Britenwohnungen sind übergeben

Preisverhandlungen zu leerstehenden Gebäuden beginnen nicht vor Sommer

Jana Beckmann

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Hinter Schloss und Riegel: Ein Teil des Britenviertels ist mittlerweile durch Zäune gesichert, so auch hier in der Stresemannstraße. Grund dafür ist, dass in einige leerstehende Gebäude eingebrochen worden ist. - © Bernhard Preuss
Hinter Schloss und Riegel: Ein Teil des Britenviertels ist mittlerweile durch Zäune gesichert, so auch hier in der Stresemannstraße. Grund dafür ist, dass in einige leerstehende Gebäude eingebrochen worden ist. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Bis Ende 2014 sollte der Abzug der Briten über die Bühne gehen - und das hat geklappt. Mittlerweile sind alle Häuser im Viertel an der Siegfriedstraße übergeben. Nun geht es ans Eingemachte.

Die Häuser, in denen die Soldaten untergebracht waren, gehören bekanntlich dem Bund. „In Detmold waren den britischen Streitkräften 265 bundeseigene Wohngebäude mit 320 Wohneinheiten überlassen, zuzüglich NAAFI-Shop, Ärztehaus und Grundschule“, berichtet ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Darüber hinaus habe die Bima 40 weitere Wohngebäude mit 40 Wohneinheiten von Dritteigentümern angemietet. „Auch diese Mietverträge sind inzwischen vollständig beendet.“

Die Stadt Detmold erwägt weiterhin, von dem Vorkaufsrecht für Kommunen Gebrauch zu machen und das Areal eigenständig zu entwickeln - auch damit hier keine Immobilienfonds als Eigentümer einsteigen, die an der Entwicklung des Viertels wenig interessiert sind. Was das Ganze kosten würde, ist allerdings noch offen.

Nachdem eine Wohnungsmarktanalyse bereits gezeigt hat, dass Detmold die freien Wohnungen eigentlich nicht braucht, folgt nun ein Verkehrswertgutachten. Dem Vernehmen nach haben sich die Stadt Detmold und die Bima nach langen Gesprächen auf einen gemeinsamen Gutachter verständigt. Hätte dagegen jeder ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben und wären diese zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, hätte unter Umständen ein drittes Gutachten folgen und entscheiden müssen.

Die Bima bezeichnete den Zustand der Gebäude als gut, obwohl es keine Renovierungspflicht seitens der britischen Streitkräfte vor der Rückgabe gegeben habe. „Die bundeseigenen Wohngebäude befinden sich in einem ordnungsgemäßen, sofort bezugsfähigen Zustand“, erklärt der Sprecher. Die Stadt Detmold geht dagegen davon aus, dass einige Häuser nur noch abgerissen werden können - aufgrund ihrer Substanz und auch, weil Wohnraum in mehrgeschossigen Häusern nicht gebraucht wird.

„Es besteht Bedarf im Bereich Eigenheim, an Mehrfamilienhäusern dagegen nicht“, erläutert Thomas Lammering, städtischer Beigeordneter. „Die Bima wird das wahrscheinlich anders sehen“, vermutet Bürgermeister Rainer Heller. Er geht davon aus, dass es bis zum Sommer dauern wird, bis tatsächlich über einen Preis gesprochen wird. Parallel soll im März die Rahmenplanung anlaufen.

Diese soll unter anderem zeigen, wie viele Häuser stehen bleiben sollen. Außerdem soll eine Zonierung erstellt werden. Welche Bereiche sind für den Gemeinbedarf? Wo kann es Bauland geben? Und nicht zuletzt wird es auch um Straßen, Wege, Grünanlagen und Kanäle gehen.

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