Wohnmobil-Stellplatz am Hermann ist wenig einladend

Detmolds einziger Stellplatz für Reisemobile ist ohne Infrastruktur / Stetig wachsende Zielgruppe darf an Lippe nicht vorbeifahren

Dirk-Ulrich Brüggemann

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Wohnmobilhafen am Hermannsdenkmal - © Guido Röcken
Wohnmobilhafen am Hermannsdenkmal (© Guido Röcken)

Detmold. Am Fuße des Hermannsdenkmals im Detmolder Ortsteil Hiddesen zu übernachten reizt viele Wohnmobilfahrer, die in den Kreis Lippe kommen. Und Guido Röcken, der die Gastronomie am Hermannsdenkmal seit 2011 gepachtet hat, möchte, dass sich die Besucher mit ihren Reisemobilen beim Cheruskerfürsten auch wohl fühlen.

Leider ist in seinen Augen der Stellplatz für etwa zehn Fahrzeuge nicht gerade ein Schmuckstück. Ausgeschildert ist der Stellplatz im Ortsbereich Detmold zwar, aber wer oben an der Grotenburg die Schranke passiert hat, muss erst einmal suchen, wo er mit seinem Mobil stehen darf.

Auf dem Parkplatz fehlt jeder Hinweis auf den Stellplatz, und eine Informationstafel für die auswärtigen Wohnmobilisten vermisst Guido Röcken ebenfalls. Röcken und sein Gastronomieteam kümmern sich um die ankommenden Touristen mit ihren Fahrzeugen, indem sie einen Schlüssel für die öffentlichen Toiletten gegen Pfand herausgeben, den Stromkasten aufschließen und Ausflugstipps geben.

Nachdem der Stellplatz am Detmolder Bahnhof vor einigen Jahren geschlossen wurde, ist der Parkplatz am Hermann für die stetig wachsende Gemeinde der Wohnmobilurlauber der einzige Anlaufpunkt, wenn sie die Residenzstadt besuchen wollen. Röcken würde es begrüßen, wenn der Landesverband Lippe als Eigentümer des Geländes in die Infrastruktur des Stellplatzes investieren würde: Stromsäulen mit Münzeinwurf für die Energieversorgung der Fahrzeuge und einen Ver- und Entsorgungspunkt, wo Frischwasser gezapft und Schmutzwasser ordnungsgemäß abgelassen werden kann. Ein paar Bänke und Tische sowie ein Müllcontainer würden das Gesamtbild letztlich positiv abrunden.

Peggy Pfaff, Sprecherin des Landesverbands Lippe, weiß um die Problematik. Beim Landesverband macht man sich Gedanken um den Stellplatz, zumal ein im Jahr 2014 in Auftrag gegebenes Konzept der Lippe Tourismus & Marketing AG ebenfalls bemängelt, dass eine Infrastruktur für Wohnmobilisten fehlt. Wer in seinem Reisemobil am Hermannsdenkmal übernachtet, zahlt pro Tag die Parkgebühr von 2,50 Euro. Für Strom, Wasser und WC werden bei Bedarf nochmals 2,50 Euro fällig.

„Diesen Preis finden die Wohnmobilisten fair“, sagt Röcken und bekundet die Bereitschaft, auf Wunsch auch noch Frühstücksbrötchen aus dem Ort für die Camper mitzubringen. Röcken sieht die Wohnmobilfahrer als wichtige und kaufkräftige Zielgruppe für den Tourismus an, die in seinen Augen auf keinen Fall einen Bogen um den Kreis Lippe machen darf.

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