Paralympics-Star Matthias Berg liest im Sommertheater

André Gallisch

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Der Paralympics-Star Matthias Berg 
- © André Gallisch
Der Paralympics-Star Matthias Berg (© André Gallisch)

Detmold. "Mach was draus", das klingt so einfach. Matthias Berg hat seinem neuen Buch sein Lebensmotto übergestülpt. Der bis zu seinem zehnten Lebensjahr in Heiligenkirchen herangewachsene Jurist, Hornist und vielfache Paralympics-Medaillengewinner hat das Publikum in Detmold gut unterhalten.

"Ich packe es an", nennt Matthias Berg seine erste Entscheidung auf dem Weg zum Erfolg und fügt ein Aristoteles-Zitat an: "Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen." Das hat der durch eine Contergan-Schädigung von Geburt an Behinderte auch in seinem Leben immer wieder als Chance gesehen. Geholfen habe ihm, dass er schon in jungen Jahren entschieden habe, sich nicht unter der Fragestellung "Warum ich?" mit seinem Handycap zu befassen, sondern sich positiv auf die dennoch vorhandenen Möglichkeiten zu konzentrieren.

"Verantwortung übernehmen" und "Konzentration auf das, was ich kann, nicht auf mein Defizit", nennt Matthias Berg die nächsten zwei erfolg versprechenden Entscheidungen. Zu denen gesellt sich die Vierte: "Ich behandele andere, wie ich selbst behandelt werden möchte". Dabei reicherte er seinen sehr eloquenten Vortrag immer wieder mit so einfach klingenden Mustern an: "Jeder hätte gern nette Kollegen - auch Deine Kollegen."

Die Königsdisziplin nennt er dann "Ich bin diszipliniert". Das habe er aber auch erst erlernen müssen. So habe er als junger Mensch sowohl sein Musikstudium als auch sein Jurastudium sowie das Training für das Sommer- wie Winter-Paralympics-Nationalteam einige Zeit relativ unkoordiniert nebeneinander herlaufen lassen. Er lernte, sich zu organisieren und setzte sich klare Zeitrahmen, in denen er sich auf eine Sache konzentrieren konnte. "Kenne Dein Ziel und die Gründe, warum Du es erreichen willst", nennt er eine weitere Grundlage für den Erfolg. Nur so könne man auch über einen längeren Zeitraum hinter dem stehen, was man tue. Als Lebensweisheit gab er seinem Publikum dann noch das Kürzel "LMAA" mit auf den Weg: "Lächle mehr als andere."

Der Rotary Club Detmold-Blomberg hatte Matthias Berg als idealen Redner für den Auftakt seines Projektes "All inclusive" zugunsten der Selbsthilfegruppe Eltern von Kindern mit Down-Syndrom Lippe eingeladen. Präsident Dr. Alexander Goldmann kündigte an, dass in diesem Rahmen weitere Veranstaltungen an der Hochschule für Musik, an der Hochschule OWL sowie in der Tanzschule Fricke stattfinden werden. Hier sollen Jugendliche mit und ohne Behinderung in ihren Begegnungen den Inklusionsgedanken leben und erleben. Den Abschluss soll dann ein großes Sommercamp bilden.

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