ein. Eine Entscheidung, die er noch heute als „absolut richtig" bezeichnet. Schmunzelnd ergänzt er mit Blick auf das Motto der aktuellen Werbekampagne für den Polizeinachwuchs: „Genau mein Fall."

Vieles ist dem 62-Jährigen noch sehr präsent: Das erste Überbringen einer Todesnachricht an die Mutter des Getöteten. Obduktionen, bei denen er dabei sein musste. Todesermittlungen. „Das muss man aushalten. Aber es wird nie zur Routine. Die Bilder verliert man nicht."
Veränderungen und Umstrukturierungen waren in Kochs Laufbahn an der Tagesordnung. Wichtig war ihm dabei: Polizist zu sein, ist kein Selbstzweck. „Wir tun es für die Sicherheit in der Gesellschaft – ein hohes Gut." In leitender Funktion hat er zwei Sätze geprägt: „Die Treppe wird von oben gewischt." Und: „Die Dienstelle muss auch funktionieren, wenn ich da bin", sagt er mit einem Augenzwinkern. Und er ist überzeugt, seinem Nachfolger, Polizeidirektor Christian Brenski, einen „guten Startplatz" zu hinterlassen.

Der Vater eines Sohnes wird in der neuen Lebensphase ebenfalls gut durchstarten: Kulturell bei der Deutsch-Italienischen Gesellschaft in Detmold. Er will zur Gitarre noch Ukulele lernen und sich „mit dem Keyboard beschäftigen", Konzerte und Theateraufführungen besuchen, in Europa reisen („ich habe eine Italien-Macke"), Nordic Walking und Wandern pflegen – und in der Küche seinem Namen Ehre machen.

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