Britenhäuser sind vorerst nicht käuflich

Verhandlungen zwischen dem Bund und der Stadt ruhen

Jana Beckmann

Detmold. Ende 2014 haben die letzten britischen Soldaten Detmold verlassen, im September 2015 hätte es fast eine Weichenstellung für die Nachnutzung des Viertels abseits der Siegfriedstraße gegeben. Doch daraus wurde nichts – und das wird vorerst auch so bleiben.

„Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin hat im September den Rückzug angetreten", berichtet Bürgermeister Rainer Heller. Solange Flüchtlingsunterkünfte benötigt würden, würden sämtliche Standorte erst einmal dafür vorgehalten. Auch die Stadt überlege, ob sie noch weitere Gebäude in diesem Bereich als Puffer für eine vorübergehende Unterbringung von Asylbewerbern benötige, wolle diese Karte wenn möglich aber nicht ziehen.

Ebbt der Flüchtlingszustrom irgendwann ab, will die Stadt das Viertel nach wie vor entwickeln und dazu von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. „Wir halten an unserer Rahmenplanung fest", sagt Heller. Im Hintergrund werde deshalb weiter an dem Vorhaben gearbeitet, beispielsweise an der Bewertung der Gebäude. Der Gutachter, der bis Dezember ein Verkehrswertgutachten für die Liegenschaften aufstellen sollte, arbeite jedoch erst einmal nicht weiter. Denn: Da viele Gebäude nach dem Auszug der britischen Soldaten nun doch direkt weitergenutzt werden, könne sich ihr Wert noch einmal verändern.

Dies mag der Stadt in die Hände spielen, die sich bis bislang noch nicht auf einen Preis mit der Eigentümerin einigen konnte. Die Entwicklung des Wohnungsmarktes könnte laut dem Bürgermeister dagegen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zugute kommen. Immerhin hatte eine Analyse zunächst ergeben, dass Detmold den freiwerdenden Wohnraum gar nicht benötigt. Mittlerweile hat sich die Situation durch die Zuwanderung jedoch verändert. Die Verantwortlichen sprechen nicht mehr vom demografischen Wandel, sondern von einem Stadtzuwachs – und dafür wird natürlich auch Wohnraum benötigt.

Wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, ist unklar. Die landeseigene Flüchtlingsunterkunft an der Adenauerstraße ist momentan bis zum 29. Februar befristet. Die Bezirksregierung und die Stadt befinden sich jedoch bereits in Gesprächen bezüglich einer Nutzung über diesen Termin hinaus.

„Eine Entscheidung wird rechtzeitig vor Ablauf der Nutzungsfrist fallen. Eine Ausweitung der Unterkunft ist nicht Gegenstand der Gespräche", heißt es dazu seitens der Bezirksregierung.

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