Burg Blomberg liegt weiter im Dornröschenschlaf

Martin Hostert

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Die Zukunft der Burg Blomberg steht nach wie vor in den Sternen. - © Landesverband Lippe
Die Zukunft der Burg Blomberg steht nach wie vor in den Sternen. (© Landesverband Lippe)

Blomberg. Der Verkauf der Burg Blomberg verzögert sich weiterhin. Die am Kauf interessierte Immobilienfirma Lietmeyer aus Hildesheim hat beim Landesverband Nachverhandlungen erbeten.

Diese LZ-Information bestätigte Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast. Daniel Lietmeyer habe seine Zahlen dargelegt und sehr offen kommuniziert, er hege keinerlei Zweifel daran, dass der Firmenchef ernsthaftes Interesse an der Burg habe. Man sei in sehr guten Gesprächen. Lietmeyer hatte sich vergangenes Jahr in einem Bieterverfahren gegen 16 Mitbewerber durchgesetzt, „um mit einem erfahrenen Hotelfachmann aus Lippe ein Hotel im ,Vier-Sterne-plus-Standard‘ zu etablieren", hieß es damals vom Landesverband.

Seitdem Mitte August bekannt geworden war, dass Lietmeyer die historische Immobilie für rund 500.000 Euro erwerben wolle, ist es jedoch ruhig geblieben. Er habe jedoch weiter großes Interesse an der Entwicklung der Burg, bekräftigte der Investor am Freitag und verwies auf die nun anstehenden Gespräche mit dem Landesverband und der Stadt. Am Ende gehe es darum, dass die erforderlichen notwendigen „erheblichen" Investitionen ins Gebäude und die Rentabilität zusammenpassten. „Es muss sich rechnen."

Und auch da kommt wie so oft in diesen Monaten Corona ins Spiel: Der Virus macht den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Das Hotelgewerbe steht in diesen Tagen vor einer durchaus ungewissen Zukunft, vor allem, was Tagungen und Konferenzen angeht – zeigen doch die Pandemie-Erfahrungen, dass Videokonferenzen eine ernsthafte Alternative zu Zusammenkünften in Tagungsräumen sein können. „Die Entscheidungsfreudigkeit eventueller Hotelbetreiber ist im Moment eher gehemmt", sagte Lietmeyer vorsichtig. Und diese Kombination „Covid 19" und „notwendige Investition und Ertragslage" mache es nun mal schwierig.

Nachhaltiger Pachtzins

Sein Ziel bleibe aber, in der Burg mit ihrem großen Charme wieder ein Hotel samt Gastronomiebetrieb zu etablieren, „sonst würde die Stadt Blomberg auch sehr viel verlieren". Der künftige Betreiber müsse jedoch einen nachhaltigen Pachtzins für eine „große Immobilie mit allerdings relativ wenigen Zimmern" zahlen können. Und da sei er im Moment mit einem „sehr, sehr guten Betreiber" im Gespräch. Heinz Baumeister, ein erfahrener Hotelier aus dem Lipperland, der im Herbst noch als Pächter im Gespräch war, stehe im Moment „nicht im Vordergrund".

Jörg Düning-Gast hofft nun, in den kommenden drei bis vier Wochen Klarheit zu bekommen. Er stellte klar: „Wir halten an einer Hotelnutzung dort fest, das ist mir wichtig. Und wir wollen mit diesem Investor weiter verhandeln. Wir haben keinesfalls den Eindruck, dass er uns hinhält." Der Landesverband sei gesprächsbereit, einen Plan B gebe es nicht. „Wir wollen ja nicht das ganze Verfahren wieder neu aufrollen."

Der Verbandsvorsteher informierte am Mittwoch den Blomberger Bürgermeister Christoph Dolle, der wiederum am Donnerstagabend den Hauptausschuss der Nelkenstadt in Kenntnis setzte. „Wir müssen die Entwicklung jetzt abwarten", sagte Dolle und betonte: „Es gibt noch keinerlei Entscheidungen." Burgherr sei der Landesverband, mit diesem stehe er in engem und vertrauensvollem Kontakt. Selbstverständlich habe die Stadt großes Interesse an einer Lösung für ihr Wahrzeichen. „Wir müssen das gemeinsam lösen, vielleicht kann die Stadt das Verfahren moderieren. Ich lade alle ein, um nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen."

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